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Viele Artikel wurden von unseren ehemaligen Schülerinnen und Schülern geschrieben.

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FELLPFLEGE BEIM HUND

Die richtige Fellpflege ist für das Wohlbefinden und die Gesundheit Ihres Hundes sehr wichtig. Gerade eine Regelmäßigkeit in der Pflege erleichtert Ihnen selber sehr viel.
Je nach Fellart sind ganz unterschiedliche Dinge der Pflege passend für die Hunde.

Rauhaare
Zu den Rauhaaren zählen zum Beispiel die vielen Terrier, Schnauzer, Rauhaardackel und deren unzähligen Mixe.
Das Fell muss gezupft/ getrimmt werden, das heißt, man zupft das reife, lose Haar heraus. Nur so kann dann das neue Haar wachsen. Viele Rauhaare werden irrtümlich geschoren - so verliert das Haar allerdings die wetterfeste Schutzfunktion, denn es wird weich und verwollt. Dadurch riecht der Hund oft auch sehr unangenehm, da er wenn er nass wird sehr lange nicht trocknet. Rein optisch verliert der Hund außerdem seine Farbe.

Auch Trimmfell, das lange falsch gepflegt wurde, kann man mit Geduld oft wieder aufbauen. Wird der Rauhaarhund nicht alle 8 bis 12 Wochen gezupft, juckt es ungemein und er kratzt und schrubbt sich vermehrt. Sie selber werden dann auch mehr Haare in der Wohnung finden - denn alleine schafft der Hund den Fellwechsel nicht.

Spanielfelle
Zu den Spanielfellen gehören Cocker, Setter, Welsh Springer, English Springer, aber auch viele Mixe. Die Spanielfelle werden genau wie die Rauhaare gezupft, um das seidige Fell zu erhalten.

Hunde mit Deckhaar und Unterwolle
Diese Hunde gibt es in kurz-, mittel- und langhaarig, zu ihnen gehören unter anderem Retriever, Bearded Collies, Collies, Tibet Terrier, Briards, Shapendoes, Berner Sennenhunde, Elos, Shitzus, Schäferhunde, Bobtails, Leonberger und viele mehr. Sie müssen sehr sorgfältig gebürstet und am besten zweimal im Jahr von der losen Unterwolle befreit werden. Wird die Unterwolle nicht entfernt, funktioniert die ansonsten optimale Klimafunktion des Hundefells nicht mehr. Außerdem bildet sich bei vielen Hunden sonst auch noch sehr schnell Filz, sodass kaum noch Luft an die Haut des Hundes gelangt.

Langhaarige Hunde ohne Unterwolle
Zu den Hunden ohne/ mit sehr wenig Unterwolle gehören zum Beispiel der Yorkshire Terrier, Malteser und der Havaneser. Auch diese Hunde müssen ganz sorgfältig gekämmt werden, um einem Knotenmeer vorzubeugen.

Doodle & Co
Zur Zeit sind Hunde wie Pudel-, Malteser- oder Havanesermischlinge in “Mode”. Gerade eine Kombination von mehreren pflegeintensiven Fellen muss gut gekämmt/ entwollt oder je nach Mix auch geschoren werden.

Scherhunde
Dann gibt es noch die klassischen Scherhunde, wie zum Beispiel den Pudel, den Lagotto oder den spanischen Wasserhund, deren endlos nachwachsendes Fell muss auch sorgfältig gebürstet und von Zeit zu Zeit nach Wunsch gekürzt werden.

 

Kurzum: ein richtig gepflegter Hund fühlt sich bei Wind und Wetter wohl und sieht toll aus!

 

Bei Fragen zur richtigen Fellpflege wenden Sie sich gerne an:

Michaela Derks
Fachgerechte Hundepflege
Hundesalon Fell im Glück
Hägerstraße 242
48161 Münster
02533 - 933 669

 

 

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ANTIBIOTIKA

"Antibiotika" - Einsatz natürlicher Alternativen in der Tierheilpraxis

Auszug aus der Facharbeit von unserer ehemaligen Schülerin Bettina Kramer

 

So lautet der Titel meiner Facharbeit, die ich für die Verbandsprüfung im Jahre 2013/2014 geschrieben habe.

Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch nicht die Rede von bzw. eine Diskussion über eventuelle Gesetzesänderungen im Tierarzneimittelrecht, welche so massive Auswirkungen auf unseren Beruf haben könnten! Eine Änderung, wie wir bereits alle vernommen haben, die unsere Arbeit als Tierheilpraktiker mehr als nur einschränken würde. Bei der Zusammenfassung für diesen Artikel wird es mir noch einmal so richtig bewusst, dass alternative Möglichkeiten in der Tiermedizin nicht mehr wegzudenken sind und unsere Arbeit, unser Wissen und unsere Fähigkeiten von großer Bedeutung sind! Denn nicht jede Infektion erfordert die Gabe eines Antibiotikums und ein falscher Einsatz kann schwerwiegende Folgen haben!

 

Definition Antibiotikum
Der Name Antibiotika stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet wörtlich übersetzt „gegen das Leben“. Die Einzahl von Antibiotika heißt Antibiotikum. Ursprünglich wurde der Begriff „Antibiotikum“ nur für die niedermolekularen Substanzen verwendet, die von den Mikroorganismen selbst synthetisiert wurden. Heute bezeichnet man damit alle Substanzen, die gegen jede Form von Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze und Viren wirken, egal ob sie hoch- oder niedermolekular, natürlicher sowie synthetischer Herkunft sind. Allerdings werden im engen medizinischen Sinn nur die Wirkstoffe, die ausschließlich Bakterien bekämpfen, als Antibiotika bezeichnet, da sie in der Regel gegen Pilze und Viren wirkungslos sind. Antibiotika sind Medikamente, mit denen Infektionskrankheiten behandelt werden. In der Medizin werden sie demzufolge gegen Infektionen durch Protozoen eingesetzt. Antibiotika werden von höheren Organismen gebildet wie z. B. von Pflanzen und Amphibien. Sie dienen als Abwehrmaßnahme gegen eine Infektion oder um sich Selektionsvorteile im Ressourcenwettbewerb zu verschaffen.

 

Was sind synthetische Antibiotika?
Synthetische Antibiotika sind chemisch-pharmazeutisch hergestellte Medikamente. Sie werden auch als Chemotherapeutika bezeichnet. Allerdings haben die antibiotisch wirksamen Chemotherapeutika nichts mit bestimmten Medikamenten gegen Krebs zu tun. Seit 1950 wurden schon bekannte Antibiotika chemisch so abgewandelt, dass neue Medikamente, sogenannte halbsynthetische Antibiotika, entstanden. Aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus werden Antibiotika heutzutage aber vielfach nur noch vollsynthetisch hergestellt. Synthetische Antibiotika zerstören Bakterien ohne Rücksicht darauf, ob sie schaden oder nützen. Ganz anders ist dies bei den natürlichen Antibiotika. Pflanzen bedienen sich ihrer antibiotischen Wirkstoffe, um die Organismen zum Schutze des eigenen Fortbestandes zu hemmen. Das nennt man Antibiose, denn niemals würden sie Organismen zerstören, die sie für das eigene Überleben noch brauchen.

 

Was sind natürliche Antibiotika?
Alle Pflanzen entwickeln Stoffe, um sich gegen Viren, Bakterien und Pilze zu schützen, die sie befallen und schädigen. Die Naturstoffe wirken deshalb nicht nur gegen Bakterien, sondern auch gegen Viren und Pilze. Demzufolge werden natürliche Antibiotika fast ausnahmslos aus Pflanzen gewonnen, manchmal auch aus einer Symbiose zwischen Pflanze und Insekt, so wie das etwa bei Propolis oder Honig der Fall ist. Auch die heimische Natur- und Volksheilkunde setzt natürliche Antibiotika seit Jahrhunderten medizinisch hilfreich ein. Die frühesten bisher bekannt gewordenen schriftlichen Aufzeichnungen stammen aus Nordchina und von einem Papyrus aus Ägypten. Beide sind etwa um 2000 v. Chr. entstanden und dokumentieren die Verwendung von verschiedenen Heilpflanzen wie Myrrhe und Weihrauch, die auch heute noch im Gebrauch sind. Aber nicht nur bei den Chinesen, Ägyptern und Indern waren Pflanzenheilmittel über Jahrtausende hinweg Hauptbestandteil ihrer medizinischen Praxis. Auch Inka, Maya und viele verschiedene Indianerstämme Nord- und Südamerikas kannten ihre Heilwirkungen. So entstanden jahrtausendalte Erfahrungen, die in den verschiedensten Kulturen oft nur mündlich weitergegeben wurden.

 

Wie wirkt ein Antibiotikum?
Das Wirkspektrum jedes Antibiotikums ist unterschiedlich, da der Aufbau und der Stoffwechsel der einzelnen Bakterien ungleich sind. So kann ein Antibiotikum gegen einen bestimmten Erreger wirksam sein, gegen einen anderen jedoch nicht. In der Medizin und Pharmakologie unterscheidet man demnach zwischen Schmalspektrum- und Breitspektrumantibiotika. Schmalspektrumantibiotika wirken nur gegen eine geringe Anzahl von Bakterienarten, während Breitspektrumantibiotika gegen eine Vielzahl unterschiedlichster Keime effektiv sind. Deren bakterizide Wirkung zerstört die Zellwand des Erregers, tötet ihn ab, während die bakteriostatische Wirkung eines anderen Antibiotikums in dessen Stoffwechsel eindringt und verhindert, dass er sich teilt und wachsen kann. Andere Antibiotika wiederum blockieren oder verlangsamen die Funktion von Bakterienenzymen, ohne die eine chemische Reaktion überhaupt nicht möglich ist. Dagegen sind Tobraycin, Gentamicin oder Streptomycin Anmionglykosid Antibiotika, die gespritzt werden müssen, um im ganzen Körper wirken zu können. Sie beeinflussen die Bildung von Eiweißstoffen im Bakterium, können aber auch schwerste Nebenwirkungen hervorrufen. Entgegen der allgemeinen Ansicht wirken Antibiotika jedoch nicht gegen Viren.

 

Mögliche Nebenwirkungen

Darmflora
Durch die Behandlung mit Antibiotika werden nicht nur krankheitserregende Keime abgetötet, auch die natürliche Bakterienflora, wie die Darmflora, kann geschädigt werden. Antibiotika sind nicht in der Lage zwischen „guten“ und „bösen“ Bakterien zu unterscheiden, sie zerstören alles. Ist die Darmschleimhaut erst einmal durchlässig für alle möglichen Fremdstoffe, können Allergien und Magen-Darmbeschwerden, z. B. Durchfall, auftreten. Ebenso können sich Pilze ungehemmt vermehren und festsetzen.

Allergien 
Anzeichen eines Schocks oder Nesselfieber deuten auf eine allergische Reaktion hin, häufiger zu beobachten bei der Gabe von Penicillin.

Nierenschädigende Eigenschaften (Nephrotoxizität) 
Einige Antibiotika, z. B. Neomycin, können Nierenschäden verursachen.

Neurotoxische Wirkungen
Unter der Einnahme einiger Antibiotika kann es zu allgemein befindlichen Symptomen kommen, wie z. B. Übelkeit oder Erbrechen. Penicilline können bei einer zu hohen Dosierung sogar zu einer Epilepsie führen. Bei der Verordnung von Tetracylinen kann es zu einer Hyperpigmentierung der Haut kommen.

Ototoxische Wirkungen 
Schwindel- und Koordinationsschwierigkeiten können Anzeichen einer Innenohrschädigung sein, z. B. durch Streptomycin.

Immunsystem
Durch häufige oder lang anhaltende Antibiotikagaben kann es in Folge zu einem gestörten Immunsystem kommen.

Resistenzenbildung
Antibiotika zählen heute noch zu den weltweit am häufigsten verwendeten Medikamenten und dies mit schwerwiegenden Folgen.

 

Was sind Resistenzen?
Von einer Resistenz spricht man, wenn sich Bakterien unter falsch angewandtem Antibiotikum so verändern, dass das Medikament auch später, bei einem sachgerechten Einsatz, nicht mehr wirken kann. Grundsätzlich muss jede Antibiotikabehandlung ausreichend lang vorgenommen werden, sie darf auch dann, wenn es dem Tier bereits wieder gut geht, nicht frühzeitig abgebrochen werden! Bakterien sind sehr anpassungsfähig und stellen sich recht schnell auf die Substanz ein, die sie abtötet.

 

Was ist ein Antibiogramm?
Ein Antibiogramm ist eine Möglichkeit herauszufinden, mit welchen Bakterienstämmen eine Infizierung vorliegt und um somit das wirksamste Antibiotikum zu finden. Vor Beginn einer Behandlung mit einem Antibiotikum sollte daher eine mikrobiologische Diagnostik mit Erregeridentifizierung und Antibiogramm erfolgen.

 

Was sind „Alternative Behandlungsmöglichkeiten“ in der Tierheilpraxis?
Die Begriffe Alternativmedizin oder auch alternative Medizin bzw. Komplementärmedizin, sind Sammelbegriffe für unterschiedliche Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte, die sich als Alternative oder Ergänzung zu wissenschaftlich begründeten Behandlungsmethoden verstehen, wie sie im Medizin- und Psychologiestudium gelehrt werden.

Zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden gehören:

  • Homöopathie
  • Naturheilverfahren
  • Körpertherapieverfahren
  • einige Entspannungsverfahren
    • Osteopathie
    • Akupunktur

In meiner Facharbeit habe ich folgende alternative Möglichkeiten vorgestellt:

  • Homöopathie
  • Isopathie
  • Mykotherapie
  • Bienenapotheke
  • Kolloidales Silberwasser
  • Phytotherapie (Pflanzen mit antibiotischer Wirkung)
  • Sowie unterstützende Therapiemaßnahmen:
    • Akupunktur
    • Farblichttherapie
    • Bachblüten/-Kombinationen von Frau Lang-Büttner

 

Ausgewählte Vitalpilze mit antibiotischer Wirkung

Corprinus comatus (Schopftintling)
Durch seine keimhemmende Wirkung (z. B. bei Eiterbakterien) kann er sehr gut bei der Wundheilung eingesetzt werden.

Cordyceps sinensis (chinesischer Raupenpilz)
Laut TCM wirkt der Cordyceps stärkend auf Lunge und Niere und wird bei Asthma, Lungen- und Bronchialerkrankungen wie COPD gerne eingesetzt. Auch für seine leberschützende Wirkung ist der Raupenpilz bekannt. Achtung beim Sportpferden: Dopinggesetz!

Coriolus versicolor (Schmetterlingstramete)
Er wird in der TCM seit Jahrhunderten unter anderem als Mittel gegen infektiös bedingte Erkrankungen durch Viren und Bakterien eingesetzt. Aus ganzheitlicher Sicht besitzt der Coriolus die Haupteigenschaften aller wichtigen Vitalpilze. Auch begleitend bei Müdigkeit, Schlappheit und Antriebslosigkeit zeigt er Wirkung auf das Immunsystem.

Reishi (glänzender Lackporling)
Er gilt in der TCM als eines der wirksamsten Mittel zur Stärkung des Organismus, eine perfekte Balance zwischen Yin und Yang. Mehr als 150 verschiedene Triterpene sind inzwischen identifiziert worden, die für die gefäßschützende, antiallergische, cholesterinsenkende und entgiftende Wirkung des Vitalpilzes verantwortlich gemacht werden. Eingesetzt wird er z. B. bei: Wundheilungsstörungen, bakteriellen und viralen Infektionen, Regulation von Fettstoffwechselstörungen und Lebererkrankungen.

Shiitake (Lentinula edodes)
In der TCM ist er „DER Pilz“ bei Erkältungen, Entzündungen, Magenbeschwerden, Lebererkrankungen, Gefäßerkrankungen und zahlreichen weiteren Erkrankungen. Der Shiitake-Pilz unterstützt ebenfalls die Darmflora und aktiviert hier ebenfalls das Immunsystem.

 

Die Bienenapotheke

Honig als Salbenverband
Er dient zur Wundheilung durch das Feuchtklimaprinzip: Eine Wunde wird von außen nach innen feucht gehalten, damit sie von unten nach oben verheilen kann. Das bedeutet, man erneuert den Honigverband solange, bis die oberste Hautschicht verheilt ist. Die physikalischen Eigenschaften von Honig stellen eine schützende Barriere dar und schaffen durch Osmose ein feuchtes Wundklima in Form einer Honiglösung, die nicht unter dem darunterliegenden Wundgewebe verklebt. Eine bakterielle Besiedelung dieses feuchten Milieus wird durch antibakterielle Eigenschaften des Honigs verhindert und die Regeneration des Gewebes wird stimuliert.

Manuka-Honig ist eine besondere Honigsorte mit einer besonders starken antibakteriellen Wirkung.

Propolis
Bienen produzieren mit Propolis ein hervorragendes Mittel zum Bauen und Schutz gegen Eindringlinge in den Bienenstock. Propolis ist von grünlich-brauner bis rötlicher Farbe und klebriger Konsistenz, angemischt aus Wachs und Honig. Diese Substanz wirkt antibiotisch und macht den Bienenstock keimfrei. Die in dem Propolis enthaltenen Flavonoide haben eine antibiotische Wirkung auf Bakterien, Pilze und bestimmte Viren.

 

Kolloidales Silberwasser
Kolloidales Silber verfügt über die Eigenschaft, wirksam gegen Bakterien, Viren und Pilze zu sein, so dass es als natürliches Antibiotikum eingesetzt werden kann. In seiner kolloidalen Form kann es in einzellige Bakterien eindringen und dort das für die Sauerstoffgewinnung zuständige Enzym blockieren. So kommt der Stoffwechsel des Parasiten zum Erliegen und er stirbt ab.

 

Einige Pflanzen mit antibiotischer Wirkung

Ringelblume (Calendula officinalis)
Anwendung: Die Ringelblume ist ein wichtiges Hautpflege- und Reinigungsmittel, ein wertvolles Wundheilmittel und fördert die Funktion der Verdauungsdrüsen. Äußerlich angewendet wird sie als Salbe, Tinktur oder Auflage bei Akne, Furunkeln, Verbrennungen und bei Entzündungen und Geschwüren, die dicht unter Haut liegen. Auch verschmutze und eitrige Wunden reagieren gut auf Ringelblumen-Anwendungen. Feuchte Auflagen sind gut bei Ausschlägen und schlecht heilenden Wunden.

Gundermann (Glechoma hederacea)
Anwendung: Die ätherischen Öle und Bitterstoffe machen die Pflanze zu einem verdauungsfördernden Heilmittel, das auch entwässernd und in den Harnwegen keimtötend wirkt. Es regt die Leberfunktion an und senkt die Magensäure. Zudem verwendet man Gundermann bei bronchialen Erkrankungen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er auch zur Behandlung von Pneumonie und Nephritis eingesetzt.

Thymian (Thymus vulgaris)
Anwendung: Thymian wirkt keimtötend und hilft bei Bronchitis, Husten, Halsentzündung, fieberhaften Infekten und Grippe. Er regt zudem das Verdauungssystem an und verhindert Mundgeruch. Als Diuretikum kann er bei Arthritis, Rheuma und Gicht Erleichterung schaffen. In Öl eingelegt kann er zur Reinigung und Desinfektion von Wunden verwendet werden. ACHTUNG: Nicht über längere Zeiträume verwenden und nicht überdosieren, da die Schleimhäute gereizt werden und Erbrechen und Durchfall hervorgerufen werden kann.

Salbei (Salvia officinalis) 
Anwendung: Der Schwerpunkt der Anwendungsgebiete des Salbeis liegt im Bereich des Mund- und Rachenraums. Er wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd bei Tonsillitis, Angina sowie Parodontose. Des Weiteren wird Salbei bei Bronchitis, Durchfall, Ekzemen, Husten, Kehlkopfkatarrh, Magenbeschwerden, Verstopfung und bei Verletzungen eingesetzt.

 

Unterstützende Therapieformen

  • Akupunktur
    sowohl fördernd zur Wundheilung und Genesung als auch schmerzlindernd
  • Farblichttherapie
    in der Tierheilpraxis

 

Einige ausgewählte Bachblüten nach Dr. Edward Bach:

Nr. 9 „Clematis“
Das Tier wirkt während der Krankheit apathisch und teilnahmslos, evtl. frisst und trinkt es nicht.

Nr. 23 „Olive"
Der Krankheitsverlauf schwächt das Tier bis zur Erschöpfung. Es ist müde und schläft viel.

Nr. 37 „Wild Rose“
Das Tier wirkt apathisch, es ist teilnahmslos, es vegetiert in seinem Krankheitszustand hinein. Es zeigt kein Interesse mehr am Leben.

 

Zeitgemäße Blütenkombinationen von Frau Erika Lang-Büttner

„Erschöpfung“
Nach Perioden größerer Überanstrengung oder Krankheit, die Psyche und Körper ausgelaugt haben.

„Immunausgleich“
Diese Kombination kann innerhalb kürzester Zeit die Blockaden des Immunsystems aufheben, welches wegen psychischer und auf den Körper reflektierender Überbelastung eingeschränkt ist.

„Resignation“
Resignation kann im Vorfeld bei seelischen Verstimmungen sowie begleitend zu jeder Therapie, gleich welcher Art, zur Hand genommen und dadurch Energieblockaden gelöst werden.

 

Resümee 

Antibiotika werden ein präsentes Thema in der Tierheilkunde bleiben. Unsere Aufgabe wird es sein, dem Tierhalter informativ und beratend zur Seite zu stehen und Situationen abschätzen zu können, wann ein Antibiotikum sinnvoll ist und wann man zunächst auf natürliche Mittel zurückgreifen kann. Tierbesitzer sollten darüber informiert werden, dass:

  • synthetische Antibiotika gegen Viren und Pilze unwirksam sind;
  • Antibiogramme Möglichkeiten zur Identifizierung der Bakterienstämme sind;
  • der Missbrauch von Antibiotika zu Resistenzen führt;
  • Nebenwirkungen schwerwiegende Folgen haben können;
  • eine Antibiotika-Behandlung nicht vorzeitig abgebrochen werden darf!

Man sollte aber auch die Argumente berücksichtigen, welche für eine Antibiotikum-Therapie sprechen – schließlich ist eine sinnvolle Verwendung bei schweren und lebensbedrohlichen Infektionen unabkömmlich.

 

Und was spricht für den Einsatz der natürlichen Alternativen?

  • Sie wirken gegen Bakterien, Viren und Pilze;
  • sie stärken das Immunsystem;
  • sie haben weniger Nebenwirkungen;
  • sie können prophylaktisch eingesetzt werden;
  • sie bilden keine Resistenzen;
  • Homöopathie und Isopathie regen die Selbstheilungskräfte an;
  • sie wirken auf Körper, Geist und Seele.

Durch ein ganzheitliches Behandlungskonzept sind dies positive Aspekte: Der Körper ist in der Lage aus eigener Kraft gegen Erkrankungen und Infektionen anzukämpfen. Manchmal dauert es gegebenenfalls länger, bis ein Mittel eine Wirkung zeigt oder das individuelle gefunden wird. In meinen Praxisbeispielen haben sowohl eine Kombination mit der Schulmedizin als auch der alleinige Einsatz natürlicher Alternativen Erfolg gebracht.

 

Tierheilpraktikerin
Bettina Kramer
Wespenweg 4
49811 Lingen

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www.tierheilpraxis-kramer.de 

 

 

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ENTGIFTUNG UND AUSLEITUNG

Alles muss raus! Entgiftung und Ausleitung als naturheilkundliches Verfahren in der Tierheilpraxis

Auszug aus der Facharbeit von unserer ehemaligen Schülerin Henriette Hegener

 
Alles, was in den Körper gelangt, muss auch wieder heraus!

Grundlagen
Den Anfang macht die Nahrung, die verstoffwechselt werden muss. Dabei fallen Endprodukte an, die extrem giftig sein können. Zudem wird nicht nur der Mensch, sondern auch die Tierwelt mit vielen schädlichen Stoffen konfrontiert. Es beginnt mit der Ernährung, geht weiter zu Medikamenten, Impfungen, Antiparasitenprodukten, Schwermetallen, Konservierungsmitteln, Weichmachern, Farbstoffen, Umweltgiften wie Pestiziden, Fungiziden, Düngemitteln, Nikotin, Herbiziden, Chemikalien in Stoffen, Möbeln und Wasser usw. Die Aufnahme von Giften ist nicht zu verhindern und solange diese Toxine als Schlackeprodukte den Körper belasten, kann eine naturheilkundliche Therapie nie ihren vollen Erfolg zeigen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat schon vor 30 Jahren festgestellt, dass 80 Prozent aller chronischen Erkrankungen beim Mensch mit Umweltgiften in Zusammenhang stehen. Somit können wir davon ausgehen, dass unsere Haustiere in einer ähnlichen Misere sind.

Die Hauptausscheidungsorgane Niere, Leber und Haut sind mit der Menge der Belastungen meist überfordert. Gift- und Schlackenstoffe werden folglich im Körper abgelagert, anstatt vollständig ausgeschieden zu werden. Bevorzugte Speicherorte für diese sogenannten Toxine sind das Unterhautfettgewebe, Gelenkkapseln, Muskeln und Sehnen. Je mehr Schlackedepots angelagert werden, desto schneller kommt es zu einer Übersäuerung der Gewebe.

Zudem wird der Austausch zwischen Parenchymzelle und Extrazellulärraum behindert oder sogar unmöglich gemacht. Dadurch wird die Ver- und Entsorgung der Zellen mehr und mehr unterbunden und der physiologische Ablauf der Funktionen gestört.

Die Folge sind die Entstehung und Förderung von verschiedensten akuten und chronischen Krankheiten, bedingt durch die Überlastung des Körpers.

Das bedeutet, dass das Bindegewebe entgiftet und die gestörte Entgiftungs- und Ausleitungsarbeit der Organe unterstützt werden muss. Dabei ist es wichtig, jeden Patienten individuell zu betrachten und die Therapie entsprechend darauf abzustimmen.

 

Typische Folgekrankheiten eines „vergifteten“ Körpers können sein

  • Allergien
  • Überempfindlichkeiten (Intoleranzen)
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Hauterkrankungen
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Verhaltensauffälligkeiten (Unruhe, Schlaflosigkeit, Hyperaktivität, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Depression)
  • Erkrankungen/Schädigungen der Organe

Die Ausleitung aller toxischen Stoffe übernehmen die Haut sowie die exkretorischen und sekretorischen Organe. Zur Unterstützung der Ausleitung können physikalische Ableitungsverfahren zusätzlich angewandt werden (siehe Kapitel Physikalische Ableitungsverfahren). Eine gewisse Anpassung der Ernährung ist in jedem Fall eine sehr förderliche Maßnahme, um den Körper nicht ständig erneut zu belasten. Dazu eignet sich hervorragend die biologisch artgerechte Rohfütterung.

 

Wann ist eine Entgiftung und Ausleitung sinnvoll und wann nicht? 
Eine Entgiftung und Ausleitung mit anschließender Darmsanierung ist immer dann nötig, wenn der Körper des Tieres durch Toxine belastet wurde wie beispielsweise durch eine Wurmkur, anderen Parasitenbeseitigungsmitteln, Antibiotika, Kontakt mit Giften aus der Agrarwirtschaft, nach einer Operation, nach längerer Schmerzmitteltherapie, langfristige Fütterung mit Trockenfutter et cetera.

Eine Entgiftung mit Ausleitung schafft eine sehr gute Grundlage, um aufnahmefähiger für weitere naturheilkundliche Verfahren zu werden. Nicht unbedingt sinnvoll ist eine Entgiftung, wenn das Tier sehr geschwächt, schwer erkrankt oder trächtig/säugend ist.

Bei sehr empfindlichen oder auch psychisch und körperlich belasteten Tieren sollte man individuell entscheiden und sehr vorsichtig vorgehen.

In jedem Fall sollte man mit sehr viel Zeit und Geduld an eine Entgiftung herangehen. Schlacken, die sehr lange im Körper gelagert wurden, brauchen meist genauso lange, um wieder ausgeschieden zu werden. Und man sollte sich immer bewusst sein, dass manche Schlacken so manifestiert sind, dass sie nicht mehr freigegeben werden (z.B. Impfschäden). Dafür hat der Körper gute Gründe. Denn wie man in der Krebstherapie oft beobachten kann, ist es manchmal besser “das Fass nicht zu öffnen“, also ein entsprechendes Gift nicht auszuleiten, denn es können ungeahnte Überraschungen auf einen zukommen. 

 

Entgiftung und Ausleitung – Möglichkeiten und Methoden

  • Algen
  • Vitalpilze
  • Fasten
  • Wickel
  • Aderlass
  • Blutegeltherapie
  • Basische Bäder (vorzugsweise Pfotenbäder)
  • Ausleitung mit Hilfe von Phytotherapie
  • Schröpfen
  • Cantharidenpflaster (dazu muss eine Stelle am Fell freigesetzt werden)
  • Schwitzkuren
  • Akupunktur
  • Fertigpräparate (z.B. Basis-Ziegenkolostrum von J. Ziegler)
  • homöopathische Komplexmittel (z.B. Meta Fackler)
  • und viele mehr

 

Ernährung als Grundlage
Ich möchte nicht grundlegend auf die Ernährung des Hundes eingehen. Dieses Thema ist viel zu umfangreich, um ihm nicht einen eigenen Artikel zu widmen. Aber es muss unbedingt in Bezug auf das Thema Entgiftung und Ausleitung angerissen werden. Die richtige Nahrung ist die Grundlage für ALLES. Schon alleine durch eine spezielle Diät kann man eine Entgiftungs- und Ausleitungskur durchführen.

Da viele unsere Hunde mit Trockenfutter gefüttert werden, werden unsere Tiere schon mit vielerlei Zusatzstoffen konfrontiert. Zunächst wird Trockenfutter hocherhitzt, was dafür sorgt, dass natürliche Vitamine zerstört werden. Künstlich werden dann synthetische Vitamine zugefügt, um das Futter haltbar zu machen. Die meisten Trockenfuttersorten bestehen zum Großteil aus Getreide. Getreide sollte der Hund allerdings besser nur in sehr geringen Mengen bis gar nicht bekommen. Außerdem werden oft minderwertiges Fleisch oder sogar Abfallprodukte (tierische Nebenerzeugnisse, Tiermehl usw.) verwendet. Bei Dosenfutter ist es ähnlich, allerdings ist es etwas besser geeignet, da das Futter nicht trocken ist. Allerdings gibt es auch hier viele minderwertige Produkte auf dem Markt.

Was diese und noch viele andere Inhaltsstoffe anrichten können, sollte man in entsprechender Fachliteratur nachlesen.

Eine gute Möglichkeit, dem Hund eine abwechslungsreiche und artgerechte Nahrung zu bieten, ist die biologisch, artgerechte Rohfütterung (BARF). Mit dieser Fütterung kann man immer individuell und gezielt auf die Bedürfnisse des Hundes eingehen. Denn die Bedürfnisse verändern sich durch viele Umstände wie Jahreszeitenwechsel, Fitness, Wetter, Krankheit, Alter, Umgebung, Stress usw.

 

Tierheilpratikerin
Henriette Hegener
Glückaufsegenstraße 82-86
44265 Dortmund

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.tierheilpraxis-hegener.de 

 

 

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EPILEPSIE BEIM HUND

"Gewitter im Gehirn" - Epilepsie beim Hund

Auszug aus der Facharbeit von unserer ehemaligen Schülerin Marion Schieffer

 

Epilepsie, auch Fallsucht genannt ist eine chronische Erkrankung, die auf einer Funktionsstörung im Gehirn beruht.

Es ist eine rasseübergreifende Funktionsstörung, die bei 1 - 2% aller Hunde auftritt. Eine anormale, nervliche Erregungsbildung im Gehirn löst sogenannte epileptische Anfälle aus. Sie können in unterschiedlicher Form auftreten: Sie erscheinen als Krämpfe (Crampi), unwillkürliche Bewegungsabläufe oder auch Dämmerzustände, die zuvor nicht durch äußere Ursachen (wie Stromschläge, Vergiftungen, akute Entzündungen) hervorgerufen wurden. Im Gehirn führen überschießende Entladungen von Nervenzellen (Neuronen) zu den typischen, für uns erkennbaren Krampfanfällen oder auch anderen erkennbaren Verhaltens- und Befindungsstörungen.

Das Zentralnervensystem (ZNS) hat die Aufgabe, die verschiedenen Zellgruppen des Körpers miteinander zu verbinden und deren Leistungen aufeinander abzustimmen. Es stellt also ein Kommunikations- und Korrelationssystem dar. Im Rahmen dieser Gesamtfunktion lassen sich verschiedene spezielle Leistungen unterscheiden. Ein Teil des ZNS bewirkt, dass die Muskeltätigkeit auf verschiedene Umwelteinflüsse eingestellt wird und gleichzeitig einer Willkürkontrolle unterliegt. Die Gesamtheit dieser Strukturen wird als motorisches System bezeichnet. 
Andere Teile des ZNS besitzen die Fähigkeit, Signale aus den niederen und höheren Sinnesorganen aufzunehmen, weiterzuleiten und zu bewussten Empfindungen und Wahrnehmungen zu verarbeiten. Sie bilden zusammen das sensorische System.

Ein dritter Anteil des ZNS dient schließlich dazu, speziell die Funktionen innerer Organe aufeinander abzustimmen. Diese Strukturen werden unter dem Begriff vegetatives Nervensystem zusammengefasst. Die Funktionen aller genannten Teilsysteme des ZNS sind unter physiologischen Bedingungen eng miteinander verknüpft. Sie lassen sich daher nur unter starker Vereinfachung der tatsächlichen Zusammenhänge voneinander trennen. Eine solche Abstraktion ist jedoch notwendig, da erst die Analyse der verschiedenen Einzelfunktionen zu einem Verständnis der integrativen Gesamtleistung des Zentralnervensystems führt.

Wie zahlreiche Untersuchungen ergaben, setzt sich das ZNS aus einzelnen Nervenzellen (Neuronen) zusammen, die nicht nur morphologische (der Form nach), sondern auch funktionelle Einheiten darstellen. Die Arbeitsweise dieser Elementarstrukturen ist dabei in allen Systemen des ZNS ähnlich und bildet die Grundlage der speziellen zentralnervösen Leistungen.

Die Nervenzelle (Neuron) ist die kleinste funktionelle Einheit des Nervengewebes. Sie besteht aus einem Zellkörper und ihren Fortsätzen, Dendriten und Neuriten (Axonen), welche die elektrischen Impulse der Erregung empfangen und fortleiten. Die Reizweiterleitung erfolgt immer nur in eine Richtung.

Die Synapse ist die Umschaltstelle für die Weitergabe der Erregung von einem Nerv zum anderen. Die Übertragung der elektrischen Impulse erfolgt mit Hilfe chemischer Überträgersubstanzen (Neurotransmitter). Je nach Art des Neurotransmitters werden erregende oder hemmende Reize an die postsynaptische (empfangende) Membran weitergegeben.

 

Anfallstypen
Die Neuronen (Nervenzellen) bilden mit den sie umgebenden anderen Zellen des Gehirns ein komplexes Geflecht, das mit zahlreichen chemischen Reaktionen und elektrischen Entladungen permanent beschäftigt ist. Verschiedene Botenstoffe (Hormone wie Adrenalin z. B.) fördern dabei die Aktivität der Neuronen und wiederum andere Botenstoffe (Hormone wie Noradrenalin z. B.) hemmen sie. In der Regel sorgt das physiologische Gleichgewicht aktivierender und hemmender Kräfte für die übliche Balance der Hirnaktivität.

Gerät dieses fein abgestimmte Gleichgewicht an Aktivität und Hemmung außer Kontrolle und bewirken die aktivierenden Botenstoffe plötzlich eine extreme Steigerung der Aktivität, kommt es zu massiven elektrischen Entladungen zahlreicher Neuronen gleichzeitig. Dann kann man diese außer Kontrolle geratene Entladung auch mit einem Gewittersturm gleichsetzen und der epileptische Anfall ist entstanden.

Manche epileptischen Anfälle beginnen mit einer Aura, was bedeutet, dass ungewöhnliche Sinneseindrücke dem Anfall vorgeschaltet sind. Bei Hunden ist dies dann häufig durch ein Schmatzen, vermehrtes Speicheln, Unruhe und unwillkürlichen, stereotypen Verhaltens- und Befindungsstörungen zu erkennen. Manchmal lassen die Aura- Symptome Rückschlüsse auf die Hirnregion zu, in welcher sich der Anfall entwickelt hat. Abhängig davon, ob Neuronenentladungen auf einen Teilbereich des Gehirns beschränkt bleiben oder das gesamte Gehirn betroffen ist, spricht man von einer generalisierten oder partiellen Form des Anfalls. Die wichtigste Aufgabe des Tierbesitzers, der seinen Hund durch einen epileptischen Anfall begleitet, ist der Blick auf die Uhr. Die Dauer eines Anfalls ist ein entscheidendes Kriterium für die einzuleitenden Maßnahmen. Bei den meisten Anfällen handelt es sich um Krämpfe zwischen ein und zwei Minuten, allerdings sind auch Anfälle von mehr als fünf Minuten nicht ungewöhnlich.

Wenn mehrere Anfälle ohne vollständige Erholungsphasen und ohne Wiedererlangung des Bewusstseins auftreten, befindet sich der Hund im Status epilepticus, einem lebensbedrohlichen Zustand, der medikamentös unterbrochen werden muss (z. B.: Diazepam, Rektiolum, Rectodelt). Es handelt sich um einen akuten Notfall, da wichtige Steuerungsfunktionen im vegetativen Nervensystem ausfallen können, die zum Beispiel die Atmung oder den Blutdruck kontrollieren. Kommt es innerhalb von 24 Stunden zu mehreren Anfällen, die aber zeitlich durch deutliche Erholungsphasen unterbrochen wurden, spricht man von Serienanfällen (Cluster), einer Folge von einzelnen, aufeinander folgenden Anfällen, die zeitlich versetzt aufgetreten sind.

Als Auslöser für das plötzliche Ungleichgewicht der hemmenden und aktivierenden Kräfte im Gehirn des Hundes können verschiedene Ursachen die Auslöser sein.

Durch die wissenschaftlichen Studien ist die genetische Disposition, also die Erblichkeit (primäre Auslöser) der idiopatischen Epilepsie, längst schon bewiesen. In der Praxis zeigt sich, dass gewisse Rassen wie Cocker Spaniel, Golden Retriever, Berner Sennenhunde etc. eine vermehrte Anfälligkeit für Epilepsien zeigen. Allerdings herrscht für diese neurologische Problematik bei den Züchtern nur wenig Verständnis. Mit Hilfe eines Gentests könnte der Züchter vor der Verpaarung der Blutlinien Aufschluss über die Wahrscheinlichkeiten der Epilepsie erhalten, was eine umfassende Ausschlussdiagnostik verzichtbar machen und somit einen wertvollen Beitrag zur Bekämpfung dieser Krankheit leisten würde. Sicherlich spielt hier die Vererbung eine wichtige Rolle, aber auch eine genetische Disposition zieht nicht zwangsläufig einen Ausbruch dieser Erkrankung nach sich.

Aufgrund der bestehenden Interaktion zwischen Human- und Veterinärmedizin stellt der Hund quasi ein Modell für den Menschen dar. Es gibt bereits gemeinsame Projekte insbesondere im Bereich der Genetik. Die vergleichende Forschung gewinnt zunehmend an Bedeutung, denn bei Mensch und Hund stellt die Epilepsie ein gleich großes Problem dar. Es wurde beim Hund ein mit Epilepsie assoziiertes Gen entdeckt, das auch für die Epilepsie beim Menschen relevant ist. Nur im therapeutischen Bereich ist die Vergleichbarkeit zu vernachlässigen. Der Hund hat einen anderen Stoffwechsel als der Mensch. Dadurch ist bei vielen Medikamenten aus dem Humanbereich die Verweildauer im Körper des Hundes zu kurz und somit kann die gewünschte Wirkung ausbleiben. Die Wirkweise infrage kommender Medikamente aus der Humanmedizin ist also anhand von aussagekräftigen Studien und Untersuchungen vor dem Therapieeinsatz beim Hund gründlich zu erforschen.

Ist ein Hund an Epilepsie erkrankt, bedeutet die Betreuung dieses epilepsiekranken Hundes für die Tierbesitzer eine enorme Herausforderung, mit der sie ungewollt konfrontiert werden. Der erkrankte Hund bleibt sein Leben lang ein Sorgenkind und benötigt die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Besitzer. Wenn dieser Hund vom Tierarzt medikamentös eingestellt wurde, bedarf es vonseiten des Besitzers einer genauen und korrekten Dosierung des Medikamentes und einer zeitlich festgesetzten Verabreichung in einem recht engen Zeitfenster. Die Medikation ist für den Hund lebenswichtig, um sein Anfallsleiden auf ein Minimum zu reduzieren, die Dauer der Anfälle so kurz wie möglich und die Anfallshäufigkeit so gering wie möglich zu halten.

Als sekundäre Auslöser vermutet man eine sogenannte multifaktorielle Genese (verschiedene Ursachen werden in Betracht gezogen). Dies bezieht sich nicht nur auf die idiopathische (primäre) Epilepsie, die etwa 80% der Epilepsiefälle beim Hund ausmacht. Auch bei der sekundären Epilepsie sind verschiedenste Faktoren - oft auch gleichzeitig - auslösend für den Ausbruch der Erkrankung. Diese Anzeichen gilt es klar zu erkennen, möglichst zu vermeiden und sich individuell fütterungs-, haltungs- und pflegetechnisch darauf einzustellen.

Für alle geschilderten Epilepsieformen, die primären und sekundären und die generalisierten und partiellen Anfälle, können zahlreiche Auslöser in Frage kommen. So ist auch für die Epilepsie der Faktor Stress in all seinen Facetten ein überaus ernst zunehmender Faktor. Stress ist allerdings immer nur ein Auslöser und nie die Ursache!

Weiterhin können aber auch Herzfehler, Traumen (Thrombosen, Blutungen), Anomalien (Hydrozephalus = Wasserkopf), Neoplasien (Metastasen, Meninginome = Tumor der Hirnhaut), Blockaden im Hals (verursachen Druck auf die Schilddrüse durch permanentes Ziehen an der Halsung), Durchblutungsstörungen, hormonelle Störungen (Diabetes mellitus), schilddrüsenbedingte Entgleisungen (Hypothyreose, Hyperthyreose), Impfreaktionen, Antibiotikagabe (verstärkt nach dem Wirkstoff Gentamyzin), Vergiftungen (Umweltgifte), Schneckengifte (Metaldehyd) und Rattengifte (Strychnin), Spot-on (Zecken- und Flohprophylaxe), Parasiten (z. B. Wanderlarven), medikamentenbedingte Störungen, Teletakt (elektronisches Dressurhalsband) zu den Ursachen gehören.

Bei den Vergiftungen der Hunde ist an dieser Stelle besonders zu erwähnen, dass es vielen Tierbesitzern bis heute noch nicht klar ist, dass sie ihre Tiere Jahr für Jahr durch Floh-, Zecken- und Wurmmittel regelrecht vergiften. Bei den Wirkstoffen dieser Gruppen handelt es sich um Nervengifte (z.B. Botulinum), die durch das Passieren der Blut-Hirnschranke zu schweren neurologischen Ausfällen, wie eben der Epilepsie, führen können. Alleine das Fressen von Kuh- oder Pferdekot von Tieren, die zuvor mit Mitteln des Wirkstoffes Ivermectin behandelt wurden, führte und führt auch heute noch zu Todesfällen. Aber auch die Aufnahme von Schokolade (Theobromin) kann zu Vergiftungen führen und ist als Auslöser nicht außer Acht zu lassen. Auch gibt es eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass synthetische Duftstoffe (Waschmittel, Deos, Weichspüler, Reinigungsmittel (hier: Phosphorsäureester) etc. als Auslöser der Anfälle infrage kommen können. Unter diesen Umständen ist eine gründliche Analyse der Lebens-, Haltungs- und Fütterungsbedingungen unerlässlich und eminent wichtig, da es sich bei den möglichen Ursachen meist um multifaktorielle Auslöser handelt. Erst die genaue und komplexe Erforschung führt zur Erlangung eines Gesamtbildes, die dem Hund in seinem weiteren Krankheitsverlauf eine bestmögliche Unterstützung gewährleisten kann.

Wird einem Tierarzt ein Hund mit Verdacht auf Epilepsie vorgestellt und dieser dann anhand der Vorgeschichte den Verdacht auf ein Problem des Nervensystems hat, wird er zuerst eine Allgemeinuntersuchung und je nach den Befunden eine Blutuntersuchung vornehmen, um stoffwechselbedingte Ursachen auszuschließen. So können zum Beispiel Leber- und Nierenerkrankungen zu epileptischen Anfällen führen und die Grunderkrankung liegt in diesem Fall nicht im Gehirn. Bei der neurologischen Untersuchung beurteilt der Tierarzt das Bewusstsein und das Verhalten des Tieres, erkennt Gangabnormalitäten und untersucht mit spezifischen Tests die verschiedenen Reflexe, Nervenfunktionen, Empfindsamkeiten und Koordinationsmechanismen. Man muss sich bewusst sein, dass bei der Erhebung des neurologischen Zustandes fast ausnahmslos nur Gang, Reflexe, Empfindungen und Augenbewegungen geprüft werden können. Bei der Beurteilung des Verhaltens und des Bewusstseins ist der Tierarzt auf die Angaben des Besitzers angewiesen.

Um dem zu behandelnden Hund eine bestmögliche Unterstützung zu bieten, würde der Tierarzt auf die Epilepsiemedikamente aus dem Humanbereich zurückgreifen. Zur Standardbehandlung beim Hund kommt hier der Wirkstoff Phenobarbital (Luminal vet, Luminaletten, Phenoleptil usw.) zum Einsatz. Viele an Epilepsie leidende Hunde lassen sich damit sehr gut einstellen, sogar bis zur tatsächlichen Anfallsfreiheit, aber leider nicht alle. Allerdings rechtfertigt eine deutliche Reduzierung der Anfälle und insbesondere des Status epilepticus diese Verabreichung bei einer insgesamt guten Verträglichkeit.

Wirkt das Phenobarbital jedoch nur unbefriedigend, wird es gerne mit Kaliumbromid (Kalii bromidum PhEur, veraltet Kalium bromatum) kombiniert. Kaliumbromid war eines der ersten Antiepileptika, das bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt wurde. Es wirkt sedierend und erhöht die Krampfschwelle. Seit Februar 2013 ist das neue Antiepileptikum Pexion mit dem Wirkstoff Imepitoin in Deutschland zur Therapie der idiopatischen Epilepsie zugelassen. Das ist kein Sedativum, sondern ein auf den Rezeptor im Gehirn wirkender Wirkstoff. Eine Wirkweise, die übrigens auch dem Diazepam zugrunde liegt.

Komplementärmedizinische Behandlungsmöglichkeiten wie Homöopathie, Akupunktur, Mikronährstofftherapie (MNT), Bach-Blüten-Therapie, Schüsslersalze oder die Verabreichung von Heilpilzen bergen nicht die unüberschaubaren Nebenwirkungen wie bei den schulmedizinischen Therapien. Auch fällt für mich die Futteroptimierung mit in diesen Bereich, auch wenn kein hochwirksames Einzelfuttermittel für dieses Krankheitsbild zur Verfügung steht.

Die naturheilkundlichen Therapieformen greifen nicht nur symptomatisch in den Organismus des Hundes ein, sondern wirken allumfassend und könnten sich dadurch positiv auf das Anfallsgeschehen des epilepsiekranken Hundes auswirken.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich das Anfallsgeschehen eines epilepsiekranken Hundes durch zahlreiche medikamentöse Therapien, durch naturheilkundliche Heilmethoden sowie fütterungsbegleitende Maßnahmen unterstützen lässt. Die medikamentösen Therapien stehen mit ihren Wirkungen und Nebenwirkungen auf der einen Seite als eher klassische Variante zur Verfügung. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass die dauerhaft verabreichten Medikamente homöopathisch ausgeleitet werden, damit der Organismus regelmäßig entgiftet und entlastet wird.

Auf der anderen Seite stehen die naturheilkundlichen Heilmethoden, die für den Organismus erst gar keine Belastung bedeuten und nebenwirkungsfrei bzw. nebenwirkungsarm sind, möglicherweise aber dem Hund nicht immer die gewünschte Anfallsminimierung oder sogar Anfallsfreiheit garantieren können. Eine kombinierte, ganzheitliche Behandlung sollte bei diesem Krankheitsbild angestrebt werden und wird als sinnvoll angesehen. Wer Fragen zum Inhalt dieses Artikels hat, kann sich gerne mit mir in Verbindung setzen unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! bzw. stelle ich allen betroffenen Patientenhaltern oder Interessierten meine komplette Facharbeit per E-Mail gerne zur Verfügung.  

 

Tierheilpraktikerin
Marion Schieffer
Im Heidekamp 13
59555 Lippstadt

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.tierheilpraxis-schieffer.de 

 

 

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OSTEOPATHISCHE HUNDETHERAPIE

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Anne Terbrüggen 

 

Schon lange versuchten die Menschen Schmerzzustände mit den Händen zu lindern.  
Dr. Andrew Taylor Still (1828-1917) gilt als der Begründer der Osteopathie. Vordergründig für ihn waren die Ganzheitlichkeit und die Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Die manuelle Therapie bei Bewegungseinschränkungen kam erst viel später hinzu.

Was in der Humanmedizin schon fest integriert ist, erlangt auch in der Veterinärmedizin immer größere Bedeutung. So stellte der schwedische Psychologe und Hundetrainer Anders Hallgren eine Verbindung zwischen Auffälligkeiten im Verhalten des Hundes und schmerzhaften Störungen im Bewegungsapparat fest. Bei seinen Untersuchungen litten über 63% der Hunde unter Rückenproblemen und bei mehr als der Hälfte zeigten sich abnorme Verhaltensauffälligkeiten.

Die osteopathische Hundetherapie vereint die Osteopathie mit der Physiotherapie. Die Ziele bestehen in der Beseitigung von Bewegungsverlusten in einem oder mehreren Gelenken, der Schmerzlinderung, zur Prävention, bei der postoperativen Rekonvaleszenz, bei orthopädischen Läsionen wie z. B., Lahmheiten, Stauchungen, Zerrungen, Muskelproblemen, degenerative Prozessen oder Sehnenproblematiken. Auch bei internistischen oder neurologischen Problemen kommt sie zum Einsatz. Zu Beginn der Behandlung steht natürlich die Anamnese. Darauf folgt die genaue Betrachtung des Hundes und die Beurteilung seines Bewegungsablaufes. Dysbalancen und Disharmonien können schon Hinweise auf eine Schonhaltung aufgrund von Schmerzen sein. Danach wird das Tier palpiert. Es werden Unterschiede im Muskeltonus, Temperaturunterschiede und tastbare Veränderungen an Knochen oder Gelenken erfasst. Ganz wichtig ist es hier, auf Reaktionen des Hundes wie z.B. Ausweichen, Knurren oder Schnappen zu achten.

Unsere Dozentin sagte immer: „Der Hund führt durch die Behandlung.“ 
Als Therapeut hat man nun seinen Befundbogen vor sich liegen und möchte seinen Patienten durchchecken. Wir kennen alle die Situationen in der alltäglichen Praxis: Der eine Hund spielt den Clown, der andere mimt den Reservierten, oder ein deutliches Zeichen, wie „Fass mich bloß nicht an!“ Das macht für mich die Sache so spannend. Jedes Tier hat seine Geschichte und mit der Osteopathie besteht die Chance ganz gefühlvoll herauszufinden, wo das Übel liegt.

 

„Mit den Händen lauschen“ 
Diese Worte beschreiben für mich am besten die Osteopathie, denn genauso verhält es sich. Wie man die Behandlung anfängt, hängt ganz vom Tier ab. Oft geht eine Massage voraus, einfach um eine Verbindung aufzubauen. Sich spielerisch auf seinen vierbeinigen Patienten einzulassen ist am Anfang wichtig. Stimmt die Vertrauensbasis kommt man dem Locus dolenti mit detektivischer Feinarbeit auf die Spur.

 

Tierheilpraktikerin und osteopathische Hundetherapeutin  
Anne Terbrüggen
Im Wiesengrund 57
48565 Steinfurt

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LICKY FITS

Ein Symptom und viele Ursachen: Licky Fits

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Anja Lörmann   

 

Als unser heute zweijähriger Großer Schweizer Sennenhund (GSS) bei uns einzog, sollte vieles, was wir bei unseren vorherigen oder bisherigen Hunden verkehrt gemacht oder zu spät begonnen hatten, verändert werden.

Keine turnusmäßigen sogenannten „Pauschal“-Impfungen, keine quartalsweisen oder halbjährlichen Entwurmungen ohne Nachweis von Wurmbefall, die nach den Empfehlungen des Tierarztes bzw. am Besten in Kombination verabreicht werden. Der bewusste aber verantwortungsvolle Verzicht auf chemische Spot-on Präparate. Und zu guter Letzt eine artgerechte und ausgewogene Ernährung, die meiner Meinung und Erfahrung nach, kein industriell hergestelltes Trockenfutter bieten kann.

Justus –so heißt unser GSS-Rüde– sollte von Anfang an gesund und optimal versorgt in sein Leben starten. Aus liebevoller Zucht kommend, bis zur Abholung mit 9 Wochen von der Mutterhündin gesäugt und entsprechend dem Alter und Entwicklungsstadium durch die Züchterin gebarft. Für uns und sicherlich auch bei vielen anderen Besitzern von Hunden ein sehr entscheidendes Kriterium zur Wahl des richtigen Züchters. Kurz gesagt, die Welpen unserer Züchterin waren alle rundum putzmunter und nach den Vorgaben des Zuchtverbandes mit dem standardisierten Welpen Paket durch den Tierarzt geimpft und entwurmt. In unserem Haushalt werden der Welpe, wie auch die anderen zwei bei uns lebenden Hunde gebarft. Die anstehende 7-fache Impfung sollte das Grundimmunisierungsprogramm vervollständigen. Der Welpe entwickelte sich prächtig.

Im Alter von 6 Monaten fing unser GSS nach der Rohfütterung plötzlich an, sehr heftig in der Luft zu lecken. Gestresst, ja geradezu panisch versuchte er irgendetwas in sein Maul zu bekommen, um sein offensichtliches Unwohlsein zu lindern. Dabei kam es zu einer ausgeprägten Aufgasung des Bauchraums. In einer solchen Situation gilt es schnelle und entscheidende Hilfe zu leisten, um den Hund aus diesem Zustand heraus zu holen. Also den Hund in das Auto bugsiert und schnell zum Tierarzt, doch bevor wir diesen erreicht hatten, war der Anfall vorbei. Der Hund verhielt sich wieder völlig normal und eine Ursache konnte nicht ermittelt werden. Mit der Symptombeschreibung konnte unser Tierarzt nichts anfangen. Justus wurde temporär auf Schonkost gesetzt.

Als unser GSS ein Jahr alt wurde, entwickelte er erneut solche „Anfälle“. Ich begann mich damit zu befassen, da die Anfälle jetzt häufig auftraten, in ihrer Länge zunahmen und je nach Fleischzusammensetzung und Kalziumlieferant variierten. In diversen Foren, Facebook- Gruppen und auch durch persönliche Nachfrage bei Züchtern dieser Rasse musste ich feststellen, dass es unzählige Hunde mit dieser Symptomatik gibt. Rassen wie Boxer und Deutscher Schäferhund zeigen ebenfalls vermehrt diese Symptome.

Von einfachen Mitteln wie Gras fressen lassen oder der Zugabe von Heilerde bei der Fütterung bis zu wahrhaftigen und nicht selten kostspieligen Odysseen in Tierkliniken oder bei Tierärzten war die Bandbreite an Schilderungen und Erfahrungen betroffener Halter sehr groß und breit gefächert. Auffällig bei dieser geschilderten Gesamtproblematik ist jedoch, dass in den seltensten Fällen eine dauerhafte und zufriedenstellende Lösung für Hund und Besitzer gefunden wurde.

Nun, was ist eigentlich ein Licky fit? Ein Licky fit ist ein panischer Leck-/ Schluckanfall. Die Hunde beginnen im Regelfall unmittelbar nach Abschluss oder in engem Zusammenhang mit der Fütterung stehend, mit einer vermehrten Speichelabsonderung. Dabei versucht das betroffene Tier durch Schmatzen unter gleichzeitiger auffälliger Erhöhung des Schluckreflexes, dem Unwohlsein entgegenzuwirken. Hierbei wird, da sich kein Nahrungsbrei mehr in der Maulhöhle befindet, vermehrt eine große Menge Luft in den Magen gepresst. Aufgasungen und ggf. kolikartige Verkrampfungen des Mageneingangs sind die Folge. Je nach Habitus und Alter des Tieres kann es zu einer Torsion des Magens kommen. Die betroffenen Tiere sind extrem gestresst, werden enorm unruhig und sind je nach Intensität des Anfalls nur bedingt ansprechbar und von ihrem Vorhaben abzuhalten. Sie lecken Gegenstände wie Böden und Wände ab, versuchen irgendetwas zu fressen, um Linderung zu erfahren. Dabei kann es je nach Schmerzempfindlichkeit und Schmerzstärke zu wimmernden, stöhnenden teilweise sogar zu hysterischen hochfrequenten Lautäußerungen in Verbindung mit starken Würgereflexen kommen.

Bei den Würgereflexen kommt es je nach Schwere des Anfalls zum Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre und Maulhöhle. In den genannten Foren berichten Betroffene, dass im Extremfall Gardinen, kleinere Teppiche etc. gefressen werden. Die Anfälle variieren in Länge und Ausprägung. Den medizinischen Aspekten, mit den akuten oder chronischen Auswirkungen auf die in Mitleidenschaft gezogenen Organe, brauche ich in diesem Adressatenkreis sicherlich niemandem erklären. Bei vielen Hunderassen, mit im Verhältnis zur Körpergröße stehenden tiefen und breiten Brustkörben, werden vermehrt Licky fits als Vorboten oder Auslöser der Magendrehung beobachtet.
Die Ursachen sind vielfältig! Von verschiedenen Gastropathien bis zu Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse ist alles als mögliche Ursache zu sehen. Eine große Rolle spielen hierfür als Auslöser Futtermittelunverträglichkeiten, die für diese Erkrankung verantwortlich sein können. Eine chronische Übersäuerung des Magens durch Unverträglichkeiten führt zu einer Verdauungsstörung, deren Ausmaß mir leider sehr bekannt ist.

Der gastroösophageale Reflux muss zwingend veterinärmedizinisch behandelt werden, da eine chronische Ösophagitis das Allgemeinwohl des Hundes schwer beeinträchtigt und mitunter zu Krebserkrankungen führen kann. Eine Zusammenarbeit mit einem kompetenten Tierarzt ist meiner Meinung nach unumgänglich bei Licky fits.

Die Symptomatik als Herausforderung an den behandelnden Tierheilpraktiker. Ein Puzzle muss zusammengesetzt werden, um die Ursache zu finden. Dies stellt mich, wie auch bereits praktizierende Tierheilpraktiker und Tierärzte, immer wieder vor große Herausforderungen. Die Blutwerte waren nicht sonderlich aufschlussreich, was Entzündungszeichen oder einzelne Organstörungen angeht. Im vorliegenden geschilderten Fall zeigte sich jedoch ein erheblicher Mangel an Folsäure und ein erniedrigter Vitamin B12-Wert. Die Umstellung von B.A.R.F auf gekochte Fleischdiät (hier Pferd) mit Gemüse brachte nur wenig Besserung. Deshalb veranlasste ich eine Kotuntersuchung, bei der unter anderem die Anwesenheit von Helicobacter pylori ausgeschlossen wurde. Der Wert der pankreatischen Elastase war ebenfalls erniedrigt, jedoch noch im Toleranzbereich. Im Falle meines Hundes ist von einer chronischen Erkrankung der Bauchspeicheldrüse auszugehen. Eine Beteilung des Dünndarms ist ebenso anzunehmen. Der Magen ist also nicht der Verursacher, sondern er zeigte diffuse Störungen seiner Funktionen, ausgelöst durch Dünndarm und Bauchspeicheldrüse. Auch der Dickdarm zeigt momentan eine Dysbakterie. Da die Symptome periodisch auftreten, ist eine Prognose der Behandlungserfolge zum jetzigen Zeitpunkt schwierig. Mit viel Konsequenz in der Fütterung und ein wenig Glück erholen sich die Organe wieder.

 

Therapieansatz im vorliegenden Fall
Die Zugabe von Enzymen zur Unterstützung der Bauchspeicheldrüse und Folsäure sowie die wöchentliche Gabe von subkutan verabreichtem Vitamin B12 brachten nun deutliche Besserung. Der Hund bekommt seit mehreren Wochen eine selbst zubereitete Diät sowie einen Kräutertee aus Mariendistel, Schafgarbe, Melisse, Anis, Kümmel und Süßholzwurzel. Von der Gabe eines magensäurehemmenden Medikaments ist momentan noch nicht abzusehen, da dies die Aufnahme der Enzymsubstitution positiv unterstützt. Heilmoor ist ebenfalls als äußert förderlich für die Regulation der Darmflora zu betrachten. Derzeit behandle ich den Hund mit zwei Komplexmitteln, die ich abwechselnd subkutan injiziere. Zu einem späteren Zeitpunkt habe ich eine Behandlung mit Autonosoden geplant. Generell sollte ein Hund mit dieser Symptomatik diagnostisch sehr gründlich und umfassend untersucht werden. Diese Untersuchung kann unter anderem umfassen:

  • Blutbilder
  • Kotuntersuchungen auf Parasiten, pankreatische Elastase, Darmflora
  • Ggf. Ultraschalluntersuchungen des Bauchraums, Gastroskopie •
  • Bioresonanzanalyse

Abschließend ist zu erwähnen, dass Licky fits alles andere als harmlos sind. Es sollte bei Auftreten der Symptome gehandelt werden, um schwerwiegende Erkrankungen zu verhindern.  

 

Tierheilpraktikerin
Anja Lörmann
Feldmarkring 223
58640 Iserlohn

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DER KOI IN DER TIERHEILPRAXIS

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Ruth Sander 

 

Für die meisten von uns ist der Koi ein seltener Patient. Eher ungläubig reagierten meine Kolleginnen als ich ihnen erzählt habe, dass fünf kranke Koi für eine gewisse Zeit bei mir einziehen werden.

Der Koibesitzer und ich bauten in meinem Garten ein großes Planschbecken auf, installierten eine Pumpe und gaben dem Wasser Zeit, einen guten Lebensraum für die Fische zu bilden.

Dann zogen die fünf Koikarpfen im Mai 2012 in ihr neues Zuhause ein. Der Besitzer erzählte mir nun ausführlich, was seinen Koi fehlte.

 

Allen gemeinsam war,
dass sie seit ca. Oktober 2011 die Nahrungsaufnahme trotz vielfacher Versuche verweigerten. Für Kaltwasserfische führt das zunächst nicht zum Tode, schwächt die Tiere aber extrem. Wie können die Fische so lange ohne Nahrung überleben? Im Winter sinkt die Wassertemperatur in den Außenteichen stark ab sodass die Fische dementsprechend ihren Stoffwechsel reduzieren. Die Fische sollten in der Futtergabe jedoch nicht auf Null gefahren werden, sondern mit einem speziellen Winterfutter je nach Wasserqualität und Wassertemperatur gefüttert werden.

Ein Koi hatte zudem eine ca. eine Euro große Wunde, die ihm im Herbst ein Fischreiher zugefügt hatte. Die Wunde ist aufgrund des reduzierten Stoffwechsels nicht abgeheilt.

Ein anderer Fisch zeigte an seiner Schwanzflosse einen Parasitenbefall. Bei näherer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich hierbei um eine Karpfenlaus handelte. Die Karpfenlaus ist ca 7-10 mm groß und hält sich mit Klammerhaken und Saugnäpfen an seinen Wirten fest. Die Karpfenlaus ernährt sich von dem Blut des Koi. Seine Bisse sind giftig und können je nach Befall das Tier derart schwächen, dass es stirbt. Zudem kann durch diesen Parasiten die Bauchwassersucht übertragen werden.

Bei der Untersuchung der Kiemen fiel auf, dass alle Fische keine gut durchbluteten Kiemen zeigten, sondern die Kiemen gräulich-braun waren. Sie waren nicht schleimig, sodass ich zunächst nicht von einem Pilzbefall, sondern von schlechten Wasserwerten ausgegangen bin. Diese Vermutung bestärkte sich, als der Besitzer mir erzählte, er stelle im Winter die Pumpe ab, da sie ja sonst zufrieren könne. Die Sauerstoffzufuhr für das Wasser komme durch die Luft und wenn der Teich zufriert, lege er Holz und Stroh an die Oberfläche, um ein Schließen der Eisdecke zu verhindern.

 

Mein erster Behandlungsschritt 
war, den Stoffwechsel der Tiere schnellstmöglich zu aktivieren und gleichzeitig deren Allgemeinzustand zu verbessern. 
Den Stoffwechsel der Koi kann man mit sogenannten Salzbädern schnell und effektiv anschieben. Für meine Patienten kann das in ihrem schlechten Zustand zu einer anstrengenden Behandlung werden, aber eine andere Möglichkeit sah ich nicht. Vorab habe ich den Allgemeinzustand der Fische mit Bioresonanz verbessert. Die Bioresonanztherapie lief die gesamte Behandlungszeit mit.

Das Salzbad bekam jeder einzelne Fisch alle drei Tage. Die Methoden des Salzbades variieren und jeder Koiexperte führt sie etwas anders durch. An dieser Stelle möchte ich die gängigste Vorgehensweise kurz beschreiben.

Man nimmt zwei Behälter, die größer sind als der Koi und füllt den einen mit erwärmten Teichwasser und den anderen mit normalem temperierten Teichwasser. Dann gibt man in den warmen Behälter Salz in einem Verhältnis 20gr. auf einen Liter Wasser hinzu. In diesen Behälter setzt man nun den Koi, wenn möglich 10 Minuten. Sollte der Koi bei der Behandlung auf die Seite kippen und er läßt sich nicht wieder aufrichten, muss man die Behandlung sofort abbrechen und den Koi in das zweite Becken umsetzen. Übersteht der Koi die 10 Minuten, nimmt man ihn aus dem Salzbecken heraus und setzt ihn in das zweite Becken. Zeigt die Behandlung Wirkung, wird man jetzt vermehrte Schleimabsonderungen am Fisch bemerken. Das Salzbad bewirkt neben der Stoffwechselanregung auch eine bessere Durchblutung der Kiemen, sowie ein eventuelles Absterben der Parasiten.

 

Trotz der Behandlung 
begannen die Koi nicht mit der Futteraufnahme. Das ließ den Schluss zu, dass es irgendein Problem im Maulbereich gab. Möglich sind hier z.B. ein Stein im Schlund, zu viele Schlundzähne, die ein Schlucken verhindern, etc. Um den Koi trotz der genannten Probleme das Fressen zu erleichtern, habe ich Toastbrot aufgeweicht und den Brei in einer Spritze aufgezogen. Die Nahrung habe ich dann ins Maul gespritzt und den Fisch dann einige Zeit mit dem Kopf nach oben gehalten. Sobald der Fisch wieder unter Wasser war spuckte er das Futter jedoch aus.

Leider starben drei der fünf Fische. Nach deren Tod habe ich die Fische begutachtet und das Ausmaß der durch Sauerstoffmangel und sonstiger schlechter Wasserwerte zerstörten Kiemen gesehen.

Außerdem sind den Koi ihre Schlundzähne nicht ausreichend ausgefallen. Bei einem Koi fand ich 18 Zähne. Der Gaumen war dadurch angeschwollen und entzündet, sodass ihm ein Schlucken unmöglich war. Den Koibesitzer habe ich während der Behandlungszeit über die richtige Haltung von Koi informiert. Ich habe ihm erklärt wie man Wasserwerte misst, deutet und schlechte Werte verhindern bzw. ausgleichen kann. Anhand der Bilder konnte ich ihm deutlich machen, wie wichtig ein gesunder Lebensraum und eine gute Wasserqualität für Fische ist.

 

Tierheilpraktikerin
Ruth Sander
Lindenstraße 7
48282 Emsdetten

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www.tierheilpraxis-sander.de

 

 

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DER OSTEOPATH UND DER TIERHEILPRAKTIKER

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Anja Lörmann

 

In dieser Ausgabe der Verbandszeitschrift möchte ich einen informativen Überblick über das Berufsbild des Osteopathen abgeben. Möglichkeiten und Schnittstellen der Behandlungen innerhalb des Berufsbildes wie auch in der Zusammenarbeit zwischen dem Tierheilpraktiker und dem Osteopathen sollen aufgezeigt werden.

Beispielhaft für die vielen kompetenten Kolleginnen und Kollegen des Berufszweiges, möchte ich hier eine Kollegin aus dem nördlichen Märkischen Kreis vorstellen, mit der ich in komplexeren, ganzheitlichen Behandlungskonzepten eng abgestimmt erfolgreich zusammenarbeite. Die dabei erzielten Behandlungserfolge und Ergebnisse sind verblüffend – was im positivsten Sinne– dem Wohle des Patienten zugutekommt. In einem interessanten Interview stellt Jacqueline Zumdick sich, ihre Intentionen und das Berufsbild vor.

Die 27-jährige Therapeutin ist gelernte tiermedizinische Fachangestellte, die sich im Jahr 2010 zu einer 3-jährigen Ausbildung als Osteopathin für Pferde und Hunde an der Fachschule für Osteopathie nach Welter -Böller entschied. Einer ihrer Beweggründe liegt bei der passionierten Reiterin in der eigenen Erfahrung mit ihrem damaligen Pferd, welches an einer stark ausgeprägten Lordose litt und nicht mehr reitbar war. Beeindruckt von den Möglichkeiten der Osteopathie wurde der Wunsch selbst aktiv zu helfen, verstärkt.

Im Rahmen einer ganzheitlichen Behandlung, in der komplexere Krankheitsbilder therapiert werden, ist vielfach eine Zusammenarbeit zwischen Tierarzt, Osteopath, Physiotherapeut und Tierheilpraktiker von großem Nutzen.

Dabei sollten durch alle Beteiligten die oft durch Medialisierung geprägten Klischees wie z. B. die eines „Knochenbrechers“ ausgeräumt wie auch eine Verwechslung mit Chiropraktikern vermieden werden.

 

Doch wo liegt die Unterscheidung zwischen Osteopathie und Physiotherapie? 
Die Physiotherapie beschäftigt sich vorrangig mit den Weichteilen und den Maßnahmen zur Rehabilitation, Prophylaxe, während die Osteopathie sich mit Knochen- und Gelenksfunktionen auseinandersetzt. Jedoch kann bei der Osteopathie im Gegensatz zur Physiotherapie nicht präventiv gearbeitet werden, da der Körper ähnlich wie bei der Homöopathie zur Selbstheilung angeregt werden soll.

Dies geschieht durch sanftes Lösen von Blockaden, Lockerung der Faszien und der Muskulatur sowie der Einsatz der viszeralen Osteopathie, bei der Organblockaden beurteilt und behoben werden können.

 

Wo kann die Osteopathie helfen? 
Beispielhaft können beim Pferd Probleme in der Rittigkeit, dem Headshaking, Taktunreinheiten, Fehlgeburten ein Anlass für eine osteopathische Begutachtung sein. Die individuellen Behandlungskonzepte lassen sich auf andere Wirbeltiere wie z. B. den Hund übertragen. Hier kommen häufig Probleme beim Aufstehen und Ablegen, plötzliche Verhaltensauffälligkeiten sowie allgemeine Erkrankungen des Bewegungsapparates in Betracht.

 

Welche Grenzen sind der Osteopathie gesetzt? 
Generell vorerst ausgeschlossen von der osteopathischen Behandlung sind alle schwerwiegenden Erkrankungen, die einer weiteren Diagnostik (CT, MRT, Röntgen) sowie Operationen bedürfen. Auch bei Unfällen sollte Vorsicht geboten sein. Hier entscheidet ein guter Osteopath fallspezifisch und überweist ggf. an ein entsprechendes Fachgebiet.

Ähnlich dem Tierheilpraktiker kann der Osteopath durch erworbene Zusatzqualifikationen sein Behandlungsspektrum erweitern. Hierzu zählen unter anderem das Taping, die Akupunktur, die Faszientherapie, die craniosacrale Therapie und die manuelle Lymphdrainage.

Der Eignung entsprechend können spezielle Arbeitsmaterialien wie Faszienrollen, Akupunkturzubehör und Stäbchen aus Holz oder Messing die hauptsächlich manuelle Therapie ergänzen.

 

Wie kann ich mir die Behandlung vorstellen? 
Ob ein Haus- oder Praxisbesuch notwendig ist, hängt von der jeweiligen Tierart oder dem Therapeuten ab. Zu Beginn erfolgt ein ausführliches Anamnesegespräch, das ergänzt wird durch die exterieure Beurteilung des Tieres und eine Gangbildanalyse. Danach beginnt die eigentliche Behandlung, die ggf. eine erneute Analyse erforderlich machen kann. 
Das Abschlussgespräch zeigt eine mögliche Erforderlichkeit eines Trainingsplans. Die Behandlungsdauer beim Patienten beträgt durchschnittlich eine Stunde.

Wie kann ich mir eine Zusammenarbeit zwischen einem Tierheilpraktiker und einem Osteopathen vorstellen? 
Zuerst sollten die fachlichen Kompetenzen (bspw. Neuraltherapie, viszerale Therapie, Magnetfeldtherapie) hinsichtlich des Behandlungsansatzes geklärt werden. Ein Abgleich der angestrebten Therapiepläne sollte zeitnah abgestimmt erfolgen und ggf. in der Rekonvaleszenz angepasst werden. Erforderliche Vorabtherapien können in enger Zusammenarbeit den Zeitraum der Genesung des Tieres erheblich verkürzen oder optimieren.

Dieser kurze Ausblick soll in den nächsten Ausgaben in Form kleinerer Behandlungsbeispiele erweitert werden. An dieser Stelle möchte ich Frau Jacqueline Zumdick für das Interview noch einmal meinen herzlichen Dank im Namen der Redaktion und des Verbandes aussprechen.

 

Tierheilpraktikerin
Anja Lörmann
Feldmarkring 223
58640 Iserlohn

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FLUTD BEI DER KATZE

Feline Lower Urinary Tract Disease (Harnabsatzstörung bei der Katze)

Auszug aus der Facharbeit unserer ehemaligen Schülerin Corinna Dördelmann

 

Feline Lower Urinary Tract Disease (FLUTD) und Feline Urologic Syndrome (FUS) beschreiben denselben Krankheitskomplex des unteren Harntraktes der Hauskatze.

Der derzeit gängige Begriff ist allerdings FLUTD. Erkrankungen der unteren Harnwege können sehr schmerzhaft für eine Katze sein und wenn es zu einer kompletten Verstopfung der Harnwege kommt, sogar lebensbedrohlich. Daher ist anzuraten, das Verhalten des Tieres immer genau im Auge zu behalten. Typische Symptome sind:

  • Probleme und Schmerzen beim Harnabsetzen, durch Verstopfung mit Steinen oder Entzündungen im Harnröhren- oder Blasenbereich.
  • Daraus resultiert ein häufiges Besuchen der Katzentoilette mit nur wenig oder gar keinem Harnabsatz.
  • Urinieren an anderen Orten als der Katzentoilette, da diese mit Schmerzen in Verbindung gebracht und daher gemieden wird.
  • Klagen während des Harnabsetzens.
  • Blut im Urin.
  • Verhaltensänderungen wie das Entwickeln von Aggressionen oder Apathie, da das Tier unter ständigen Schmerzen leidet.
  • Häufig verkriecht sich die Katze auch und will nicht angefasst werden.

 

Ursachen einer FLUTD 
Es gibt einige unterschiedliche Ursachen für eine Erkrankung der unteren Harnwege. Allerdings ist die häufigste Diagnose idiopathisch, d.h. es konnte keine spezifische Ursache gefunden werden. Daher gehört die feline idiopathische Zystitis (FIC) mit ca. 50-65% (je nach Studie) zu den häufigsten Diagnosen. Diese sollte allerdings nur gestellt werden, wenn zuvor alle anderen Ursachen mittels Urinuntersuchung und bildgebenden Maßnahmen ausgeschlossen werden konnten.

Gibt es einen Befund, kann die Ursache z.B. auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen sein. Harnwegsinfektionen sind bei jungen Katzen eher selten, nehmen aber mit zunehmendem Alter zu.

Auch angeborene Unregelmäßigkeiten der Harnwege, Blasen- oder Harnröhrenkrebs oder Spasmen der Harnröhrenmuskulatur können eine Erkrankung der unteren Harnwege verursachen. Allerdings sind Harnwegsobstruktionen durch Harnsteine, Harngrieß oder Entzündungszellen mit bis zu 40% eine der häufigsten Ursachen. Dabei stellt die Urolithiasis, wie das Vorkommen von Konkretementen im Harn auch genannt wird, mit ca. 15-30% (auch je nach Studie) nach der FIC die zweithäufigste Ursache der FLUTD dar.

Bei der FIC ist die genaue Ursache zwar unbekannt, jedoch wird Stress als ein wichtiger Kofaktor gesehen. Viele Katzen verbringen ihr Leben in einer Wohnung und sind oft nicht ausgelastet. Sie müssen sich ihre Beschäftigung selbst suchen oder schlafen den ganzen Tag und werden träge. Sind die Besitzer viel unterwegs und die Katze(n) oft alleine, kann das zu Stressreaktionen führen. Auch eine Mehrkatzenhaltung in einer Wohnung, in der sich die Tiere nicht aus dem Weg gehen können, kann eine Katze stressen, wenn sich die einzelnen Tiere untereinander nicht gut verstehen.

Wird das zentrale Nervensystem (ZNS) durch einen dieser Faktoren oder einen anderen Faktor wie Lärm, Besuch fremder Personen, Veränderung der Umwelteinflüsse, Wetterumschwung oder Futterumstellung gestresst, werden das Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden- System sowie das sympathische Nervensystem aktiviert, was zur erhöhten Ausschüttung verschiedener Hormone wie z.B. Kortisol, Katecholamine und Neurosteroide sowie anderer Botenstoffe führt. Es konnte gezeigt werden, dass Katzen mit einer idiopathischen FLUTD geringere Mengen an Stresshormonen produzieren und daher Stress nicht ausreichend verarbeiten können. Zudem haben diese Tiere eine verminderte Glykosaminglykanschicht (GAG) des Urothels in der Blase, was zu einem verminderten Schutz der darunter liegenden Nervenendungen und damit zu einer Stimulierung und Aktivierung der C-Fasern (Schmerz-Fasern) führt. Das wiederum führt zur Ausschüttung von Substanz P, bei der es sich um ein Neuropeptid aus elf Aminosäuren handelt, das eine Rolle als Modulator bei Entzündungen spielt. In der Blase entstehen nun eine erhöhte Permeabilität und eine vermehrte Ausschüttung lokaler Entzündungsprodukte. Die Folge davon sind Punktblutungen in der Mukosa, Proteinausschüttung in den Harn und Schmerzen.

Die Ursache der idiopathischen FLUTD ist zwar noch nicht ganz geklärt, man vermutet jedoch, dass eine genetische Prädisposition oder eine Veränderung innerhalb des Uterus während der Fetalphase bzw. eine Kombination aus beidem eine Rolle spielen könnte. Oft geht sie jedoch mit anderen Krankheiten wie Adipositas und hypertrophe Kardiomyopathie einher.

Bei der zweithäufigsten Ursache, der Urolithiasis, handelt es sich um das Vorkommen von Konkretementen in den harnbereitenden oder harnableitenden Wegen in Form von Nierensteinen, Harnleitersteinen, Blasensteinen. Sie kommt bei weiblichen und männlichen Tieren vor, aufgrund der engeren Harnröhre jedoch häufiger bei Katern. Struvit und Kalziumoxalat- Steine stellen die häufigste Form der Steine bzw. Kristalle dar, wobei die Ernährung der Katze bei der Entstehung eine große Rolle zu spielen scheint. Allerdings ist die Tendenz der Entstehung von Struvit eher rückläufig, was evtl. darauf zurückzuführen ist, dass mittlerweile die ernährungsbedingten Ursachen für die Struvit-Bildung bekannt sind, die Katzenfutterhersteller besser auf die Zusammensetzung ihres Futters achten und immer mehr Katzenbesitzer auf eine artgerechte Ernährung ihrer Tiere Wert legen.

Viele Katzen werden ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert, das häufig zu einem großen Anteil aus Getreide besteht (bis zu 80%). Die restlichen Zutaten sind meist minderwertige Eiweiße aus Tiernebenerzeugnissen und chemische Zusatzstoffe wie Kalzium, Magnesium und Phosphat. Da die Katze ein reiner Fleischfresser ist, sollte die Nahrung jedoch zu ca. 95% aus Fleisch und damit hochwertigen tierischen Eiweißen bestehen, weil diese besser verstoffwechselt werden können. Da der Darm von Karnivoren kurz ist, ist er nicht in der Lage, Kohlenhydrate (Hauptbestandteil von Getreide) adäquat aufzuspalten und zu verarbeiten. Das alles hat eine pH-Wert-Verschiebung im Urin in den alkalischen Bereich zur Folge, was als Grundlage zur Bildung von Struvitsteinen gesehen werden kann. Hinzu kommt, dass Katzen Wüstentiere sind und dazu neigen, zu wenig zu trinken. Solange sie sich von Fleisch (am besten Frischfleisch) ernähren, ist das kaum ein Problem, da dies ausreichend Flüssigkeit enthält. Bei einer Ernährung mit Trockenfutter kann es jedoch zu einer Unterversorgung mit Flüssigkeit kommen. Um diesen Flüssigkeitsverlust auszugleichen, wird dem Harn Flüssigkeit entzogen und im langen Tubulussystem der Katze stark aufkonzentriert. Das hat zur Folge, dass die Katze weniger Harn absetzt, dieser aber stark alkalisch ist und eine hohe Salzkonzentration aufweist.

Der pH-Wert des Urins spielt eine wichtige Rolle bei der Ausfällung der schwer löslichen Phosphate und bestimmt die Bildung von freien Phosphat-Ionen. Je höher der pH-Wert, desto mehr Wasserstoff-Ionen werden von den Phosphat-Anionen abgespalten und es steht freies Phosphat (PO43-) zur Struvit-Kristallbildung zur Verfügung.

Kalziumoxalatsteine gewinnen seit den 1980ern immer mehr an Bedeutung, obwohl sie zuvor eher eine Rarität waren und Struvit die häufigste Form der Harnsteine bildete. Die Zunahme des Auftretens von Oxalatsteinen geht einher mit der Veränderung der Futterzusammensetzung zur Ansäuerung des Harns, um Struvitsteine zu verhindern. Es konnte gezeigt werden, dass eine geringe Natrium-, Kalium-, Proteinund Feuchtigkeitszufuhr das Risiko der Entstehung von Kalziumoxalatsteinen fördert. Generell begünstigt eine hohe Proteinzufuhr jedoch eine Azidose (zu niedriger pH-Wert im Blut), was zur Hyperkalziurie (vermehrte Ausscheidung von Kalzium über den Harn) und Hypozitraturie (zu geringe Ausscheidung von Zitrat über den Harn) führen kann und damit das Risiko der Entstehung von Kalziumoxalatsteinen steigert. Zudem konnte gezeigt werden, dass eine Unterversorgung mit Magnesium mit einem erhöhten Risiko für die Kalziumoxalatsteinentstehung und eine Überversorgung mit einem erhöhten Risiko für Struvitsteine verbunden ist. Es sollte also eine Normalversorgung mit Magnesium gewährleistet sein. Dies gilt ebenso für Phosphat, welches intestinal Kalzium bindet. Bei einer zu hohen Phosphatzufuhr ist daher nicht mehr genug freies Kalzium vorhanden, um das mit der Nahrung aufgenommene Oxalat zu binden. Es kann zu einer Hyperoxalurie (vermehrte Ausscheidung von Oxalsäure über den Harn) kommen, welche ein Risiko für die Entstehung von Kalziumoxalatsteinen darstellt.

Durch harnansäuernde Nahrung wird vermindert Zitrat über den Harn ausgeschieden. Im Harn ist Zitrat jedoch der stärkste Inhibitor für die Kristallisation von Kalziumoxalat, das sich mit freiem Kalzium zu einem löslichen Komplex verbindet. Im sauren pH ist die Bindungskapazität des Zitrats für Kalzium jedoch sehr gering, weswegen der Harn-pH-Wert einen Wert von 6,5–6,8 nicht unterschreiten sollte. Bei einem anhaltenden höheren pH-Wert kann es zur Phosphatsteinentstehung kommen.

Die Entstehung von Kalziumoxalatsteinen ist ein sehr komplexer Vorgang, bei dem die Wasseraufnahme eine wichtige Rolle spielt. Aber auch hochmolekulare Stoffe wie Glykosaminoglykane, Tamm-Horsefall-Proteine, Nephrokalzin, Uropontin u.a. können die Bildung inhibieren, aber auch provozieren.

 

Therapie bei FLUTD 
Da die FLUTD unterschiedliche Ursachen hat, kann und sollte auch die Therapie je nach Ursache variieren. Der Tierarzt wird die Symptome schulmedizinisch behandeln. Ist bereits eine durch Steine oder Kristalle entstandene Obstruktion vorhanden, kann diese von einem Tierarzt durch Katheterisierung aufgehoben werden. Ist die Katze in einem guten Allgemeinzustand, wird dieser Eingriff unter einer leichten Sedation durchgeführt. Der Katheter wird in Höhe des Blasenhalses positioniert, sodass ein ungehinderter Urinabfluss gewährleistet wird. Harnröhre und Blase werden durch den Katheter mehrmals mit steriler physiologischer Kochsalzlösung gespült, um Kristalle und Zellbestandteile zu entfernen. Dadurch soll ein sofortiges erneutes Verstopfen der Harnröhre verhindert werden.

In einigen Fällen sollte der Katheter für ein paar Tage verbleiben – vor allem, wenn der Urin unter Sedation nicht in einem normal großen Strahl aus der Blase gedrückt werden kann, wenn so viel Grieß in der Harnblase vorhanden ist, dass er durch die Spülung nicht komplett entfernt werden, kann oder wenn sich die Katze in einem lebensgefährlichen Zustand befindet und der Harnabsatz kontrolliert werden muss.

Da es nach der Entfernung der Obstruktion oft zu einer vermehrten Harnproduktion kommt und Katzen oft zu wenig trinken, kann eine intravenöse NaCl-Infusion angelegt werden, um einer Austrocknung vorzubeugen. Dies dient auch dazu, die Hyperkaliämie, Azotämie und Azidose, die durch die Obstruktion entstanden sind, wieder aufzuheben.

Um einer Sekundärinfektion durch die Katheterisierung vorzubeugen, werden schulmedizinisch oft noch Antibiotika als weitere Maßnahme gegeben sowie Schmerzmittel. Harnröhrenkrämpfe, die auch noch nach dem Entfernen des Katheters auftreten können, werden mit Spasmolytika behandelt.

Um einem rezidivierendem Verlauf der Urolithiasis vorzubeugen, sollten evtl. Veränderungen der Haltungsbedingungen und diätische Modifikationen vorgenommen werden. Tierärzte verordnen daher oft ein Diätfuttermittel, das den Urin-pH-Wert senkt, sollte es sich um Struvitsteine handeln. Die Katze soll viel trinken und am besten Nass- und kein Trockenfutter zu sich nehmen, da eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme die Bildung von Steinen begünstigt.

Wird die FLUTD nicht durch eine Urolithiasis verursacht, sondern ist idiopathisch (FIC), kann ein Tierarzt nicht viel ausrichten, da die Ursache nicht eindeutig ist und oft Stress der Auslöser ist. In diesem Fall wird häufig lediglich ein Schmerzmittel gegeben, damit die Katze beim Urinabsetzen keine Schmerzen hat und sich entspannt. Dadurch kann die Katze meist wieder ungehindert Harn absetzen. Oft wird vorsorglich auch noch ein Antibiotikum gespritzt, falls es sich doch um eine bakterielle Infektion handelt.  

Bei einer Zystitis, also einer Blasenentzündung, geht der Tierarzt eigentlich genauso vor wie bei FIC. Die Katze bekommt ein Antibiotikum gespritzt und muss für eine Woche Schmerzmittel nehmen, damit sie sich beim Harnabsetzen entspannen kann. Sind die Symptome nach einer Woche nicht verschwunden, wird die Antibiotikagabe wiederholt.

Konnte festgestellt werden, dass Neoplasien oder andere anatomische Defekte die Ursache für die FLUTD sind, muss die Katze operiert werden, um die Blockade zu entfernen.

Aber auch uns THPs stehen unterschiedliche Methoden, wie die Homöopathie, die Phyto- oder Mykotherapie, Akupunktur, Bioresonanztherapie und einiges mehr zur Verfügung. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass wir als THP dem Tier nicht immer helfen können, wie z.B. bei einer vollständigen Obstruktion der Harnröhre. Da es dabei zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen kann, sollte das Tier schnellstmöglich durch einen Tierarzt behandelt werden, der die Fremdkörper beseitigen oder im schlimmsten Fall den Penis bei einem Kater entfernen kann.

Bei der Homöopathie muss das Mittel individuell auf die Symptome abgestimmt werden. Da es verschiedene Ursachen für eine FLUTD gibt, gibt es nicht das eine Mittel, das die Katze heilt, sondern es muss eine ausführliche Anamnese erstellt werden, um die Ursache herauszufinden und die Behandlung darauf abzustimmen. Auch Bachblüten können unterstützend besonders bei stressinduzierter FIC eingesetzt werden.

Unabhängig von der Art der Steine können auch chinesische Kräuter bei einer Urolithiasis eingesetzt werden, da sie lediglich pH-normalisierend wirken. Bärentrauben- oder Cranberrytee können z.B. bei einer Blasenentzündung angewendet werden. Beide wirken entzündungshemmend, stärken die Blasenwand und können auch prophylaktisch eingesetzt werden. Sollte die Katze den Tee nicht zu sich nehmen, gibt es Bärentraube und Cranberry auch in Tablettenform oder Tropfen sowie Nahrungsergänzungsmittel. Da muss man einfach ausprobieren, was der Katze am besten zu verabreichen ist.

Auch Vitalpilze können zur Therapie herangezogen werden. Sie enthalten viele Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Ballaststoffe, essenzielle Aminosäuren, aber auch pharmakologisch wirksame Stoffe und können so bei zahlreichen Erkrankungen eingesetzt werden.

Uns stehen natürlich noch zahlreiche weitere Therapieverfahren zur Verfügung, die parallel zu den bereits genannten oder auch einzeln angewendet werden können. Dazu gehört u.a. die Akupunktur, die schmerzstillend und krampflösend eingesetzt werden kann und auch das Immunsystem anregt. Um diese Methode anwenden zu können, ist allerdings eine spezielle Schulung notwendig. Es sollte auf keinen Fall von Laien vorgenommen werden.

Handelt es sich bei der Ursache um eine Urolithiasis und bei der Art der Steine/Kristalle um Struvit, kann der Harn angesäuert werden, um die Steine aufzulösen. Bei Oxalatsteinen hingegen ist der Harn zu sauer, um die Steine aufzulösen. In dem Fall kann Vitamin B6 gegeben werden, das zum Abbau von Oxalat benötigt wird.

Es kann auch eine Therapie mit Horvi-Enzym Psy 4 durchgeführt werden. Bei der Horvi-Therapie werden Präparate aus Giften von Schlangen, Spinnen, Skorpionen, Kröten und Salamandern eingesetzt, die Stoffwechselvorgänge beeinflussen und steuern.

Leider konnte ich keine näheren Angaben zur Wirkungsweise dieses Enzyms finden, sondern lediglich, dass es bei Harnabsatzstörungen eingesetzt werden kann.

Da Magen-Darm und der Harnapparat stark zusammenhängen, können zur Stärkung des Darmmilieus auch effektive Mikroorganismen eingesetzt werden. Das Darmmilieu, die Futterverwertung und somit die Verdauung werden positiv beeinflusst. Ein gesundes Darmmilieu bedingt eine starke Darmschleimhaut zum Schutz vor Erregern und Giften und verhindert gleichzeitig den übermäßigen Befall mit Darmparasiten.

Handelt es sich bei der Diagnose um FIC, die aus Stress resultiert, sollte auch dringend in Erwägung gezogen werden, die Ursache für den Stress wenn möglich zu beseitigen. Es sollten z.B. ausreichend Katzentoiletten vorhanden sein, d.h. die Anzahl der Katzen im Haushalt plus eins. Die Katze sollte genug Beschäftigung haben; es sollte ein Kratzbaum (oder mehrere) vorhanden sein, wenn möglich ein Catwalk, Möglichkeiten zum Verstecken und Toben, ein Fummelbrett, … Wenn es sich um eine Wohnungskatze handelt, sollte man sich ausreichend mit ihr beschäftigen und spielen. In einem Mehrfachkatzenhaushalt, in dem sich die Katzen untereinander nicht verstehen, kann auch ein Katzenpsychologe hinzugezogen werden, der wertvolle Tipps zur Verbesserung der Lebensumstände der Katze geben kann.

 

Tierheilpraktikerin 
Corinna Dördelmann
Wilstedter Weg 49a
22851 Norderstedt

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www.fell-im-einklang.de 

 

 

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DER RICHTIGE OSTEOPATH

Wie erkenne ich den richtigen Osteopathen für mein Pferd?

Artikel unserer ehemaligen Schülerin Jacqueline Hawighorst

 

„Alles Leben ist Bewegung. Dort wo Bewegung gestört ist, beginnt Krankheit.“ Andrew Taylor Still

Der Gesundheit im Allgemeinen liegt ein funktionelles Zusammenspiel von Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern, Organen und Gefäßen bis hin zu jeder einzelnen Zelle zugrunde. Jedes dieser Gewebe oder Strukturen hat eine Eigenbewegung, z. B. in Form eines Gelenkspiels oder der Beweglichkeit der Faszien. Kommt es zu einer Funktionsstörung eines einzelnen Teils dieses Systems, führt diese zu einer Beeinflussung des gesamten Körpers, da alle Strukturen des Körpers über Bindegewebe miteinander verbunden sind.

Anhand dieses sogenannten Fasziengewebes können sich Funktionsstörungen im gesamten Körper ausbreiten. Auch an entfernt gelegenen Körperteilen kann es zu weiteren Symptomen kommen. Sind die Kompensationsmechanismen eines Organismus erschöpft, kann dies dann zu strukturellen Veränderungen und Krankheit führen.

Beim Pferd bietet die Osteopathie gute Chancen, die Beweglichkeit wieder völlig herzustellen, die Selbstheilungskräfte anzuregen und die Eigenbewegung der Organe zu verbessern. Dabei ist sie immer aber auch nur so gut wie der Therapeut, der sie anwendet.

Mit einem Bewertungskatalog möchte ich hier Pferdebesitzern helfen, den für sie richtigen Osteopathen zu finden, ohne Lehrgeld zu bezahlen.

Ganz wichtig ist zunächst, kritisch zu hinterfragen, welche Ausbildung der Osteopath der Wahl absolviert hat: Gibt es eine fundierte, professionelle Ausbildung mit regelmäßiger Fortbildung bei den zertifizierten, renommierten Instituten oder wird lediglich angedeutet „osteopathische Techniken“ anzuwenden, was letztlich im Bereich Scharlatanerie anzusiedeln ist und beim Pferd während der Behandlung durchaus tiefgreifenden Schaden anrichten kann – bis zur Bewegungsunfähigkeit oder Euthanasie.

Des Weiteren ist ein konstruktives Kompetenz-Kriterium die berechtigte Frage nach Erfahrung und ggf. Referenzen, die der osteopathische Behandler besitzt. Ein seriöser Osteopath kann klar benennen, in welchen Fällen er schon erfolgreich helfen konnte. Hier zeigt sich auch meist deutlich, dass Beruf echte Berufung ist.

Ein glaubwürdiger Behandler informiert ebenfalls transparent über entstehende Behandlungskosten.

Ganz klar vermeiden sollte man im Interesse des eigenen Tieres – auch gerade bei verletzungsanfälligen Pferden – eine Behandlung bei einem Osteopathen in Ausbildung ohne Anwesenheit des Ausbilders. Das nämlich kann nicht einschätzbare Risiken und Verletzungen zur Folge haben. Einige Stunden praktischer Übung reichen nicht aus, um wirkliche Behandlungssicherheit zu erlangen – die profunde und praktische Erfahrung macht’s! Vorsicht kommt unbedingt vor „das Nachsehen“ haben.

Verantwortungsbewusste Ausbilder lehren überdies erst die Kontraindikationen, bevor es ans lebende Objekt geht – unter Berücksichtigung von Alter, Lebenssituation und Befindlichkeit des Patienten – und schulen umfänglich in Theorie, Anatomie, Diagnose und Therapie.

Auch zeichnet sich ein guter Osteopath durch intensive Beschäftigung mit dem Pferd aus – denn schließlich will er möglichst viel über seinen Patienten und dessen Vorgeschichte wissen – die er ja im wahrsten Sinne des Wortes „begreift“ – denn seine Grifftechnik ist das Entscheidende, um mit der Behandlung heilsame Resultate zu erzielen.

  1. h.: Ein Osteopath mit regem Interesse am Tier und Fragen nach dessen Gesundheitssituation meint es mit Sicherheit ernst und gut und nimmt sich in aller Ruhe Zeit. Jedes Pferd ist zudem anders – jeder Patient hat seine höchst individuelle Vorgeschichte, die es zu verstehen gilt. Hier ist neben profunder physiologischer Kenntnis des Behandlers auch das „Feeling“ richtungweisend, denn nicht jedes Pferd darf und kann auf die gleiche Weise behandelt werden.

Bei gegebenen Vorschädigungen ist es durchaus sinnvoll und auch notwendig, sofern keine aktuellen Ergebnisse vorliegen, sonographische oder röntgenologische Voruntersuchung anzuordnen – um den Zustand des Pferdes richtig einzuschätzen.

Der Osteopath schaut sich das Pferd in seiner Gesamtheit an und behandelt, wenn möglich, zuerst die Ursachen, geht achtsam auf diese ein. Auf viele Sekundärfolgen wird so positiv eingewirkt; spontan wird dadurch oft die richtige Funktion von selbst ausgelöst.

Weniger ist mehr: Sanfter Umgang, schonungsvolle Eingriffe sind wesentlich – keine ruckartigen, manuellen Angriffe mit Fixierungen, schnellem, kraftvollem Reißen – das nehmen nicht nur die Gelenke mehr als übel... Keineswegs sollten dem Pferd durch grobe Manipulationen neue Stellung und Haltungen aufgezwungen werden. Verschlechterungen statt Verbesserungen sind die Folge.

Jeder engagierte Osteopath wird zudem immer mit viel Geduld und Empathie für Fragen nach einer Behandlung gesprächsbereit zur Verfügung stehen und mit hoher Motivation an einer nachhaltigen, ganzheitlichen Optimierung des Befindens arbeiten. Ein guter Therapeut erklärt genau, was er tut.

Sollte nach einer Behandlung eine langanhaltende Schmerzhaftigkeit auftreten, bedarf es umgehend zügiger Ursachenklärung: Ist diese Schmerzhaftigkeit eine regulative Folge der osteopathischen Behandlung – ähnlich der Erstverschlimmerung nach homöopathischer Therapie – oder ist es tatsächlich zu einer bleibenden Verschlechterung gekommen, die dann leider sehr schnell kostenexzessive Folgebehandlungen und höchste Betreuungsintensität nach sich zöge – sowohl schulmedizinisch als auch mit dem vollen Programm u.a. alternativer Therapieoptionen aus u.a. APM, Akupunktur, Reiki, Phytotherapie und Homöopathie sowie empfehlenswerten Nahrungsergänzungsmitteln oder als letztes Mittel: schlimmstenfalls Euthanasie.

 

Gesunderhaltung und Regeneration stehen also immer im Vordergrund. 
Lehrbuchmeinung wirklich professioneller Institutionen beschreiben therapeutisch wirksame Osteopathie wie folgt: Wie sieht eine osteopathische Behandlung aus? (Zitat: Deutsches Institut für Pferdeosteopathie; mit freundlicher Unterstützung der DIPO zur Verfügung gestellt): „Jede Blockade eines Gelenks oder steife Muskulatur verursacht Bewegungseinschränkungen, die zu Lahmheiten, Taktunreinheiten, Hahnentritt und/ oder Unfähigkeit von Biegung und Stellung führen können. Das Ziel jeder osteopathischen Behandlung ist deswegen immer ein Mobilitätsgewinn, das heißt ein Wiedererlangen der natürlichen Bewegung. Jede Behandlung beginnt daher zunächst damit, dass sich der Therapeut einen Eindruck von der Beweglichkeit des Pferdes macht, durch Beobachten und Ertasten. Nicht die Form eines Gelenks hat sein Augenmerk, sondern dessen Mobilität. Nach der gründlichen Bestandsaufnahme entscheidet der Therapeut, welche Techniken er anwendet bzw. welche Strukturen er manipuliert.

Manipulation bedeutet in der Osteopathie die Wiederherstellung der Beweglichkeit von Gelenken mit Hilfe der Hand. Sie erfordert ein hohes Maß an Sensibilität sowie genaue Kenntnisse der Anatomie und Funktion des Körpers. Allein durch seine Hände löst der DIPO- Pferdeosteotherapeut Blockaden. Dieses Lösen wird als Impuls verstanden, eine Initialzündung, die dem Körper hilft, seine Selbstheilungskräfte in Gang zu bringen.

Die Vorstellung, der Osteopath bzw. DIPO-Pferdeosteotherapeut „renke“ etwas ein oder aus, ist falsch. Es findet keine Einrenkung oder Verschiebung eines Wirbels oder eines Gelenks statt. Es geht allein darum, fest sitzende Strukturen zu lösen.“

Aus dem Lehrskript zur Ausbildung zum energetischen Pferdeosteopathen nach Salomon (EPOS): „… Bei einer indirekten Korrektur einer blockierten Bewegung versuchen wir nicht weiter zu dehnen, sondern gehen zurück in die Richtung der besseren Beweglichkeit. Hier halten wir und warten auf Gewebeentspannung, verstärken noch etwas in die freie Richtung und gehen erst dann wieder zurück in die blockierte Bewegung. Indirekte Korrekturen sind zu bevorzugen, da sie schonender für den Patienten sind und oft eine bessere Wirkung erzielen…“ Und weiter: „Mobilisierung einzelner Knochen: Alle Manipulationen sind so sanft, dass der Zuschauer kaum eine Bewegung der Hände wahrnimmt.“

Auffallend ist, dass alle etablierten Institutionen für Pferdeosteopathie ein sanftes Handling, vor allen an den Beingelenken, strengstens lehren und beachten. Höchstes Ziel therapeutischer Hilfe für das Pferd ist stets: Die Lebensqualität & Beweglichkeit des Pferdes maximal zu sichern und zu erhalten. Dabei ist die Osteopathie eine der vielversprechendsten, effektivsten, schonungsvollsten Therapieoptionen, die sich überhaupt bietet.

Ein achtsamer Osteopath beschäftigt sich zur sorgfältigen Befunderhebung intensiv mit Ross & Reiter. Mithilfe seiner Hände und seines umfassenden Wissens von Anatomie, Physiologie und Pathologie kann er den individuellen Ursprung der Störung erfassen und mittels osteopathischer Techniken ins Gleichgewicht bringen.

Kenntnisreich identifiziert er zwar muskuläre Probleme des Pferdes – aber erst beim Bewegungsablauf wird deutlich, welche Gelenke blockiert sind. Nur so können durch zielgerichtete Justierung diese Strukturen wieder ihre gewohnte Festigkeit/Beweglichkeit erlangen. Je frischer eine Blockade ist, desto schneller können via Osteopathie die Bewegung des Pferdes normalisiert und die Muskulatur positiv beeinflusst werden.

Umso wichtiger ist es, Funktionsstörungen frühzeitig aufzuspüren, um dem Körper einen Impuls zur Regeneration anzubieten und um die Selbstheilungskräfte – auch Regulationsmechanismen genannt – des Körpers osteopathisch anzuregen.

Auch die Reit- oder Ausbildungsausrüstung sowie Reitverhalten und Haltung des Pferdes sollten in der Anamnese geprüft werden. Durchaus können auch nierenkranke Pferde lahmen, das Tier kann unter Magengeschwüren leiden und deshalb steif sein oder ein bockendes Pferd kann Bauchschmerzen haben.

Niemals darf ein Pferd für Untersuchungszwecke sediert werden. Die richtige Diagnose wird somit unmöglich, das Pferd reagiert so mit gefährlicher Gleichgültigkeit, wobei schlimmstenfalls arthrotische Gelenke oder kranke Knochen mobilisiert werden können, was zu noch stärkeren Schmerzen führt. Die positive Rückmeldung des Tieres ist ganz wesentlich – sowie manchmal auch seine aktive Mitarbeit. Abwehrbewegungen hingegen sind ein ganz wesentliches Indiz für den Osteopathen und dürfen keinesfalls ignoriert werden.

Übrigens: Es kann passieren, dass sich Ihr Pferd gegen die Behandlung wehrt. In den Händen eines guten Therapeuten wird es aber schnell entspannen.

Nach einer osteopathischen Behandlung muss sich Ihr Tier erst wieder an die neue Bewegungsqualität und an das verbesserte Körpergefühl gewöhnen. Manche Pferde haben auch einfach Muskelkater. Schonung und gemütliche Spaziergänge sind daher anzuraten.

Es ist vorrangig wichtig, die schwarzen Schafe der Branche, die erheblichen Schaden anrichten können, durch gründliche Absicherung (Überprüfung der Qualifikation, ausgiebige Gespräche) im Vorfeld einer Behandlung auszusondieren.

Wer unter den sehr vielen, bestens ausgebildeten und feinfühligen osteopathischen TherapeutInnen seinen Osteopathen der Wahl gefunden hat, kann sich über einen Sechser im Lotto freuen – und über einen „Glücksgriff“ für das eigene Pferd.

 

Ihnen wünsche ich ein gesundes, bewegungsfrohes Pferd – Ihrem Tier ein langes Leben und nur die besten Therapeuten.  

Tierheilpraktikerin, Hundetrainerin, Ernährungsberaterin und Huforthopädin
Jacqueline Hawighorst
Niermeyersweg 47
49479 Ibbenbüren

 

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ZECKEN BEIM HUND

"Zecken beim Hund"
Leben - Verbreitung - Krankheiten - Prophlaxe - Wie schütze ich meinen Hund?

Auszug aus der Facharbeit von unserer ehemaligen Schülerin Petra Kollerer

 

Zecken beim Hund – alle Jahre wieder ein leidiges Thema für Frauchen und Herrchen und erst recht für den Vierbeiner. Irgendwie scheinen unsere vierbeinigen Freunde auf Zecken eine geradezu magnetische Wirkung auszuüben. Das ist lästig und leider auch nicht ungefährlich. Durch ihre Neugier und ihren Bewegungsdrang begeben sich Hunde täglich ins Zeckenterrain. Brav auf den befestigten Wegen bleiben, kommt für unsere vierbeinigen Freunde überhaupt nicht in Frage. Viel zu viel gibt es draußen zu entdecken, zu schnüffeln und zu jagen. So kommt es, dass der unbekümmerte Spaß in der freien Natur mitunter ganz schön getrübt werden kann. Immer wieder aufs Neue sind Hundehalter also gefordert, sich Gedanken zu machen, wie sie ihren treuen Freund gegen Zecken schützen können. Früher reichte es meist aus, seinen vierbeinigen Freund von Frühjahr bis Spätherbst gegen die Zecken zu schützen. Unterdessen sie die Zecken aber fast das ganze Jahr über aktiv. Dies wird auf den Klimawandel, die Globalisierung und den weltweiten Reiseverkehr zurückgeführt, so dass im Prinzip das ganze Jahr über eine Zeckenprophylaxe zu empfehlen ist. Mit meiner Facharbeit möchte ich aufzeigen, welche Probleme die “Chemiekeule“ für den Hund birgt, welche Gefahren ein Zeckenstich überhaupt für meinen Hund darstellt und was ich tun kann, wenn mein Hund schon befallen ist. Auch möchte ich aufzeigen, wie das Leben der unterschiedlichen Zeckenarten aussieht, welche Krankheiten sie übertragen. Doch zunächst einmal möchte ich die Möglichkeiten darlegen, die Hundehalter haben, ihren treuen Gefährten auch ohne chemische Gifte vor Zecken zu schützen. Welche Mittel hält die Natur bereit, um den Hund vor Zecken zu bewahren? Wie kann ich sie mir zunutze machen? Welche Optionen halten Homöopathie, Phytotherapie, etc. parat, um meinen Hund besser gegen die Plagegeister zu schützen? Welche Möglichkeiten habe ich über die Ernährung, Einfluss auf den Zeckenbefall meines Hundes zu nehmen?

 

Die Gestaltung des Gartens
Zecken sind ein Teil der Natur und können – trotz einiger natürlicher Feinde (Pilzarten, Fadenwürmer, Vögel, Wespen) - in freier Natur nur schwer bekämpft werden. Durch eine bewusste Gestaltung seines Gartens, kann man aber versuchen, die Anzahl der dort lebenden Zecken zu reduzieren. Ziel dieser Strategie ist es, den Garten derart zu gestalten, dass er den Zecken keine günstigen Lebensbedingungen mehr bietet. Hier können die unterschiedlichsten Maßnahmen ergriffen werden:

  • Das Entfernen von stark Schatten spendenden Bäumen ist zu erwägen, um Feuchtrefugien zu beseitigen und Sonnenlicht und Luftbewegung in bodennahen Bereichen zu gewährleisten.
  • Gebüsche sollten ganz oder zumindest im Bodenbereich stark gelichtet werden, um es den Zecken nicht zu lauschig zu machen.
  • Bodendecker (z.B. Efeu) sollte komplett entfernt werden, um das Klima für Zecken zu verschärfen.
  • Unterholz und Gestrüpp sollte entfernt werden, da es Mäusen und Igeln Unterschlupf bietet, die als potentielle Wirte der Zecken in Frage kommen.
  • Laub sollte entfernt werden, weil dies ebenfalls ein Versteck für Mäuse und Igel bietet. Darüber hinaus fühlen sich aber auch Zecken als solches sehr wohl darin, da es meist relativ warm und feucht ist.
  • Küchenabfälle sollten besser über die Biotonne entsorgt werden. Sollten sie über einen Komposthaufen entsorgt werden, sollte dieser abgedeckt werden können, da er sonst diverse Wirte der Zecken anlockt.
  • Der Rasen sollte oft geschnitten und kurzgehalten werden, damit er Nagern keinen Schutz bietet. Nager fühlen sich auf kurzgeschnittenen Rasenflächen nicht wohl. Außerdem kann die Rasenfläche so immer schön abtrocknen und bietet kein dauerhaft feucht-warmes Klima, in dem sich die Zecken pudelwohl fühlen. Die Zecken werden leicht über eine Reihe von tierischen Wirten in die heimischen Gärten eingeschleppt. Daher wäre es sinnvoll, diese Zeitgenossen, die den Zecken als Wirt dienen, schonend davon abzuhalten, in unsere Gärten einzudringen und Unterschlupf zu finden.
  • Entlang des Gartenzauns könnte ein enger Maschendrahtzaun angebracht werden. Dieser sollte mindestens 10 cm in die Erde reichen. So wird die Zuwanderung von Igeln, Mäusen, Kaninchen etc. behindert, die als potentieller Zeckenwirt gelten.
  • Sinnvoll kann auch das Einlassen von leeren Glasflaschen sein, die man kopfüber mit dem Flaschenhals in den Boden steckt wobei der Flaschenbauch noch herausragt, so dass Luftbewegung und der Wind leichte - für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbare - Geräusche erzeugen, die die Tiere davon abhalten, in den Garten einzudringen.
  • Vögel sollten von Frühjahr bis zum Beginn des Winters nicht gefüttert werden, weil die Futterreste auch Mäuse anlocken, die die Zecken einschleppen können. Die Vögel, die so oder so unseren Garten aufsuchen, bringen schon genug Zeckenlarven und Zeckennymphen in den Garten ein.
  • Da Ameisen als Fressfeinde der Zecken gelten, sollten sie im Garten nicht bekämpft werden.
  • Brennholzstapel sollten vom Haus entfernt aufgerichtet werden, da diese etwaigen Zeckenwirten Unterschlupf bieten.

 

Die Gestaltung des Spaziergangs in der freien Natur
Wie eingangs erwähnt, lässt es sich kaum verhindern, dass unser Hund beim Spazierengehen in Bereiche gelangt, die von Zecken besiedelt sind. Hundebesitzer können aber Einfluss auf die Ausflugsziele nehmen. So können sie beispielsweise Regionen wie Moore nur im Winter besuchen, denn das feucht-warme Klima begünstigt hier eine hohe Zeckenpopulation. Wenn es sich vermeiden lässt, sollten auch Wiesen mit hohem Gras gemieden werden auch wenn der Vierbeiner gerade die so liebt!

 

Beendigung des Aufenthaltes im Freien
Wenn der Hund den Garten wieder verlässt oder vom Spaziergang zurückkehrt und ins Haus kommt, sollte man ihn immer konsequent und regelmäßig nach Zecken absuchen. Es kann sich immer mal eine Zecke in sein Fell verirrt haben. Am besten
man kontrolliert nicht nur den Hund, sondern auch seine Accessoires - sprich sein Halsband oder sein Geschirr. Gerade wenn diese aus Stoff oder Fleece bestehen, verirren sich gern mal Zecken darin, die dann beim nächsten Anlegen der Utensilien wieder auf den Hundekörper gelangen können.

 

Genaue Beobachtung des Hundes
Oft zeigt uns der Hund durch Belecken oder Beißen bestimmter Körperregionen an, dass er sich einen Untermieter zugezogen hat. Durch aufmerksames Beobachten und Lesen der Körpersprache seines Hundes hat der Hundehalter die Möglichkeit, den Hund vor einem Zeckenstich zu bewahren, denn sensible Tiere irritiert bereits die wandernde Zecke. Sie verhalten sich daraufhin anders als normal. Der Halter hat so die Chance, die Zecke noch vor ihrem Stich aus dem Hundefell zu entsorgen.

 

Regelmäßiges Reinigen der Liegeplätze
Mit Feuchtigkeit haben Zecken generell kein Problem. Daher ist auch eine Waschmaschine für sie nicht unbedingt eine lebensbedrohliche Umgebung. Kritisch wird es für Zecken erst, wenn besonders heiß gewaschen wird oder sie im Trockner landen. Daher macht es Sinn, die Liegeplätze bzw. Decken regelmäßig zu waschen. Sollte mal nicht genug Zeit sein für eine Wäsche bzw. für den Trockner, besteht auch die Möglichkeit, den Liegeplatz intensiv zu föhnen oder mit einer Rotlichtlampe - wie sie bei Welpen eingesetzt wird - zu bestrahlen. Die Hitze bekommt den Zecken nämlich nicht. Sie schädigt ihren Panzer.

 

Entgiftungskur
Eine wichtige und sehr wirkungsvolle prophylaktische Maßnahme zur Zeckenabwehr ist eine Entgiftungskur (z. B. mit Ubichinon, Coenzyme und Lymphomyosot bzw. Galiumheel oder einer „Meta-Fackler-Kur“). Diese sollte man allerdings nicht während, sondern vor der Zeckenzeit durchführen. Ansonsten kann sie zum Boomerang werden. Durch die Entgiftung wird die Ausscheidung der Schadstoffe im Hundeorganismus angeregt. Dies hat zur Folge, dass der Hund nach einer Entgiftung nicht mehr so attraktiv für die Zecke riecht. Wie eine Entgiftung mittels Phytotherapie oder Homöopathie funktioniert und wie sie korrekt durchgeführt wird, kann einem jeder Tierheilpraktiker vermitteln. Sollte der Organismus des Hundes nicht allzu sehr belastet sein, reicht meist schon eine vierwöchige Kur aus. In schwereren Fällen muss diese eventuell nach einer Pause wiederholt werden. Diese Zeit braucht es, damit der Körper wieder ins Gleichgewicht findet. Somit wäre eine Entgiftungskur zum Jahresbeginn zu empfehlen.

Natürliche Zeckenabwehrmittel gibt es viele. Studien darüber sind leider äußerst rar und für Tiere existieren kaum welche, die auch tatsächlich einen wissenschaftlichen Wert besitzen. Es muss also vor allem auf Erfahrungswerte zurückgegriffen werden. Aus naturheilkundlicher Sicht stellt sich die Frage, wie ich den Wirt, also den Hund, ganzheitlich betrachtet für die Zecke so unattraktiv wie möglich machen kann. Ich muss versuchen, alles, was die Zecke anlockt, zu minimieren und was sie abstößt, zu maximieren. Die Grundlage für einen optimalen Zeckenschutz ist vor allem eine gesunde Lebensweise. Diese besteht darin, dass Giftstoffe aller Art weitestgehend aus dem Hundekörper herausgehalten werden sollten. Und ganzheitlich betrachtet macht es natürlich Sinn, diese Aspekte ganzjährig zu beachten und nicht nur zur Zeckenzeit. Ganz wichtig ist es also, dass wir alles dafür tun, das Immunsystem unseres Hundes zu stärken bzw. in Takt zu halten, denn ein Hund mit einem geschwächten Immunsystem ist ein gefundenes Fressen für die Zecken. Das Immunsystem unseres Hundes wird strapaziert durch falsche, nicht artgerechte Ernährung, schlechte Haltungsbedingungen, Impfungen, Medikamente, Wurmkuren, chemische Floh- und Zeckenprophylaxe, negativem Stress sowie Trauer und Verluste.

 

Artgerechte Ernährung des Hundes
Die Ernährung sollte naturbelassen und ausgeglichen sein. Der Nährstoffbedarf des Hundes sollte optimal gedeckt sein, um seine Körperfunktion optimal zu unterstützen. Auch auf einen ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt sollte geachtet werden. Ammoniak, Kohlendioxid, Milchsäure und Buttersäure sind allesamt Stoffe, die erhöht entstehen, wenn die Lebensweise nicht optimal ist bzw. der Stoffwechsel des Hundes nicht vernünftig funktioniert. Ammoniak findet sich vermehrt, wenn die Entgiftungsfunktion der Leber gestört ist. Kohlendioxid wird vermehrt gebildet, wenn der Organismus übersäuert ist, was u. a. durch falsche Ernährung passiert. Auch Milchsäure ist ein Abfallprodukt der Übersäuerung. Buttersäure ist ein Bestandteil des Körperschweißes. Ob viel oder wenig Buttersäure produziert wird, ist von einem wesentlichen Faktor abhängig, nämlich davon, ob der Säure-Basen-Haushalt ausgeglichen ist. Gestörte Stoffwechselfunktionen wiederum entstehen durch ungesunde Lebensweise (schlechte Ernährung, etc.). Der Hund gehört zu den Karnivoren, den Fleischfressern. Daran hat die Jahrhunderte andauernde Rassezucht nichts geändert. Der Verdauungskanal des Hundes ist immer noch vergleichbar mit dem seines Urvaters, dem Wolf. Der Wolf frisst sein Beutetier mit Haut und Haaren bis auf ein paar schwer- und unverdauliche Reste vollständig auf und bekommt so alles an Nährstoffen, was er für einen gesunden Organismus braucht. Daher wird die korrekt durchgeführte Rohernährung dem Hund am ehesten gerecht. Sollte dies – aus welchem Grunde auch immer - nicht möglich sein, wäre es anzuraten, seinem Hund ein Fertigfutter zu geben, dass dies weitestgehend berücksichtigt. Es gibt mittlerweile qualitativ hochwertige Nassfutter auf dem Heimtierfuttermarkt. Aber Vorsicht! Nicht alles, was teuer ist, ist auch gleich gut. Man muss sich hier die Mühe machen und sich ausführlich über die einzelnen Futtermittelbestandteile informieren und sich mit
der Futtermitteldeklaration vertraut machen. Gleiches gilt natürlich auch für Trockenfutter, die immer noch von vielen Hundehaltern präferiert werden.
Fazit: Der Hund sollte seinen Bedürfnissen entsprechend gefüttert werden!

 

Artgerechte Haltung des Hundes
Unter artgerechter Haltung des Hundes versteht man nicht nur die artgerechte Ernährung, sondern darüber hinaus auch die Gestaltung der Lebensumstände. Für ein intaktes Immunsystem ist es von großer Bedeutung, dass Körper & Seele im Einklang sind. Dies gelingt nur, wenn wir unseren treuen Begleiter als das annehmen, was er ist: ein Wesen, das sinnvolle Beschäftigung und Bewegung braucht. Dies ist individuell ganz unterschiedlich. Bei Rassehunden ist dies einfacher umzusetzen, weil man weiß zu welchem Zwecke sie gezüchtet wurden und davon ihre Bedürfnisse ableiten kann. Bei „Kindern der Liebe“ oder „Senfhunden“ (jeder gibt seinen Senf dazu) wie es oft so schön heißt, gilt es auszutesten, welche Neigung überwiegt. Hier kann ein DNA-Test Aufschluss geben, wenn man nicht genau weiß, welche Rassenkomposition vorliegt. Ganz wichtig sind aber auch angemessene Ruhepausen, ein geregelter Tagesablauf, Zuwendung in Form von Streicheleinheiten etc. Wenn die Hunde in die Jahre kommen oder schon früh Probleme mit dem Bewegungsapparat haben, sollte man auch darüber nachdenken, ob ihnen nicht regelmäßige Massagen, spezielle Übungen oder osteopathische Behandlungen ihr Dasein versüßen. Massagen kann man nach kurzer Unterweisung wunderbar selber vornehmen oder auch von einem Profi (Tierphysiotherapeuten, Tierosteopathen) durchführen lassen. Auch solche Maßnahmen können dazu führen, dass sich das Tier wieder in der Mitte fühlt und weniger anfällig für Parasiten jeglicher ist.
Fazit: Der Hund sollte seinen Bedürfnissen entsprechend ausgelastet werden!

 

Richtig Impfen
Die Grundimmunisierung des Hundes ist durchaus sinnvoll. Hier ist aber darauf zu achten, dass der Hund alt genug ist für die jeweilige Impfung (Bsp.: Tollwutimpfung erst nach dem Zahnwechsel) und auch gesund bzw. fit genug (keine akuten oder chronischen Erkrankungen hat). Empfehlenswert ist in jedem Fall, von Kombi-Impfpräparaten abzusehen. Die Impfstoffe sollten möglichst einzeln verabreicht werden. So hat das Immunsystem des Tieres die Chance, mit den Erregern besser klar zu kommen und ist nicht gleich heillos überfordert. Außerdem lassen sich Wechselwirkungen vermeiden, die leider noch nicht ausreichend untersucht worden sind. Gut wäre auch, darauf zu achten, dass Impfstoffe gewählt werden, deren Impfintervall möglichst hoch angesiedelt wird, damit der Hund nicht ständig damit bombadiert werden muss. Sollte Unsicherheit bestehen, ob eine Impfauffrischung erforderlich ist, sollte zunächst der jeweilige Impftitter bestimmt werden. Leider beinhalten die Impfstoffe auch Bestandteile wie Konservierungsstoffe, Antibiotika, Fremdeiweiß, Aluminiumhydroxid und Formalin, die dem Hund nicht gut tun. Hier bietet die Naturheilkunde eine gute Impfvorbereitung und Begleitung.
Fazit: Jeder Hund sollte so oft wie nötig und so wenig wie möglich geimpft werden und dabei naturheilkundlich vorbereitet bzw. begleitet werden.

 

Medikamente sinnvoll einsetzen
Auch Medikamente belasten das Immunsystem des Hundes, denn jedes verabreichte Medikament hat Nebenwirkungen, die sich früher oder später auf der organischen oder auch psychischen Ebene bemerkbar machen. Hier sollte genau geprüft werden, ob die Naturheilkunde nicht eine gute Alternative zu den chemischen Präparaten darstellt. Manchmal liegt jedoch auch eine Erkrankung vor, die nicht ohne die schulmedizinische Behandlung in den Griff zu bekommen ist. Aber auch hier gilt es zu prüfen, ob eine begleitende naturheilkundliche Therapie nicht die Nebenwirkungen des jeweiligen Medikamentes abmildert oder die Dosis des zu verabreichenden Medikamentes verringert werden kann was für das Tier wiederum von Vorteil wäre.
Fazit: Der Hund sollte möglichst naturheilkundlich mit Medikamenten versorgt werden, da diese ganz individuell auf jeden Patienten angepasst werden kön-nen. Aber auch hier gilt: jede Medikation sollte auf ihre Notwendigkeit genau überprüft werden.

 

Wurmkuren sinnvoll einsetzen
Je nach dem wo ein Hund lebt (Stadt oder Land), wie er lebt (Einzelhaltung, Rudelhaltung) und was er zu Essen bekommt (Rohkost, Fertigfutter), empfiehlt sich eine regelmäßige Wurmprophylaxe. Wenn Hundehalter zu den chemischen Wurmkuren (Bsp. “Milbemax“) greifen, die der Tierarzt anbietet, schwächen sie damit das Immunsystem ihres Hundes, da die Chemiekeule alle Bakterien im Darm abtötet, die Guten und die Schlechten. Die guten Bakterien benötigt der Hund jedoch dringend für ein intaktes Immunsystem. Bis der Darm sich davon wieder erholt hat, ist das Tier sehr anfällig für andere Infektionen. Darüber hinaus haben chemische Wurmkuren des öfteren unerwünschte Nebenwirkungen wie beispielsweise Überempfindlichkeitsreaktionen (blasse Schleimhäute, erschwerte Atmung), Lethargie, neurologische Symptome (Muskelzittern, Ataxie) und / oder gastroentestinale Symptome (Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Speicheln). Und wenn der Tierhalter diese chemischen Wurmkuren in den Intervallen anwendet, die von der Pharmaindustrie empfohlen werden, hat das Immunsystem keine Chance, sich davon zu erholen. Dies kann man umgehen, indem man den Kot seines Hundes regelmäßig auf Parasiten untersuchen lässt. Die Kotproben kann sowohl der Tierarzt als auch der Tierheilpraktiker einschicken. Sollte das Ergebnis negativ ausfallen, besteht überhaupt kein Handlungsbedarf. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, muss geschaut werden, um welchen Parasiten es sich genau handelt und dann individuell entschieden werden, ob ein chemisches Wurmmittel zum Einsatz kommen muss oder ob nicht auch ein natürliches Präparat, das auf Kräutern basiert, Abhilfe schaffen kann (Bsp. “Usniotica“ oder “Enterogan“ von PerNaturam). Damit habe ich wunderbare Ergebnisse erzielen können. Parallel zur regelmäßigen Stuhlkontrolle kann der Tierhalter sein Tier regelmäßig mit phytotherapeutischen Wurmkuren versorgen. Diese sorgen im Darm für ein Milleu, dass die Parasiten nicht mögen und somit fernhält (Bsp.: “Wurm o vet“ von cd Vet oder “VermExil“ von PerNaturam). Auch hiermit erziele ich immer zufriedenstellende Ergebnisse.
Fazit: Der Stuhl des Hundes sollte regelmäßig über Stuhlproben untersucht werden und je nach Ergebnis möglichst homöopathisch oder phytotherapeutisch behandelt werden. Jede Wurmkur sollte auf ihre Notwendigkeit genau überprüft werden!

 

Floh- und Zeckenprophylaxe sinnvoll einsetzen
Hier gilt Ähnliches wie bei der Wurmprophylaxe. Je nach dem wo ein Hund lebt (Stadt oder Land), wie er lebt (Einzelhaltung, Rudelhaltung) empfiehlt sich eine re-gelmäßige Floh- und Zeckenprophylaxe. Wenn der Hundehalter zu den chemischen Floh- und Zeckenmitteln (Bsp. “Frontline“, “Expot“ etc.) greift, schwächt er damit das Immunsystem seines Hundes, da die chemischen Floh- und Zeckenmittel Nervengift enthalten, das nicht nur die Zecke tötet, sondern auch in die Blutbahn des Hundes gelangt und dort ebenfalls seine Wirkung entfaltet. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Tierhalter sich für die sogenannten Spot-On-Produkte, die Halsbänder oder gar die Tablette entscheidet. Alle chemischen Floh- und Zeckenprophylaxemittel führen zu einer Schwächung des Immunsystems. Darüber hinaus haben chemische Floh- und Zeckenmittel wie im Vorfeld bereits beschrieben unerwünschte Nebenwirkungen. Und wenn der Tierhalter diese chemischen Floh- und Zeckenmittel in den Intervallen anwendet, die von der Pharmaindustrie empfohlen werden, hat das Immunsystem keine Chance, sich davon zu erholen. Die Giftstoffe sammeln sich im Körper an und führen zu Erkrankungen.
Fazit: Es wird empfohlen, den Hund regelmäßig auf Flöhe und Zecken zu un-tersuchen, ihn homöopahtisch und / oder phytotherapeutisch zu unterstützen, damit er durch seine Körperausdünstungen für Zecken und Flöhe erst gar nicht attraktiv wird. Jede Floh- und Zeckenprophylaxe sollte auf ihre Notwendigkeit genau überprüft werden.

 

Vermeidung von Stress
Stress kann das Immunsystem des Hundes stark beeinflussen. Wird der Hund nicht seiner Rasse entsprechend ausgelastet, kann er nie zur Ruhe kommen, wird er für seine Bedürfnisse falsch ernährt, ist er ständig Lärm ausgesetzt ... all dies kann das Tier im negativen Sinne stressen. Es führt dazu, dass der Hund ständig in Alarmbereitschaft ist und all seine Körperfunktionen ununterbrochen auf Hochtouren laufen. Auf Dauer führt dies zu einer Schwächung des Immunsystems.
Fazit: Der Hund sollte möglichst wenig negativem Stress ausgesetzt werden!

 

Bewältigung von Trauer und Verlust
Auch Trauer um ein zwei- oder vierbeiniges Familienmitglied sowie der Verlust seiner vertrauten Umgebung können beim Hund zu negativem Stress führen, der erst einmal vom Organismus verarbeitet werden muss. Diese Ursachen sind meist nicht vorherzusehen und lassen sich oft auch nicht umgehen, so dass das Tier in vielen Fällen nicht auf solch eine Situationen vorbereitet werden kann. Es ist von enormer Bedeutung, dem Hund in einer solchen Krisensituation verständnisvoll zu begegnen, auf seine eventuell neuen Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen und zu prüfen, ob ihm die Naturheilkunde hier unterstützen kann (Bsp. Bachblüten, Phytotherapie, etc.). Fazit: Der Hund sollte bei Verlust – ganz gleich ob Mensch, Tier oder Heim – sensibel betreut und naturheilkundlich unterstützt werden!

 

Homöopathie
Ledum, der Sumpfporst, wird häufig in homöopathischer Form empfohlen, um Zeckenstichen vorzubeugen. Ein homöopathisches Mittel wird im Sinne Hahnemanns, dem Begründer der Homöopathie, nicht als Prophylaxe gegeben, sondern erst bei Vorliegen von Krankheitserscheinungen.
Fazit: Ein prophylaktisch gegebenes Homöopathikum in einer hohen Potenz kann im Organismus Schaden anrichten.

 

Vitalpilze
Die Inhaltstoffe von Vitalpilzen sind bestens dazu geeignet, ein aus der Balance geratenes Immunsystem wieder ins Lot zu bringen. So konnte beispielsweise in einer Reihe von Studien nachgewiesen werden, dass Pilzextrakte wie die des Reishi, Hericium oder Agaricus blazei Murrill das Immunsystem stärken (durch Erhöhung der Anzahl von T- und B-Lymphozyten bzw. durch eine Erhöhung der Phagozytosetätigkeit mittels Betaglucane). Die Auswahl des Vitalpilzes sowie die Dosierung richtet sich nach dem vorliegenden Krankheitsbild bzw. dem Gewicht des Tieres. Da es hier detaillierte Kenntnisse braucht, sollte eine erfahrene Mykotherapeutin aufgesucht werden.
Tipp: Die Vitalpilze sind nicht nur als Extrakt Helfer in der Not, wenn bereits ein Ungleichgewicht besteht, sondern auch wunderbar prophylaktisch in Pulverform einsetzbar.
Fazit: Vitalpilze sind eine wunderbare Möglichkeit den gesamten Organismus im Gleichgewicht zu halten bzw. zu bringen.

 

Gemmoextrakte
Bei den Gemmoextrakten handelt es sich um Auszüge aus frischen Knospen, Trieben oder Wurzeln von diversen Bäumen und Sträuchern. Sie enthalten eine Vielzahl von Wirk- bzw. Inhaltsstoffen (Mineralien, Vitamine, Aminosäuren, Proteine, Polyphenole, Enzyme, Auxine, Cytokine, Gibbereline), die in ihrer Kombination sehr vielseitig einsetzbar sind. Für die Stimulation des Immunsystems ist vor allem das Gemmoextrakt der Schwarzen Johannisbeere (Ribes nigrum) zu nennen. Die Dosierung sollte 2 x täglich erfolgen. Tiere bis 10 kg bekommen 2 x täglich 1 ml; Tiere über 10 kg 2 x täglich 2 ml. Am effektivsten ist die Verabreichung der Tropfen direkt ins Maul. Man kann sie aber auch über das Futter verabreichen. Die Gemmoextrakte werden auch als Spray angeboten. Doch nach meinen Erfahrungswerten machen die Geräusche des Sprühvorgangs manch einem Hund Angst, so dass ich immer die Tropfen empfehlen würde.
Tipp: Es sollte beim Erwerb von Gemmoextrakten unbedingt auf eine gute Qualität geachtet werden!
Manche Gemmoextrakte dürfen nicht eingesetzt werden, wenn eine Unverträglichkeit beispielweise gegenüber Vitamin C besteht. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sollte man sich an einen erfahrenen Therapeuten wenden.
Fazit: Die Gemmoextrakte sind eine kostengünstige Option, seinem Hund G-tes zu tun, da nur geringe Mengen benötigt werden. Mir gefallen sie besonders, da sie ganzheitlich (auf Zellebene, Organeben und Psyche) wirken und bedenkenlos mit allen anderen Therapiemöglichkeiten kombiniert werden können.

 

Echinacea
Bei Echinacea (Sonnenhut) handelt es sich um den Immunklassiker. Der Sonnenhut steigert die Bildung von Antikörpern. Er wirkt antioxidativ, antifugal, antibakteriell, antiviral, entzündungshemmend, wundheilend und besitzt auch kortisonähnliche Eigenschaften. Echinacea kann auch vorbeugend zur Immunstärkung eingenommen werden. Es steigert die Zahl der weißen Blutkörperchen und der Makrophagen, die zu den Fresszellen gehören. Diese Fresszellen werden stimuliert, schädliche Organismen zu eliminieren. Die Vermehrung von Abwehrzellen wird erhöht, somit werden die körpereigenen Abwehrkräfte gesteigert. Die enthaltenen Polysaccharide stimulieren sowohl das gesunde als auch das geschwächte Immunsystem. Echinacea kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden. Die innerliche Anwendung als Pulver oder Kapsel stärkt und reguliert das Immunsystems und wirkt so auch vorbeugend gegen Infektionen. Echinaceapulver kann einfach unter das Futter gemischt gemischt werden. Die empfohlene Tagesdosis des Pulvers beträgt beim Hund 0,3 g pro 10 kg Körpergewicht. Empfehlenswert ist auch der alkoholfreie Echinaceapresssaft, der oral mit einer nadellosen Spritze verabreicht werden kann. Hunde bis 20 kg erhalten zweimal täglich 1 ml des Saftes und Hunde über 20 kg erhalten zweimal täglich 2 ml. Darüber hinaus kann man Echinacea auch als Tropfen (Urtinktur) bekommen. Die Dosierung würde ich bei Bedarf über die OME-Testung bestimmen. Es sollte auf eine einwandfreie Qualität geachtet werden. Die äußerliche Anwendung bietet sich an bei bakteriellen Hautinfektionen und zur Wundbehandlung. Vorsicht ist geboten, wenn der Hund allergisch auf Korbblütler reagiert. Bei Autoimmunerkrankungen sollte ebenfalls auf Echinacea verzichtet werden. Dies gilt auch bei hochfiebrigen, schweren Krankheitszuständen. Echinacea darf auch nicht überdosiert werden. Ansonsten kann es zu Hautausschlag, Juckreiz, Atemnot und Fieber kommen. Von einer Daueranwendung der Sonnenhut-Präparate ist abzuraten. Sie würde die körpereigene Immunabwehr schwächen.
Tipp: Hier kann man auch prima das Komplexmittel Echinacea compositum ad us. vet. der Firma Heel GmbH verabreichen. Durch seine Einzelbestandteile Echinacea, Aconitum, Sulfur, Lachesis, Bryonia, Hydrargyrum bichloratum, Phosphorus und Arnica trägt es zur Stimulierung und Anregung der körpereigenen Abwehr bei. Die Dosierungsempfehlung liegt hier bei 3 mal 40 Tropfen für einen großen Hund; 3 mal 30 Tropfen für einen Hund mittlerer Größe und 3 mal 20 Tropfen für einen kleinen Hund.
Fazit: Echinacea – ganz gleich in welcher Form - trägt zur Stimulierung und Anregung der körpereigenen Abwehr bei und schützt somit vor Zecken.

 

Bienenprodukte - Honig, Blütenpollen und Propolis
Der Honig ist ein wirksamer Bakterienkiller und Krankheitsschützer. Ein kalt geschleuderter Bio-Honig hat starke antibiotische und entzündungshemmende Eigenschaften. Der Honig verfügt über ein natürliches Antiseptikum, da er von den Bienen mit dem Enzym Glucose-Oxidase versetzt wird und der vorhandene Zucker damit in Wasserstoffperoxid umgewandelt wird. Er wird seit Jahrtausenden zur Wundheilung eingesetzt. Äußerlich kann er dünn auf die Wunde aufgetragen werden und stellt so nachweislich eine Barriere gegen Krankheitserreger dar. Honig heilt Schürfwunden, Brandwunden, Risswunden, chronischen Hautentzündungen und Ekzeme. Bei Wunden kann die süße Medizin im Gegensatz zu Salben bedenkenlos weggeschleckt-
werden wobei dies möglichst auch verhindert werden soll, da er sonst nicht wirken kann. Mit Honig lassen sich aber nicht nur Wunden heilen. Der Honig ist auch enorm gesund durch die zahlreichen Proteine, Enzyme, Aminosäuren und Mineralstoffe. Wir können unsere Tiere auf diesem Wege ganz einfach mit Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Er gibt Energie und gleicht Mangelerscheinungen aus. Honig kann wunderbar bei Appetitlosigkeit verabreicht werden, zur Stärkung des Immunsystems (besonders beim schwachen und alten Tier), zur Vorbeugung gegen grippale Infekte, bei Hals- und Rachenentzündungen, bei Magen- und Darmentzündungen, bei bakteriell bedingtem Durchfall, begleitend zur Entgiftung der Leber und als Kur, um den Stoffwechsel anzuregen. Beim Hund beträgt die empfohlene Tagesdosis 1 g pro kg Körpergewicht.

Die Blütenpollen sind reich an essentiellen Aminosäuren, Spurenelementen, hochwertigem Eiweiß, Enzymen und Vitaminen. Sie fördern die Entgiftung, normalisieren die Darmflora, sind eine prima Zellnahrung und stärken so das Immunsystem. Man erhält die Pollen als solches, in gemahlener Form und auch in Kapseln. Die Dosierungsempfehlung der Pollen beträgt 1 TL pro 10 kg Körpergewicht. Allerdings kann der ein oder andere Hund allergisch auf die Blütenpollen reagieren, so dass man zunächst nur 1 Körnchen pro Woche geben sollte.

Propolis wird vom Bienenvolk aus Knospen und Teilen verschiedener Baumrinden gewonnen. Das von den Bienen selbst produzierte Kitharz hält nachweislich Viren, Pilze und Bakterien aus dem Stock fern. Propolis schützt auch Mensch und Tier, denn es hat eine antibiotische Wirkung. Es wirkt gegen Hunderte von verschiedenen Bakterien, v. a. gegen Eitererreger, Pilze und Viren. Propolis wird zurecht als natürliches Antibiotikum bezeichnet und hat den Vorteil, dass die Darmflora nicht angegriffen wird. Grundsätzlich anwenden kann man Propolis innerlich zur Unterstützung und Verstärkung der körpereigenen Abwehrkräfte, zum Schutz vor grippalen Infekten, zur Vorbeugung gegen Wurmbefall, zur Darmsanierung – auch zur Nachbehandlung nach Antibiotikaeinnahme. Die äußerliche Anwendung von Propolis kann zur Desinfektion und Schmerzlinderung von kleineren Schürf- und Schnittwunden und Entzündungen wie z. B. Pfotenverletzungen erfolgen. Äußerlich hilft und lindert auch Propolissalbe. Darüber hinaus lässt sich Propolis wunderbar zur Nachbehandlung von Operationswunden, bei Pilzerkrankungen und zur Desinfektion nach Zeckenbissen verwenden. Beim Hund wendet man Propolis in Pulver- oder Tropfenform an. Propolistinktur für Tiere gibt es auf Wasserbasis im Handel (verklumpt aber schnell); die mit Alkohol versetzte Tinktur kann auch bedenkenlos verabreicht werden. Die Tropfen (kurweise 10 Tropfen tägl.) können ins Futter oder auch löffelweise verabreicht werden. Beim kleinen Hund liegt die empfohlene Tagesdosis des Propolispulvers bei einer halben Messerspitze; beim mittelgroßen Hund bei einer Messerspitze und beim großen Hund bei zwei Messerspitzen. Die Tinktur sollte stets verdünnt (2 ml zu 100 ml Wasser) verabreicht werden. Tiere können allergisch auf Propolis reagieren. Propolissalbe oder -tinktur sollte daher zunächst an einer Körperstelle auf Verträglichkeit getestet werden. Auch die Honigprodukte sollten gezielt im akuten Fall oder als Kur gegeben werden und nicht als Dauergabe, da sich die Wirkung sonst verflacht.
Tipp: Die Honigprodukte können auch mit Joghurt oder Hüttenkäse vermischt unters Futter gemengt werden und bekommen so womöglich eine noch höhere Akzeptanz bei Hunden, die keinen süßen Zahn haben.
Fazit: Bienenprodukte - ganz gleich in welcher Form – stärken das Immunsystem und schützen somit vor Zecken.

 

Katzenkralle
Eine besonders starke, das Immunsystem unterstützende Eigenschaft besitzt die Katzenkralle. Die tropische Urwaldliane stammt aus Mittel- und Südamerika. Sie hat Dornen, die einer Katzenkralle gleichen, daher die Namensgebung. Rinde, Wurzeln und Blätter der Liane finden Verwendung als Heilpflanze. Die Katzenkralle ist entzündungshemmend und blutreinigend, wirkt gegen Viren, Bakterien, Toxine und besitzt krebshemmende Substanzen. Insbesondere bei der Katze konnte in Studien eine wachstumshemmende Wirkung von Tumorzellen nachgewiesen werden. Die Katzenkralle kann also wunderbar zur Stärkung des Immunsystems, zum Aufbau und zur Aktivierung der weißen Blutkörperchen, zur Säuberung und Heilung im Magen-Darm-Trakt, bei Gastritis, zur Infektionsabwehr bei bakteriellen, viralen oder Pilzinfektionen, zur Entgiftung des Körpers und der Organe, zur Schmerzbekämpfung bei Arthritis, Arthrose, Spondylitis, Hüftgelenksdysplasie, Borreliose, bei Hauterkrankungen mit gesteigerter Talgabsonderung, als Schutz vor Thrombosen und zur Risikosenkung von einem Herzinfarkt durch die regulierende Wirkung des Blutdruckes und bei Krebserkrankungen wie Lungen-, Darm- und Gesäugetumoren eingesetzt werden. Bei Hunden beträgt die empfohlene Tagesdosis 0,5 g (bis 15 kg). Bei Hunden bis 30 kg beträgt die empfohlene Tagesdosis 1 g. Es gibt auch Kapseln mit dem Wurzelrindenextrakt der Katzenkralle (Dosierung wie vom Hersteller empfohlen). Auf
gute Qualität sollte geachtet werden.
Tipp: In den ersten Einnahmetagen kann der Urin einen stark ätzenden Geruch aufweisen und sich verfärben. Gleiches gilt für den Stuhl. Diese Symptome sind ein Zeichen dafür, dass der Entgiftungsprozess erfolgreich ist und der Körper gereinigt wird. Fazit: Katzenkralle stärkt das Immunsystem und schützt somit vor Zecken.

 

Engystol® ad us. vet.
Die Anwendungsgebiete vom Komplexmittel Engystol® ad us. vet. leiten sich von den homöopathischen Arzneimittelbildern der Einzelmittel ab. Die Heilkraft seiner natürlichen Bestandteile beruht auf Vincetoxicum hirundinaria und Sulfur. Sulfur unterstützt die antivirale Wirkung von Vincetoxicum hirundinaria. Somit stärkt Engystol® ad us. vet. die körpereigenen Abwehrkräfte. Zur Erkrankung kommt es ja nur dann, wenn es dem Virus gelingt, körpereigene Abwehrmechanismen zu überwinden. Ein geschwächtes Immunsystem bietet somit die erforderliche Angriffsfläche für Viren. Zu einer Schwächung des Immunsystems kann es durch Kälteeinwirkungen, Stress, etc. kommen. Dann muss das Immunsystem aktiviert werden. Dafür eignen sich Arzneimittel auf natürlicher Basis besonders gut. Engystol® ad us. vet. aktiviert die körpereigenen Abwehrkräfte und hat eine wissenschaftlich nachgewiesene antivirale Wirkung. “Eine Virusinfektion wird mit der Bildung von Interferon beantwortet. Die Fähigkeit zur Interferon-Bildung ruht in jeder Zelle, muss aber erst durch Viren oder andere Stoffe geweckt werden. Typ I Interferone sind Teil des angeborenen Immunsystems. Sie stellen die Erst-Abwehr gegen virale Infektionen dar. Dringt ein Virus in eine Zelle ein, werden dort spezielle Botenstoffe produziert, die so genannten Zytokine. Interferone sind Zytokine, die dem Organismus die Anwesenheit eines Eindringlings melden und in der infizierten Zelle die Vermehrung der Viren hemmen. In Studien konnte gezeigt werden, dass Engystol bei Infektionen der oberen Atemwege ebenso gut wirkt wie konventionelle Therapeutika – und das bei schnellerem Wirkungseintritt. Unklar war bislang, auf welche Mechanismen die antivirale Wirkung zurückzuführen ist. In einer aktuellen Studie gelang es deutschen Wissenschaftlern einen möglichen Mechanismus aufzuklären. Sie konnten in einer experimentellen Versuchsanordnung zeigen, dass Engystol® ad us. vet. den antiviralen Effekt über eine Aktivierung der natürlichen Schutzmechanismen der Körperzellen vermitteln. Unter Laborbedingungen regte das Präparat die Freisetzung der Substanz Typ I Interferon in den Zellen an, die mit Viren infiziert waren. Interferon hemmt über verschiedene indirekte Wege
die Virusvermehrung. Durch Engystol® ad us. vet. konnte die Virus-Belastung der Zellen nachweislich verringert werden.“
Quelle: (1) Roeska K, Seilheimer B. Antiviral activity of Engystol® and Gripp-Heel®: an in-vitro assessment. Journal of Immune Based Therapies and Vaccines 2010; 8(6)
Die Dosierungsempfehlung für Engystol ad us. vet. liegt bei 3 mal 40 Tropfen für große, 3 mal 30 Tropfen für mittelgroße und 3 mal 20 Tropfen für kleine Hunde.
Tipp: Engystol® ad us. vet. kann prima prophylaktisch zur Unterstützung des Immunsystems eingesetzt werden. Dies sollte aber nicht dauerhaft, sondern kurweise erfolgen.
Fazit: Engystol® ad us. vet. stärkt das Immunsystem und schützt somit vor Zecken.

 

Kanne Brottrunk®
Der Original Kanne Brottrunk® enthält Vitamine, Mineralien, Aminosäuren, lebendige Bakterien und Eiweißbausteine, die im Organismus viele biochemische Reaktionen steuern. Diese Nährstoffe liegen im Original Kanne Brottrunk® besonders gut verfügbar vor. Haut und Darm spielen für den gesunden Organismus der Tiere eine entscheidende Rolle. Die natürliche Bakterienflora in Haut und Darm schützt den Körper nämlich vor negativen Einflüssen aus Umwelt und Ernährung. Wenn dieses natürliche Gleichgewicht gestört wird, kann es beispielsweise zu Allergien und schweren Stoffwechselproblemen kommen. Die Brotsäurebakterien und Enzyme haben die außergewöhnliche Eigenschaft, negative Keime zu beseitigen und gesunde Bakterien zu unterstützen. Somit wird das Immunsystem gestärkt. Die tägliche Zufütterung richtet sich dabei nach der Größe des Haustieres. Für größere Hunde werden 3 Esslöffel empfohlen. Die Firma Kanne bietet darüber hinaus auch noch das Original Kanne Enzym-Fermentgetreide® an. Es besteht aus Vollkornbrot (Bio-Weizen, Bio-Roggen, Bio-Hafer, Wasser, Natursauerteig) und wird durch Wärmeprozesse aufgeschlossen und milchsauer vergoren (wie der Orginal Kanne Brottrunk®). Das Fermentgetreide kann einfach ins Futter gemischt werden. Pro Kilogramm Körpergewicht des Hundes füttert man ca. 1 g Kanne Fermentgetreide®. Wenn der Hund das Kanne Fermentgetreide® gerne frisst, kann man auch unbedenklich mehr füttern. Wichtig ist eine regelmäßige Zufütterung, denn nur dann können sich die Milchsäurebakterien aus dem Kanne Bio-Enzym-Fermentgetreide® überall dort ausbreiten, wo sie benötigt werden. Das Fermentgetreide gibt es auch in flüssiger Form. Diese Variante nennt sich Kanne Fermentgetreide® flüssig. Es kann für eine gute Stoffwechselleistung und eine gesunde Zellerneuerung sorgen, die Verdauung unterstützen und Gelenke und Muskulatur fit halten. Stimmt der Stoffwechsel, ist das Tier gesund.
Tipp: Kanne Fermentgetreide® flüssig soll sogar für Hunde mit Getreideunverträglichkeiten geeignet sein.
Fazit: Mit Kanne Brottrunk® Produkten kann ich die Gesundheit meines Tieres günstig und effektiv unterstützen, da es das Immunsystem stärkt und somit zum Schutz vor Zecken beiträgt.

 

Hagebuttenpulver
Während der Zeckenzeit kann es auch helfen, den Hund mit zusätzlichen Antioxidantien wie Vitamin C und Vitamin K zu unterstützen. Diese sind beispielsweise im Hagebuttenpulver enthalten, welches gut vom Organismus aufgenommen werden kann. Ein Antioxidationsmittel ist eine chemische Verbindung, die eine Oxidation anderer Substanzen verlangsamt oder komplett verhindert. Antioxidantien haben eine große Bedeutung durch ihre Wirkung als Radikalfänger. Sie inaktivieren im Organismus schädliche Stoffwechselprodukte, deren übermäßiges Vorkommen zu oxidativem Stress führt. Oxidativer Stress wird in Zusammenhang gebracht mit dem Alterungsprozess und der Entstehung einer Reihe von Krankheiten. Natürliche Antioxidantien schützen die Zellen vor freien Radikalen, vor allem die roten Blutkörperchen und die Mitochondrien und unterstützen so auch das Immunsystem. Die Fütterungsempfehlung liegt bei 1 bis 2 Teelöffel täglich (einfach mit dem Futter verabreichen).
Tipp: Natürliche Quellen sind frisches Obst und Gemüse (Brokkoli, Spinat, Kartoffeln, Salat). Bei Fertigprodukten sollte man auf schonende Verarbeitung als Qualitätsmerkmal achten.
Fazit: Hagebuttenpulver kann prima kurweise während der Zeckensaison zum Einsatz kommen.

 

Kokosöl (innerlich)
Kokosöl ist gemeinsam mit vielen anderen Kokosprodukten seit Jahrtausenden für viele Völker ein Grundnahrungsmittel. Und obwohl Kokosöl reich an gesättigten Fettsäuren ist, hält es für die Gesundheit eine Fülle an äußerst hilfreichen Eigenschaften bereit. So ist Kokosöl sehr leicht verdaulich. Es reguliert den Blutfettspiegel, wirkt antimikrobiell (sowohl innerlich als auch äußerlich) und führt so gut wie nie zu Übergewicht. Kokosöl ist eines der natürlichsten Öle, die uns Menschen zur Verfügung stehen. Das Kokosöl besteht u. a. aus: Laurinsäure (44%–52%), Caprinsäure (6%–10%), Caprylsäure (5%–9%), Myristinsäure (13%–19%), Palminsäure (8%–11%), Stearinsäure (1%–3%), Ölsäure (einfach ungesättigte FS; 5%–8%) und Linolsäure (mehrfach ungesättigte FS; 0%–1%). Gesättigte Fettsäuren sind schlecht, sagt man. Sie führen zu erhöhten Cholesterinwerten und über kurz oder lang zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Dieses Mischungsverhältnis macht das Kokosöl aber so einmalig. Und obwohl es zu einem sehr hohen Teil aus gesättigten Fettsäuren besteht, ist es so gesund. Zu den im Kokosöl enthaltenen mittelkettigen Fettsäuren gehören die ersten drei der oben aufgeführten Bestandteile, wobei Laurinsäure zu den bekanntesten und bestuntersuchten gehört. Kokosöl besteht also – als einziges natürliches Öl weit und breit – zu einem Großteil aus mittelkettigen Fettsäuren. Das Kokosöl kann innerlich angewandt werden. Es wirkt günstig auf die Darmflora. So stärken wir das Immunsystem und der Hund duftet wie ein “Röschen“ und nicht wie ein volles Höschen, so dass die Parasiten nicht auf ihn fliegen werden. Die Dosierung von einem halben Teelöffel bis 1 Esslöffel täglich ist völlig ausreichend für einen Hund. Besonders große Exemplare benötigen natürlich eine etwas großzügigere Menge. Da ein gutes Kokosöl aber erschwinglich ist, dürfte dies kein Problem darstellen.
Fazit: Ein starkes Immunsystem ist die wesentliche Voraussetzung der körpereigenen Parasitenabwehr. Kokosfett in unraffinierter Bioqualität bietet hier eine ausgezeichnete Unterstützung.

 

Schwarzkümmelöl
Schwarzkümmel, die Pflanze, aus der das Öl gewonnen wird, gedeiht vor allem in Westasien, aber auch in Indien, Nordafrika und Südeuropa. Nigella Sativa - so lautet die botanische Bezeichnung. Sie zählt zur Familie der Hahnenfußgewächse. Im Orient hat Schwarzkümmel eine 2000 Jahre alte Tradition als Gewürz wie als Heilmittel. Durch die Kaltpressung der Samen wird das hochwertige Schwarzkümmelöl gewonnen. Schwarzkümmelöl ist ein altbewährtes Heilmittel, das als traditionelle Heilpflanze gegen unzählige Beschwerden hilft. Nordafrikanische und vorderasiatische Kulturen schwören seit Jahrtausenden auf die gesundheitsfördernde Wirkung von Schwarzkümmelöl. Schon im alten Ägypten galt die Heilpflanze als besonders kostbar wie ein Fund eines Schwarzkümmelölfläschchens im Grab des Pharaos Tutanchamun nahelegt. Der Prophet Mohammed behauptete vor rund 1.500 Jahren, Schwarzkümmel helfe gegen jede Krankheit außer dem Tod. 

Aus den Samen der Gewürzpflanze werden zwei Ölarten hergestellt: ein fettes Öl, welches durch Pressen gewonnen wird und ein ätherisches Öl, das durch einen Verdampfungsprozess entsteht. Beiden wird eine gesundheitsfördernde Wirkung zugeschrieben. So wirkt das Schwarzkümmelöl schmerzlindernd, entzündungshemmend, blutdrucksenkend, entkrampfend und antibakteriell. Der langen Tradition von Schwarzkümmel als Heilpflanze zum Trotz gibt es bislang relativ wenige wissenschaftliche Studien zur Wirkung von Schwarzkümmelöl. Nachgewiesen wurden die antibakterielle und antifunale Wirkung von Schwarzkümmel, was für den Einsatz der Heilpflanze bei bakteriellen Infektionen und Pilzerkrankungen spricht. Gerade aus Schwarzkümmel hergestelltes ätherisches Öl besitzt keimtötende Eigenschaften aufgrund des enthaltenen Thymochinon. Dieser pflanzliche Wirkstoff ist es auch, der maßgeblich dazu beiträgt, dass die Zecken fernbleiben. Schwarzkümmelöl enthält auch wichtige ungesättigte Fettsäuren wie Linol- und Gammalinolsäure und kann somit zur Senkung der Blutfettwerte beitragen. Voraussetzung für die Wirkung von Schwarzkümmelöl ist jedoch immer eine schonende Verarbeitung der Pflanze.

Eine Studie aus dem Jahr 1987 bestätigt, dass eine fünfwöchige Schwarzkümmelölanwendung positive Effekte auf das menschliche Immunsystem hat. Das wird bei dem Hund sicher nicht anders sein. Tierversuche an Ratten haben ergeben, dass Schwarzkümmelöl die Magensaftproduktion hemmt, krampflösend und beruhigend wirkt sowie gegen Rheuma hilft. Auch davon könnte der Hund profitieren. In einer Untersuchung konnte außerdem durch die regelmäßige Einnahme des Öls eine Verbesserung der Symptome bei Asthma nachgewiesen werden. Auch eine Linderung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis wurde festgestellt. Von einer Steigerung des Wohlbefindens bei Patienten mit Allergien ist ebenfalls die Rede. Wie viele Hunde gibt es, die an den unterschiedlichsten Allergien leiden?! Der Immunologe Dr. Peter Schleicher, der die Erforschung des Gewürzöls in Deutschland vorangebracht hat, erklärt, dass durch die wertvollen ungesättigten Fettsäuren die Synthese wichtiger immunregulatorischer Substanzen ermöglicht wird, die die allergische Reaktion neutralisieren. Breit angelegte Studien zur Wirkung von Schwarzkümmelöl bei Menschen fehlen jedoch.

Im Rahme des bayrischen Landeswettbewerbes “Jugend forscht“ hat ein Gymnasiast, Alexander B. aus Regensburg, einen Nachweis dafür erbracht, dass Schwarzkümmelöl ein natürliches Mittel gegen Zecken darstellt. Bei seinen Spaziergängen mit seinem Labrador “Filou“ fiel ihm auf, dass dieser nicht mehr von Zecken gebissen wird, nachdem er einige Zeit Schwarzkümmelöl gegen seine Allergie ins Fressen gemischt bekam. Der junge Forscher wollte es genau wissen und baute ein Y-förmiges Versuchsgefäß, in das er 30 Zecken setzte, die er in freier Natur gesammelt hat. Es folgten mehrere Versuche mit Schweiß und Blut. Die Zecken bewegten sich auf dem Y-Gefäß stets in die Richtung, in der sich Präparate befanden, die nicht mit Schwarzkümmelöl angereichert waren. Sobald Blut oder Schweiß mit Schwarzkümmelöl versetzt waren, mieden die Zecken das Präparat selbst bei geringen Ölmengen. Die Schlussfolgerung lautet demnach, dass das Schwarzkümmelöl einen Körpergeruch verursacht, der für Menschen nicht wahrnehmbar ist, aber die Zecken abschreckt. Doch auch andere Untersuchungen belegen, dass Zecken den Geruch von Schwarzkümmelöl nicht mögen und somit diese Träger meiden. Wer seinen Hund vor Zecken und anderen Parasiten schützen möchte, kann einige Tropfen
Schwarzkümmelöl ins Futter oder ins Trinkwasser mischen. Hunde können täglich 2 – 6 Tropfen, je nach Körpergewicht bekommen.

Tipp: Wenn der Hund das Schwarzkümmelöl nicht mag, kann man es mit etwas Honig versüßen. Sollte dieses Vorgehen auch nicht fruchten, kann man dem Hund das Schwarzkümmelöl auch in Form von Kapseln verabreichen. Die tägliche Dosierung variiert nach Gewicht des Hundes zwischen 1 – 2 Kapseln. Doch das Schwarzkümmelöl kann nicht nur durch innerliche Anwendung glänzen. Auch die äußerliche Anwendung beim Hund ist möglich. Hierzu ist es ausreichend 4 bis 5 Tropfen Schwarzkümmelöl in den Nacken zu träufeln, damit der Hund es nicht gleich wieder ableckt. Dies hilft gleichzeitig auch, das Fell und die Haut des Hundes zu pflegen, auch wenn es nicht über den ganzen Körper verteilt wird.
Tipp: Man kann das Schwarzkümmelöl auch mit Kokosöl im Verhältnis 1:1 mischen und ins Fell des Hundes einarbeiten. Hierzu muss das Kokosöl einfach kurz erwärmt werden, um um eine Verbindung mit dem Schwarzkümmelöl einzugehen. Da das Öl stark konzentriert ist, sollte es nicht auf nüchternen Magen verabreicht werden. Auch sollte eine Überdosierung vermieden werden, weil sie eine Reizung der Magenschleimhäute möglich macht. Vermehrtes Aufstoßen kann die Folge des Verzehrs sein. Bei der Dosierung sollte man sich genau an die Packungsbeilage halten oder sich von Ihrem Tierheilpraktiker oder Tierarzt beraten lassen.
Fazit: Das Schwarzkümmelöl ist also ein gutes Hausmittel, das auf ganz natür-liche Art und Weise Zeckenstichen vorbeugt. In der Anschaffung ist qualitativ gutes Öl zwar relativ teuer, doch da man täglich nur wenige Tropfen braucht, relativiert sich dies wieder. Besonders empfehlenswert ist original Schwarzkümmelöl aus Ägypten oder alternativ ein mildes Bio Schwarzkümmelöl. Es sollte aber nur kurweise verabreicht werden, da es bei Dauergabe auch zu un-erwünschten Nebenwirkungen kommen kann. Die Zeckensaison ist zu lang, um Schwarzkümmelöl oder auch andere ätherische Öle einzusetzen. Ein dauerhafter Einsatz von ätherischen Ölen birgt beim Hund die Gefahr, dass der Stoffwechsel der Leber gestört wird.

 

FORMEL-Z®
FORMEL-Z® wird nach einem speziellen Verfahren aus einer Edelzuchthefe hergestellt, die es schafft, über den Hautstoffwechsel ein Geruchsmilieu aufzubauen, das Zecken und auch Milben, Flöhe und Läuse nicht mögen. Der in FORMEL-Z® enthaltene natürliche Vitamin B Komplex spielt eine zentrale Rolle im Kohlenhydrat-, Energie- und Hautstoffwechsel des Hundes. Neben der getrockneten Hefe ist auch Molkepulver, Reisstärke, Pflanzenfett und Tricalciumphosphat enthalten. Durch die Aktivierung des Hautstoffwechsels ergibt sich eine Veränderung des Hautmilieus. Für Mensch und Hund ist dies nicht wahrnehmbar, Zecken, Flöhe und anderes Ungeziefer jedoch fühlen sich nicht wohl und werden ferngehalten. FORMEL-Z® wird einfach dem Tierfutter beigemischt oder direkt aus der Hand gefüttert. Die Hunde nehmen es auch gern als Belohnung sprich “Leckerli“ für zwischendurch. Formel-Z unterstützt meist schon am 2. Tag der Gabe auf natürliche Weise die Zeckenabwehr. In seltenen Fällen – beispielsweise bei älteren Vertretern - kann der Wirkungseintritt etwas verzögert sein sein. Hier dauert es dann manchmal 1 bis 2 Wochen bevor eine Wirkung zu verzeichnen ist. Hunde bis 7 kg Körpergewicht benötigen 1 Tablette; pro weitere 7 kg Körpergewicht sollte je 1 Tablette mehr geben werden.
Tipp: Hunde, die keine Kuhmilchprodukte vertragen, sollten kein Formel Z verabreicht bekommen, weil Molke enthalten ist!
Fazit: Ideale Zeckenprophylaxe für Familien mit Hund, da keine Chemie enthalten ist.

 

Bierhefe
Bierhefe stabilisiert durch ihren hohen Gehalt an natürlichen Vitaminen des B-Komplexes die Darmflora, wirkt leistungssteigernd, unterstützt die Fruchtbarkeit und wirkt positiv auf Haut und Fell. Sie schafft es über den Hautstoffwechsel ein Geruchsmilieu aufzubauen, dass die Zecken abschreckt. Der Vitamin-B-Komplex hat nicht nur eine positive Auswirkung auf das Hautmilieu, sondern auch auf den Säure-Basen-Haushalt. Somit ist der Vierbeiner für die Zecke gar nicht so interessant als Wirt. Allerdings behagt der Geruch auch so manchem Hund nicht. Eine Zufütterung ist daher nicht immer problemlos möglich. Magen-Darmempfindliche Hunde können eventuell mit Flatulenzen und / oder Diarrhoe auf Bierhefe reagieren. Auch kann es sein, dass der Hund ordentlich an Gewicht zulegt. Da sollte man dann ein Auge darauf haben, wenn der Hund gewichtsmäßig im Soll liegt. Die Bierhefe sollte immer langsam und vorsichtig mit kleinen Dosen eingeschlichen werden, damit sich der Hund daran gewöhnen kann. Man gibt kleinen Hunden bis 5 kg Körpergewicht 1 - 2,5 g täglich. Größere Hunde erhalten je 5 kg Körpergewicht 2 g (maximale Tagesdosis = 10 g). Sehr zu empfehlen ist nach meiner Erfahrung die Reine Bierhefe von PerNaturam. Sie enthält die Vitamine des B-Komplexes: B1, B2 und B6 und darüber hinaus Niacin, Biotin, Pantothensäuren, Folsäure, B12, die Mineralien Calcium, Kalium, Magnesium, Natrium, Arginin, Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Valin, Tryptophan, Histidin sowie die vitaminähnliche Substanz Cholin Chlor, Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Zink, Phosphor und essentiellen Aminosäuren.
Tipp: Die reine Bierhefe stellt eine gute Alternative zu Formel Z dar, denn Formel Z enthält u. a. Molke, auf das Hunde, die allergisch auf Kuhmilch reagieren, Probleme bereiten kann. In Kombination mit Cistuskapseln kann die reine Bierhefe auch prima gegeben werden (2 Kapseln pro Tag). Diese Kombination steigert die Unatraktivität unseres Vierbeiners für die Zecke.
Fazit: Reine Bierhefe ist kostengünstig zu erstehen, hat eine grandiose Wirkung auf das Hautmillieu und wirkt so prima gegen unerwünschten Zeckenbesuch. Allerdings ist die Gabe von Bierhefe nichts für Epileptiker oder Allergiker. Sie können empfindlich auf die Bierhefe reagieren.

 

Zistrose
Cistus incanus, die graubehaarte Zistrose, ist seit langem dafür bekannt, das Immunsystem zu stärken. Sie wirkt antioxidativ und entzündungshemmend, antiviral und antimikrobiell. Doch scheint die Zistrose auch ein hervorragendes Zecken- und Mückenabwehrmittel zu sein – und zwar für Hund und Mensch. Eine interessante private Studie an 48 Hunden führte das Team der HeilsamPraxisEsch in Sankt Augustin durch. An der Studie beteiligt waren Jäger, Züchter, Hundetrainer und 16 Hundebesitzer. Von den 48 Hunden bekamen 32 Hunde Cistus, zehn Hunde Frontline und sechs Hunde blieben unbehandelt. Die Dosierung betrug 1 Kapsel Cistus pro Tag über durchschnittlich 20 Tage hinweg. Das Ergebnis der Studie zeigte, dass der Zeckenbefall bei den unbehandelten Hunden in 20 Tagen bei jeweils durchschnittlich 150 Zecken lag. Unter Frontline ging die Zahl der Zecken deutlich zurück. Zeckenfrei war jedoch keiner der “Frontline-Hunde“. Bei den Hunden, denen Cistus gegeben wurde, waren pro Hund in 20 Tagen null bis zwei Zecken zu beobachten. Die erste Wirkung war nach fünf Tagen sichtbar, nach weiteren fünf Tagen wurde kein Hund mehr befallen. Damit war Cistus dem chemischen Mittel Frontline deutlich überlegen. Der einzige Hund, bei dem die Wirkung von Cistus weniger deutlich war, zeigte eine langwährende Immunschwäche. Auch wenn diese Studie kein wissenschaftliches Niveau besitzt und die Anzahl der Probanden klein war, so ist das Ergebnis durchaus beeindruckend. Der nette Nebeneffekt einer Cistusgabe ist ein stabiles Immunsystem. Auch Cistustee kann probiert werden. Die Zubereitung wird folgendermaßen empfohlen: Ein Teelöffel Cistus incanus getrocknet mit einer Tasse kochendes Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Die Blätter sollten insgesamt drei Mal für die Teezubereitung genutzt werden, damit alle unterschiedlichen sekundären Pflanzenstoffe extrahiert werden.
Tipp: Cistus sollte – wie bei allen immunstärkenden Heilpflanzen üblich – auf keinen Fall dauerhaft eingesetzt werden, um den Gewöhnungseffekt zu vermeiden. Starten Sie damit also erst kurz vor der Zeckensaison!
Fazit: Die Cistuskapseln sind eine gesunde und günstige Möglichkeit den Hund vor unerwünschten Gästen zu bewahren.

 

Knoblauch
In der fütterungsbedingten Abwehr gegen Zecken scheint Schwefel und die Ausdünstung dieses Stoffes über die Haut eine besondere Rolle zu spielen. Hierzu eignen sich schwefelhaltige Kräuter, vor allem aber der Knoblauch, der eine bekannt insektenabwehrende Wirkung besitzt. Allen Unkenrufen zum Trotz gehört Knoblauch mit seiner Gesundheit fördernden Wirkung bekanntermaßen zum natürlichen Schutz gegenüber Endo- und Ektoparasiten in die Fütterung. Knoblauch ist appetitanregend, geruchsneutral für den Menschen und wird vom Hund gerne aufgenommen. Knoblauch kann das Risiko eines Zeckenbisses vermindern. Das Allicin im Knoblauch wirkt antibakteriell. Es beugt Alterserscheinungen vor und erhöht die Leistungsbereitschaft. Es enthält die essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin. Kaum eine andere Pflanze hat ein größeres desinfizierendes und ausleitendes Potenzial als der Knoblauch. Er fördert die Durchblutung und schützt vor oxidativem Stress. Knoblauch fördert vor allem die Durchblutung der Peripherie und hilft deshalb auch, Insekten fern zu halten. Knoblauch – so wird häufig gewarnt – soll in hoher Konzentration aufgrund seiner Schwefelverbindungen für Hunde giftig sein, da er die roten Blutkörperchen zerstören könne. Um eine Abwehrwirkung gegen Ungeziefer zu erreichen, sind vom Knoblauch jedoch deutlich geringere Dosen erforderlich, als jene, die beim Hund zu gesundheitlichen Schäden führen würden. Wenn auch nicht mit Hunden, so liegt wenigstens eine wissenschaftliche Studie mit Menschen vor. Sie wurde an der Lund Universität in Malmö mit Hilfe von 100 schwedischen Soldaten durchgeführt und zeigte, dass die Hälfte der Probanden, die statt Knoblauch lediglich ein Placebo einnahm, deutlich mehr von Zecken befallen wurden (um ca. 30 %) als die der Knoblauchgruppe. Allerdings blieb auch diese nicht gänzlich von Zeckenbissen verschont. Es ist also einen Versuch wert. Statt frischem Knoblauch kann auch Granulat oder Pulver verfüttert werden, wobei frischer Knoblauch deutlich mehr Wirkstoffe besitzt. Die Fütterungsempfehlung von reinem Knoblauchgranulat liegt bei maximal 5 g je 10 kg Körpergewicht täglich. Reines Knoblauchgranulat ist Mischprodukten vorzuziehen, weil man sonst erst mal genau prüfen muss, welche zusätzlichen Inhaltstoffe vorhanden sind, die für den Hund unter Umständen nicht passend sind (Bsp.: Algen verfärben weiße Hunde; Hefen auf die u. U. allergisch reagiert werden kann u. s. w.). ½ frisch gepresste Knoblauchzehe für kleine Hunde, 1 frisch gepresste Knoblauchzehe für große Hunde 3 mal wöchentlich unter das Futter gemischt ist kein Problem. Eine Knoblauchzehe wiegt ca. 2 – 3 g. Toxisch wäre mehr als die 100-fache Menge. Auf der Website des Instituts für Veterinärpharmakologie und Veterenärtoxikologie wird die toxische Dosis bei täglicher Fütterung mit > 0,2g/kg Körpergewicht des getrockneten Knoblauchs angegeben was 2g/kg Körpergewicht des frischen Knoblauchs entspricht. Als maximale mittlere Tagesdosis von frischem Knoblauch oder Äquivalent wird dort empfohlen: Hunde: 4g/Tier. Viele Hersteller entschwefeln ihre Produkte, so dass sie für ängstliche Hundebesitzer unbedenklicher einzusetzen sind.
Fazit: Knoblauch hilft durchaus gegen Zecken allerdings unterschiedlich effektiv. Manche Hunde reagieren besser auf die Einnahme als andere und: die Dosis macht das Gift!

 

Amigard SpotOn
Eine weitere Möglichkeit seinen Hund vor Zecken zu schützen sind sogenannte SpotOn-Produkte, die auf natürlicher Basis beruhen. Ein Beispiel hierfür ist das Amigard von der Firma Sol-Nova AG. Es hat mich durch seine hohe Wirksamkeit, gute Verträglichkeit und die sehr gute Akzeptanz bei meinen Tieren überzeugt. Der Hersteller hat hier eine Mischung aus Margosaextrakt (aus Neemöl gewonnen) und Decansäure (aus Kokosöl gewonnen) gefunden, die Hunde bis zu vier Wochen sicher schützt. Es liegt in Form eines SpotOn-Präparates vor, das in passenden Phiolen für jede Tiergröße angeboten wird. Man trägt es über die Rückenlinie, im Ellbogenbereich und an der Innenseite der Hinterschenkel auf. Die Rezeptur aus Bestandteilen von Neem- und Kokosöl bewirken ein Aromamilieu, das die Lästlinge meiden. Sollten sie schon vor der Behandlung am Tier gewesen sein oder sich trotz der Anwendung auf dem Fell verirren, kann man beobachten, wie sie das Weite suchen. Es ist wasserabweisend (ein kurzes Bad im Teich beeinträchtigt die Wirkung nicht) und auch beständig bei Regen. Es hat einen sehr angenehmen Duft!
Tipp: Man kann sich mit der Dosierung erfahrungsgemäß zurückhalten (die Pipette über zwei Tage verteilt anwenden), da das Fell ansonsten fettig erscheinen kann. Bei Hunde mit weißem Fell kann es zu Verfärbungen des Fells kommen.
Fazit: Für mich das beste natürliche SpotOn, was derzeit auf dem Markt ist, weil der Geruch so angenehm ist und eine prima Schutzfunktion darstellt.

 

cd Vet Abwehrkonzentrat
Das Abwehrkonzentrat von der Firma cd Vet ist eine Alternative zu den herkömmlichen Verfahren zur Abwehr von Zecken und Flöhen. Durch seine Kombination aus ätherischen Ölen erfüllt das Abwehrkonzentrat alle Ansprüche an eine Alternative zu den üblichen synthetischen Bioziden. Es bietet einen hervorragenden Langzeitschutz nicht nur für Zecken, sondern auch Schutz vor Milben, Haarlingen und fliegenden Insekten wie Stechmücken und Bremsen. Es enthält rein pflanzliche Inhaltsstoffe, ist einfach in der Anwendung und selbst für Junghunde schon geeignet. Dank der repellierenden Eigenschaft des Geraniols ist das Abwehrkonzentrat hervorragend zur Abwehr von Lästlingen geeignet. Neben Geraniol setzt es sich aus Teebaumöl, Jojobaöl und Lavendelöl zusammen. 3 Wochen lang gibt man kleinen Hunden 2 mal pro Woche, mittleren Hunden jeden zweiten Tag, großen Hunden täglich je 1 Tropfen vom Finger in beide Ohrzapfen und massiert den Tropfen dort ein. Alternativ oder zusätzlich kann man je einen Tropfen auf den Finger geben und zwischen den Schulterblättern und am Rutenansatz (direkt auf die Haut) einmassieren. Ist die Grundstabilisierung erreicht (kann 3 Wochen dauern), genügt eine Anwendung je nach Körpergewicht von 1 bis 2 mal wöchentlich. Bei starker regionaler Zeckenbelastung kann die Anwendung individuell auf 4 bis 5 mal angepasst werden. Und das tolle ist, es funktioniert. Das Abwehrkonzentrat ist bei Regen und dem Baden in Gewässern grundsätzlich wasserfest. Nach dem Shampoonieren sollte es jedoch erneut aufgetragen werden. Wissen muss man, dass das Abwehrkonzentrat aufgrund des Geraniols zu allergischen Reaktionen führen kann. Dies gilt es also austesten und beobachten.
Tipp: Wer kein Fan von dem Geruch des Teebaumöles ist, kann hier prima auf das Abwehrkonzentrat mild von cd Vet zurückgreifen, das die Firma für Katzen im Programm hat. Die Zusammensetzung sieht hier nämlich wie folgt aus: Geraniol, Rapsöl, Jojobaöl, Lavendelöl und Manukaöl.
Fazit: Ein tolles Mittel, da auch vom Geruch her erträglich. Meine Hunde fahren sehr gut damit.

 

Bernsteinkette
Der Bernstein verfügt über einen einzigartigen elektrischen Widerstand und lädt sich durch die ständige Reibung am Fell elektrostatisch auf. Diese statische Aufladung ist weder für den Hund noch für seinen Menschen wahrnehmbar. Sie verbreitet sich aber über das gesamte Fell. Sollte eine Zecke auf den Hund gleiten, erhält diese einen kleinen Elektroschock und lässt sich in der Regel sofort wieder fallen. Hinzu kommt noch der harzig-würzige Geruch des Bernsteins, den dieser ebenfalls durch die Reibung mit dem Fell im Selbigen verteilt. Diesen Geruch meiden die Zecken ebenfalls. Die Bernsteine werden für eine Bernsteinkette einzeln von Hand geknotet und auf einem starkem Faden eingefädelt. Die Bernsteinkette sollte mit einem Zertifikat ausgeliefert werden, das die Echtheit vom Bernstein belegt. Die Kette sollte mit einer Sollbruchstelle versehen sein, damit sie reißen kann, wenn der Hund damit irgendwo hängen bleiben sollte um einer Strangulation vorzubeugen. Die Firma Amberdog® beispielsweise kommt dem nach. Sie verwenden für die Ketten unbehandelten Naturbernstein. Dieser ist etwas brüchiger als behandelter Bernstein. Es kann erscheint, kann sich auch ein Lederhalsband bestellen, das von innen mit Bernsteinen bestückt ist. Toll ist, dass man die Bernsteinketten mit anderen Heilsteinen oder EM-Keramik kombinieren kann und so eine zusätzliche Wirkung – je nach Bedarf – erzielen kann. Hier muss man sich einen Anbieter suchen, der diesem Wunsch nachkommt.
Tipp: Das Entladen des Fells bei der Fellpflege kann man umgehen, indem man sich einen Bernsteinstriegel zulegt. Der lädt das Fell bei der Fellpflege auf. Wenn man die Kette bei der Fellpflege abnimmt, sollte man sie kurz unter fließend kaltes Wasser halten, um sie zu säubern. Wenn man sie anschießend für eine Weile in die Sonne legt, lädt sie sich wieder wunderbar auf und ist wie neu.
Fazit: Die Bernsteinkette bietet einen guten Schutz gegen Zecken, wenn sie andauernd getragen wird und sieht auch noch hübsch aus. Ich habe jedenfalls noch keinen Hund gesehen, dem diese Kette nicht gut zu Schnauze stand.

 

tic-clip
Der tic-clip-Anhänger von der Firma Specht-Bio-Pharma ist eine kleine Metallplakette, die den Hund mit einer bioenergetischen Ladung vor Zecken und Flöhen schützen kann. Er ist bis zu 2 Jahren wirksam, sollte danach bzw. wenn die Wirkung abflaut erneuert werden. Er ist auch schon für Welpen geeignet. Wenn der Hund gern ins kalte Nass springt – kein Problem. Der Anhänger ist wasserfest. Er ist für alle Tiergrößen und für alle Fellarten geeignet. Der gebrauchsfertige tic-clip-Anhänger wird in einem aufwendigen Prozess energetisch aktiviert und mit einer ganz speziellen Schicht versiegelt. Hierdurch entsteht im Umfeld des Anhängers und somit in der unmittelbaren Umgebung des Tieres ein besonderes Energiefeld, welches Hunde bis zu 24 Monate vor Zecken und auch Flöhen schützt. Der tic-clip-Anhänger wird mit den beigefügten Ringen am Halsband oder Geschirr (Material spielt dabei keine Rolle) befestigt. Es sollten nur die beigefügten Ringe zum Anbringen benutzt werden, da diese ebenfalls energetisch behandelt sind. Wo oder wie genau der tic-clip befestigt wird, ist grundsätzlich egal. Bei kleinen Hunden (bis 15 kg) ist in der Regel ein Ring ausreichend. Ab dem Zeitpunkt, an dem ein Ring durch den Anhänger gezogen wird, wirkt der tic-clip. Bis zum Aufbau einer ausreichenden Schutzwirkung dauert es am Anfang ca. 5 Tage. Tagsüber sollte der Anhänger ständig am angelegten Halsband des Tieres verbleiben, da sonst kein dauerhafter Schutz erreicht werden kann. Nachts kann das Halsband mit dem tic-clip bedenkenlos entfernt werden. Da der tic-clip absolut ungiftig ist, ist er sehr gut für den Einsatz in Familien mit Kind geeignet. Tipp: Man kann die Lebensdauer sehr einfach sicherstellen, indem man den Anhänger regelmäßig (beispielsweise im Rahmen der Fellpflege) kurz unter kaltes fließendes Wasser hält. So kann er sich von eventuellen Verschmutzungen, die das Hundeleben so mit sich bringt, befreien und ist wieder voll einsatzfähig.
Fazit: Der tic-clip ist eine gute Prophylaxe und kostengünstig.
Kleiner Nachteil: Hunde mit weißem Fell zaubert er in dem unmittelbaren Kontaktbereich eine leichte graue Schattierung ins Fell.

 

Kokosöl (äußerlich)
Kokosöl kombiniert mit einem gesundenden Organismus bildet eine sehr gute Schutzfunktion gegen die unbeliebten Besucher. Einfach vor jedem Spaziergang etwas Kokosöl in den Handflächen verteilen und damit über das Fell streichen. Hierbei vor allem die unteren Regionen (Bauch, Achseln, Beine) und den Kopf berücksichtigen. Wichtig ist, ein gutes Kokosöl zu nehmen - also ein natives, nicht raffineriertes Bio-Kokosöl. Der Geruch wird vom Hund meistens sehr gut toleriert. Man sollte es jedoch nicht übertreiben mit dem Einreiben, sonst findet man die Spuren auf den Liegeflächen wieder. Zecken verspüren deutlich weniger Lust, sich auf einem Tier niederzulassen, das mit Kokosfett eingerieben wurde. Zwar setzen sich manche Tierchen dennoch auf dem Fell nieder, fallen aber nach kurzer Zeit wieder ab. Das Milieu ist ihnen zu ungemütlich. Stachen sie dennoch zu, so fielen sie schon nach kurzer Zeit von selbst wieder ab, so dass die Wahrscheinlichkeit, dass sie Krankheitserreger übertragen haben relativ gering ist. Studien der FU Berlin (Arbeitsgruppe für Angewandte Zoologie/Ökologie der Tiere) bestätigen dies in einem Labortest am Menschen. Die Haut der Probanden wurde mit 10%tiger Laurinsäurelösung behandelt. 88 % der Zecken ließen sich sofort fallen nachdem sie den Geruch wahrgenommen haben. Die Wirkung hielt mindestens sechs Stunden an. Es zeigte sich, dass bereits auch die Nymphen den Geruch ablehnten. Einer der wichtigsten Bestandteile des Kokosöls ist die sogenannte Laurinsäure. Zum Vergleich: Butter weist einen Gehalt an Laurinsäure von ca. 2-5 % auf, Kokosöl hingegen kann bis zu 60 % Laurinsäure enthalten. Klinische Studien und Untersuchungen haben gezeigt, dass Zecken extrem stark auf Laurinsäure reagieren. Nahezu alle Hautpartien, die in solchen Tests mit einer Laurinsäure-Lösung behandelt wurden, wurden trotz starker Zeckenpopulation von den Tieren gemieden.
Tipp: Meine Vierbeiner genießen es, jeden Morgen mit Kokosöl eingerieben zu werden. Kommen sie doch so bereits am frühen Morgen in den Genuss einer kleinen Massage. Und meine Hände freuen sich auch über ein Extra an Pflege. Ganz nebenbei verringert es bei einem meiner Hunde den Juckreiz, unter dem er aufgrund einer Hausstaubmilbenallergie leidet. Netter Nebeneffekt! Ein winzig kleiner Nachteil des Kokosöles ist vielleicht, dass Hunde mit hellem Fell etwas schmutzig erscheinen können, weil Staubpartikel besser im Fell haften bleiben. Aber lieber einen “dreckigen“ Hund als einen kranken. Hunde mit schwarzem Fell sind hier im Vorteil. Ihnen verleiht das Kokosöl ein wunderbar glänzendes Fell.
Fazit: Kokosöl ist eines der besten Hausmittel gegen Zecken, das auf ganz natürliche Art und Weise Zeckenbissen vorbeugt. Es hat keinerlei Nebenwirkungen und ist darüber hinaus auch noch günstig zu erstehen. Und wie im Kapitel
Schwarzkümmelöl bereits erwähnt, erhöht die Kombination von Kokosöl mit Schwarzkümmelöl die Zecken abschreckende Wirkung noch einmal.

 

Ätherische Öle
Über die Anwendung ätherischer Öle bei Tieren wird oft kontrovers diskutiert. Wie immer ist es eine Frage der Dosierung und wie und wo es angewandt wird. Was oft unterschätzt wird ist die Qualität der verwendeten Öle. Dies ist für den therapeutischen Erfolg entscheidend. In der Anwendung am Tier werden sie in Verdünnungen mit 0,5%-1% angewandt und sie sollten zusätzlich mit einem fetten Öl kombiniert werden. Das fette Öl wirkt als Träger und Puffer, es verhindert, dass die flüchtigen Öle zu schnell verfliegen oder die Haut passieren. Dadurch hält der Duft und die repellierende Wirkung länger an. Als Trägeröl eignen sich u. a. natives Kokosöl, das auch wegen der enthaltenen Laurinsäure eine antiparasitäre Wirkung besitzt. Wegen der Flüchtigkeit der ätherischen Öle ist die Wirkung zeitlich begrenzt. Das wird von vielen als Nachteil angesehen, doch ist es auch von Vorteil, da Stoffe eingesetzt werden, die sich in absehbarer Zeit abbauen und die dem Tier keinen Schaden zufügen. Doch es ist nicht alles Gold was glänzt. So können ätherische Öle die Haut und auch die Schleimhäute reizen. Empfindlichen Hunden können z. B. die Augen tränen. Das Neemöl hat beispielsweise einen sehr starken Eigengeruch und wird daher vom Hund gern mal abgelehnt – von mir im Übrigen auch. Es weist allerdings einen guten Schutz auf und ist kostengünstig. Das Teebaumöl weist ebenfalls einen starken Geruch auf und wird daher nicht so gut toleriert. Auch das kann ich nur bestätigen. Es verfliegt zwar schnell, da es ja ein ätherisches Öl ist, muss daher aber auch häufiger aufgetragen werden was wiederum zu erhöhten Kosten führt. Das Zitronellaöl hat ebenfalls einen Geruch, der nicht jedem Hund gefällt. Auch verfliegt es relativ schnell und ist in der Anschaffung teuer. Gleiches gilt auch für Orangenöl. Weitere ätherische Öle wie Anis, Rosengeranie, Eukalyptus, Zedern, Lavendel, Nelken oder Rosmarin lassen sich gut zur Ektoparasitenabwehr einsetzen. Alles in allem kann man sagen, dass die Geruchsveränderungen auf der Haut durch ätherische Öle oft eine Qual für den sensiblen Geruchssinn von manch einem Hund darstellen. Der Geruch der ätherischen Öle ist nicht jederhunds Geschmack. Einige Vertreter nehmen schon Reißaus, wenn Herrchen oder Frauchen ihn ein paar Mal damit eingesprüht haben und dann erneut mit dem Spray um die Ecke kommen.
Tipp: Wer mag, kann sich leicht eine Sprühmischung aus mehreren ätherischen Ölen verdünnt mit Wasser herstellen und den Hund vor jedem Spaziergang einsprühen. Dazu gibt man 50 Tropfen ätherisches Öl auf einen Liter Wasser oder eine Wasser-Aloesaft-Mischung. Am besten eignet sich hierzu eine Sprühflasche. Vor jedem Gebrauch gut durchschütteln und auf den Hund sprühen. Man sollte darauf achten, dass Nase und Augen beim Sprühen geschützt sind. Alternativ kann man frische Blüten und/oder Blätter einiger dieser Pflanzen in Apfelessig einlegen, die Mischung 2-3 Wochen in die Sonne stellen, gelegentlich durchschütteln. Anschließend absieben, dann 1:2 mit Wasser verdünnen und als Parasitenspray einsetzten.
Fazit: Der Einsatz von ätherischen Ölen ist leider meist nicht ausreichend wirksam und die Begleiterscheinungen oft nicht akzeptabel.

 

Sprays
Auch das Einsprühen des Hundes bzw. seines Felles oder bestimmter Körperpartien mit einem Spray kann hilfreich sein. Ein Spray zur natürlichen Zeckenprophylaxe kann man ganz fix selber herstellen.
Tipp: Man mische 1 Teil naturtrüben Apfelessig und 2 Teile Wasser und besprühe den Hund damit 4 bis 5 Mal am Tag. Hilft hervorragend gegen Zecken. Der Apfelessig sollte BIO-Qualität haben, da der aus dem Supermarkt zu viel raffinerierten Zucker enthält und nur das Fell verklebt. Wem das Selbermachen zu umständlich ist, kann derartige Sprays auch fertig kaufen. In vielen alternativen Zeckenabwehrmitteln sind bunte Mischungen ätherischer Öle enthalten. Neben den oben bereits genannten auch Thymian, Oregano, Wacholder, Grapefruit, Myrrhe, Rosenholz und viele andere. Geraniol ist jedoch offenbar eines der wirkungsvollsten.

 

Akafree
Besonders gute Ergebnisse in Sachen Zeckenprophylaxe bietet das Akafree von PerNaturam mit dem Wirkstoff Geraniol. Bei dem Thema Geranien denken die meisten an die Pflanzen, die im Sommer auf vielen Balkonen zu finden sind. Man findet die Duftgeranien aber auch vor Küchen- und Schlafzimmerfenster, da sie durch ihre Duftkomposition lästige Insekten abhalten. Botaniker nennen sie Perlagonien. Sie gehören zur Familie der Geraniengewächse. Es gibt verschiedene Sorten. Bezüglich der Zeckenprophylaxe greift man auf die Duftgeranien zurück, weil sie besonders reich an ätherischen Ölen sind. Die ätherischen Öle variieren in den einzelnen Arten und Sorten. Der Hauptbestandteil ist Geraniol. Unter anderem finden sich noch Citronellol, Linalool und Pinen. Geraniol ist ein wirksames Insektenrepellent. D. h. es ist ein Mittel, dass die Schädlinge und Lästlinge nicht abtöten, sondern vertreibt. Das Geraniol soll auch den Chitinpanzer von Zecken und Flöhen angreifen und die Tiere austrocknen. Da es nur einen leicht blumigen Geruch verströmt, wird es gern vom Tier angenommen (anders als viele andere ätherische Öle). Allerdings gibt es auch Hunde, die das Geraniol nicht so gut vertragen und eine Überempfindlichkeitsreaktion wie stumpfes, schuppiges Fell zeigen. Eine Feldstudie in Marokko konnte zeigen, dass aufgesprühtes 1%tiges Geraniol bei Rindern den Zeckenbefall um 98,4% senken konnte. Selbst 14 Tage später war noch ein hoher Effekt nachweisbar.
Tipp: Hunden kann man die ätherischen Öle ins Fell reiben, indem man z. B. mit Duftgeranienblätter über das Fell streicht; das hält Insekten und Zecken ab.
Fazit: Meine Erfahrung mit Akafree waren überzeugend, wenn meine Hunde vor dem Spaziergang regelmäßig eingesprüht wurden. Erst durch wiederholte Anwendungen stellte sich eine anhaltende Wirkung ein. Ich persönlich empfinde den Duft von Geraniol als ziemlich intensiv. Man kann sich aber daran gewöhnen.

 

ZeckEx
ZeckEx ist ein hochwirksames Zecken-Abwehrspray der Firma cd Vet mit effektiver Langzeitwirkung. Die Zecken werden ohne synthetische Zusätze geruchsbedingt vom Stechen abgehalten. Somit kann beim Spaziergang mit dem Hund die Gefahr eines Zeckenbisses reduziert werden. Der zuverlässige Schutz auf Basis des Zitronen-Eukalyptus-Blattes hält Zecken fern. Der Wirkstoff heißt Citriodiol. Dieser im Spray enthaltene Wirkstoff aus den Blättern des Zitroneneukalyptus haftet auf Haut und Haar des behandelten Tieres. Der repellente Wirkstoff hat einen für Zecken unattraktiven Geruch und verhindert erfolgreich Parasitenbefall. Es wirkt sofort, ist auch für Junghunde geeignet, hält bis zu 6 Stunden und schützt zusätzliche vor Milben, Haarlingen und fliegenden Insekten wie Stechmücken und Bremsen. ZeckEx muss vor Gebrauch geschüttelt werden. Es sollte 1 – 2 x täglich gegen den Fellstrich aufgesprüht und gleichmäßig ins Fell einmassiert werden.
Tipp: Gesicht und Augenbereich sollten ausgespart werden. Hier ist es besser, wenn diese Bereiche nur mit den noch feuchten Händen entsprechend behandelt werden. Direkten Kontakt mit Augen und Schleimhäuten vermeiden!
Fazit: Der Wirkstoff des Zitroneneukalyptus ist sehr effektiv gegen Zecken. Somit ist das ZeckEx Spray von cd Vet eine gute Möglichkeit, die Zecken abzuwehren. Je nach Größe des Hundes, kommt diese Art der Prophylaxe aber relativ teuer. Eine günstigere Alternative stellt hier das “Anti Brumm Zecken-Stop“ mit gleichem Wirkstoff dar.

 

Halsbänder
Des Weiteren gibt es auf dem Markt diverse Halsbänder auf natürlicher Basis, die zum Schutz vor Zeckenbissen eingesetzt werden können. Die meisten Halsbänder zum Zeckenschutz sollen dauernd getragen werden. Jagdhunde können allerdings mit Halsbändern leicht im Gestrüpp hängen bleiben. Für sie sind auch stark riechende Mittel ein Problem, schließlich sind sie auf ihre gute Spürnase angewiesen.

PET-VITAL Bio-Schutz-Halsband 
Das PETVITAL Bio-Schutz-Halsband (mit Sicherheitsverschluss) wirkt auf Basis reiner Naturöle. Es ist in unterschiedlichen Größen erhältlich und auch für Jungtiere völlig unbedenklich einzusetzen. Es soll ca. 3 Monate vor Zeckenbefall schützen und man kann es mehrmals nachpräparieren. Bei den Inhaltsstoffen handelt es sind um Kokosöl, Glyzerin und Geraniol. Bei dem Halsband selber handelt es sich um Leder. Das Band wird locker um den Hals des Hundes geschnallt. Je nach der Größe des Tieres dauert es 6 bis 48 Stunden bis sich die Wirkung voll entfaltet. Das Bio-Schutz-Halsband kann und soll permanent getragen werden. Wenn die Wirkung des Halsbandes nachlässt, kann sie durch PETVITAL Bio-Schutz-Nachpräparierung einfach aufgefrischt werden.
Tipp: Die abgeschnittene Überlänge des Halsbandes kann am Schlafplatz des Tieres oder an einer anderen befallenen Stelle abgelegt werden. Dort erfüllt das überschüssige Material auch noch seinen Zweck.
Fazit: Da wir es selber noch nicht getestet haben, kann ich mich nur auf die zufriedenen Kunden berufen.

Neem Kräuter-Halsband
Das Neem Kräuter-Halsband von Gimborn soll als Zeckenschutz verschiedene Wirkstoffe des Neembaumes enthalten, die die Entwicklung von Ungeziefer und auch Zecken hemmen. Konkret sind dies Azadirachtin, Salannin, Meliantriol und Nimbidin. Diese Wirkstoffe schützen den Baum in der Natur vor Fressfeinden. Außerdem enthält das Neem Kräuterhalsband von Gimborn ätherische Öle. Die pflanzlichen Wirkstoffe verteilen sich nach Anlegen des Halsbandes allmählich in der direkten Umgebung des Hundes und verleihen dem Fell einen angenehmen Geruch. Ein kontinuierlicher Schutzeffekt entsteht, wenn das Halsband ständig getragen wird. Für einen wirksamen Langzeiteffekt sollte das Neem Kräuter-Halsband ca. alle 8 Wochen erneuert werden. Das Halsband selber besteht aus Kunststoff und kann für den Hund passend zurechtgeschnitten werden. Die Ausgangslänge beträgt 60 cm.
Fazit: Es ist sehr günstig; hier handelt es sich aber um einen Wegwerfartikel; es kann nicht wieder aufgefrischt werden.

 

Shampoo
Was der Markt sonst noch so bietet, um den Hund vor Zeckenbissen zu schützen sind Shampoos. Das Zedan Neemöl Shampoo beispielsweise enthält die natürlichen Wirkstoffe Neemöl, Rosmarinöl und Teebaumöl. Diese Wirkstoffe sind besonders hilfreich bei Haarausfall, schuppigem Fell, bei Juckreiz und Ekzemen und eben auch gegen Zecken durch den Geruch, der nach erfolgter Wäsche vom Hundefell versprüht wird.
Fazit: Die Wirkung ist meist nicht ausreichend; hält auch nicht lange vor. Man könnte es als zusätzliches Hilfsmittel einsetzen statt ein normales Shampoo zu verwenden.

 

Kieselgur
Kieselgur ist ein Sedimentgestein von weißer, beiger bis grauer Farbe, das hauptsächlich aus fossilen Kieselalgen, sogenannten Diatomeen, besteht. Chemisch betrachtet besteht Kieselgur aus nicht kristallinem Siliciumdioxid. Kieselgur ist feinkörnig, sehr porös und locker geschichtet, dennoch ist eine lagenartige Schichtung erkennbar. In den Händen fühlt sich Kieselgur trocken und staubig an vergleichbar mit Kreide. Zudem ist Kieselgur von sehr geringer Dichte (2,33 g/cm3). Kieselgur kann daher sehr vielfältig eingesetzt werden. Man nutzt es als Schleif- und Poliermittel, zum Filtrieren von Ölen und Flüssigkeiten, als Isolationsmittel um Geräusche und Wärme zu dämmen sowie zur Herstellung von Sprengstoff/Dynamit. Daneben gewinnt Kieselgur zunehmend als Alternative zu chemischen Insektiziden an Bedeutung. Wird das zu Pulver zermahlene Gestein auf Insekten (u.a. Milben, Ameisen, Silberfische oder Asseln) oder in deren Lebensraum aufgetragen, bohren sich die Kieselalgen in die Körperoberfläche von Insekten. In der Folge verdunstet lebensnotwendiges Wasser, das Insekt vertrocknet und stirbt. Zusätzlich greift Kieselgur in den Fortbewegungsmechanismus ein und macht das Ungeziefer bewegungsunfähig. Kieselgur wirkt im Gegensatz zu vielen konventionellen Insektiziden nicht chemisch, sondern physikalisch. Aus diesem Grund kann Kieselgur immer wieder verwendet werden, da Insekten gegen physikalisch basierte Vernichtungsmittel nicht resistent sind oder werden.
Tipp: Angeblich soll auch Babypulver diese Wirkung entfalten. Den gleichen Effekt könnte man auch mit Zeolith (fein vermahlene Mineralerde) erreichen.
Fazit: Um den Hund vor Zeckenbefall zu schützen, müsste man das gesamte Fell ständig einpudern. Dies läßt sich im Alltag schlecht umsetzten, denn schließlich möchte man sein Heim nicht in gekalktem Zustand vorfinden.

 

Zedernholzspäne & Rainfarn
Es gibt auch noch Möglichkeiten, die Liegeplätze seines Hundes vor Zeckenbefall zu schützen. So kann man das Hundebett beispielsweise mit Zedernholzspänen füllen. Ob dem Hund es so gefällt auf diesen Spänen zu liegen ist fraglich. Vertreter mit empfindlichen Nasen sind vermutlich wenig begeistert. Man kann aber auch einfach etwas Rainfarn auf die Liegeflächen legen. Rainfarn - auch Wurmkraut genannt - ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Der Rainfarn zählt zu den Kompasspflanzen, die ihre Blätter im vollen Sonnenlicht genau senkrecht nach Süden richten. Die stark duftenden Blätter sowie die Blüten des Rainfarns, die insektenabweisende Wirkstoffe enthalten, wurden früher ausgestreut, um Ungeziefer fernzuhalten. Rainfarn wurde auch angepflanzt, um den Kartoffelkäfer zu vertreiben. Nach einer Studie wurde dadurch der Kartoffelkäfer-Befall um 60-100 % reduziert. Getrockneter Rainfarn wird in der Imkerei als Rauchmittel verwendet. Theoretisch sind bei Kontakt allergische Reaktionen möglich. Daher gilt hier ein genaues Auge drauf zu haben.
Fazit: Den Geruch der Zedernholzspäne und des Rainfarns mögen Zecken (und Flöhe) nicht und sollte es dem Hund nicht zusagen, ist es schnell wieder entfernt.

 

Am besten ist es also, wenn ich meinen Hund täglich, mitunter sogar mehrfach am Tag nach Zecken absuche. Am besten man ritualisiert diese Aktion, indem man nach jedem längeren Aufenthalt in der Natur und auch abends vorm Schlafengehen, sich intensiv durch das Hundefell arbeitet. Diese Aktion kann man ja wunderbar mit einer kleinen Massage verbinden. Da sagt der Hund bestimmt nicht nein. Neben dem täglichen Absuchen des Hundes empfiehlt es sich, natürliche Zeckenschutzmittel auszuprobieren, denn mit den chemischen Präparaten vergifte ich den Hund nach und nach. Nicht jedes natürliche Mittel ist das richtige für jeden Hund. Man sollte sich hier von seinem Bauchgefühl leiten lassen und kann auch gut das ein oder andere Mittel miteinander kombinieren. Besonders empfehlenswert ist zweigleisig zu fahren, d. h. ein Mittel innerlich anwenden und ein anderes um auch äußeren Schutz zu bieten. Sollte nicht gleich ein durchschlagender Erfolg zu verzeichnen sein, sollte man nicht gleich das Handtuch werfen. Es lohnt sich, am Ball zu bleiben und andere natürliche Möglichkeiten auszutesten. Denn schließlich soll die Gesundheit unseres Hundes ein Hundeleben lang erhalten bleiben. In jedem Fall sollte man den Einsatz von Mitteln abwägen. Bekommt der Hund schnell Zecken, etwa weil er langhaarig ist und viel herumstromert? Und sind im Auslaufgebiet sehr viele Zecken? Dann wäre ein wirksames Mittel zum Schutz des Hundes vor Krankheiten eher sinnvoll. Oder wird er sowieso nicht oft von Zecken befallen und viel geknuddelt, so dass die Zecken dabei schnell gefunden und entfernen werden können? Dann braucht man vermutlich gar nicht so große Geschütze aufzufahren. Grundsätzlich gilt: Keine Panik! Nicht jede Zecke ist mit Krankheitserregern verseucht. Und die meisten Hunde haben Infektionen mit solchen Erregern längst überstanden und die Erreger besiegt. Das kann man sich leicht ausrechnen, denn welcher Hund hat in seinem Leben nicht schon Dutzende Zecken mit seinem Blut gefüttert und ist trotzdem nicht krank geworden? Nach wiederholten Kontakten mit Zecken kann die Immunabwehr stark ansteigen. Hat das Immunsystem die Erreger nach einer Infektion einmal mit passenden Antikörpern besiegt, erinnern sich die B-Zellen, das sind die "Gedächtnisträger", bei einer erneuten Infektion daran und produzieren extrem schnell riesige Mengen Antikörper, die den Erregern keine Überlebenschance geben. Nach diesem Prinzip soll ja auch eine Impfung funktionieren.

Wie anfangs bereits erwähnt, werde ich die anderen Kapitel meiner Facharbeit der nächsten Ausgabe des Tierheilpraktikers beisteuern.
Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren der zahlreichen Möglichkeiten, seinen Hund auf natürliche Weise effektiv vor Zecken zu schützen!
Bei Interesse stehe ich auch sehr gern für Vorträge zu diesem spannenden Thema zur Verfügung, auf denen Mann/Frau zahlreiche der aufgeführten Möglichkeiten mit allen Sinnen erleben kann.

 

Herzlichst Ihre
Tierheilpraktikerin
Petra Kollerer
Merschwiese 33
48308 Senden
Mobil: 0151/70048760
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