So geht es meistens los: „Ich wollte schon immer beruflich was mit Tieren machen.“, „Mein Job gefällt mir nicht mehr, ich will etwas Anderes machen.“ oder „Ich habe schlechte Erfahrungen mit Tierärzten gemacht, ich will meinen Tieren selbst helfen können.“

Der Schritt, bis man sich dazu entscheidet, eine Tierheilpraktiker-Ausbildung zu machen, ist nicht mehr weit. Aber dann…

Welche Schule ist die richtige für mich? Wie unterscheidet sich Schule A von Schule B? Welche Schule ist die Beste?

Bei den gefühlt tausend Angeboten, die das Internet bei einer ersten Suche vorschlägt, verliert man schnell den Überblick.

Wie komme ich also nun zu „meiner“ Tierheilpraktiker-Schule?

Naheliegend ist sicherlich ein Besuch der Homepage der jeweiligen Schule. Da aber mittlerweile nicht nur Papier, sondern auch das Internet geduldig ist, ist natürlich Vorsicht geboten.

Sinnvoller ist es daher, sich zunächst allgemein über die Ausbildung zum Tierheilpraktiker an unabhängiger Stelle zu informieren und sich dann – mit diesen Infos gut gerüstet – auf die Suche nach einer Schule zu machen. So kann man oft auf den ersten Blick erkennen, welche Ausbildungsstätte geeignet ist und welche nicht.

Solche Anlaufstellen können beispielsweise die Tierheilpraktiker-Verbände sein, die (meistens) keine Schulen unterhalten, sondern sich um die Belange der praktizierenden Kollegen kümmern.

Nachfolgend ein paar Ratschläge, die der „Älteste Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands, seit 1931 e.V.“ den Hilfesuchenden an die Hand gibt, damit sie sich im Tierheilpraktiker-Dschungel nicht verlaufen:

Abschlussprüfung:
Die Abschlussprüfung sollte vor einem Verband und nicht vor der eigenen Schulleitung abgelegt werden, damit die Neutralität gewahrt wird.

Praxisanteil:
Wie der Name Tierheilpraktiker schon sagt, handelt sich um einen praktischen Beruf. Theoretische Grundlagen sind wichtig, aber nur mit der Theorie kommt man nicht weit. Man muss darauf achten, dass genügend Praxis in den Unterricht eingebaut wird. Bei manchen Schulen ist es zudem möglich, in den Praxen der Dozenten zu assistieren.

Dozenten:
Manche Schulen werben mit Tierärzten als Dozenten. In vielen Fällen eine gute Wahl, wenn es um die anatomischen und physiologischen Grundlagen geht. Aber spätestens bei der Pathologie, also der Krankheitslehre, sollte man wachsam werden. Der „klassische“ Tierarzt hat einen ganz anderen Ansatzpunkt und Blickwinkel in der Behandlung als ein Tierheilpraktiker.

Klassengröße:
Es gilt nicht „je größer die Klassen, desto besser die Schule“. Im Gegenteil! Meistens sind es die kleinen Schulen, die am besten ausbilden, wie der THP-Verband auch an den Ergebnissen der Tierheilpraktiker-Prüfungen sehen kann. Der Unterricht in kleinen Gruppen ist effektiver und intensiver, besonders bei den Praxiseinheiten, wenn nur zehn und nicht vierzig Schüler an einem Pferd stehen.

Unterrichtssystem:
Was der Verband als nicht sinnvoll erachtet, ist das rollierende System, bei dem man jederzeit in den Unterricht einsteigen kann – ähnlich wie in einer Fahrschule. Ein systematisches Erarbeiten des Basiswissens ist weitaus logischer, als an irgendeiner Stelle einzusteigen. Meist fehlt dann zum Gesamtverständnis wichtiges Hintergrundwissen.

Gesetzeskunde:
Für einen Berufsverband elementar wichtig ist die Berufs- und Gesetzeskunde. Der Tierheilpraktiker muss sich in der Ausübung seines Berufs an viele Gesetze halten; beispielsweise an das Arzneimittelgesetz, das Tierschutzgesetz oder das Tiergesundheitsgesetz.
Werden den Schülern diese essentiellen Grundlagen nicht beigebracht, sind Probleme mit den Veterinärämtern vorprogrammiert.

Ausbildungsvertrag:
Wie bei allen Vertragsabschlüssen, gilt auch hier: Das Kleingedruckte lesen! Man sollte sich über die Vertragsbestimmungen und auch über die Kündigungsfristen genau informieren. Es gibt Schulen, die bei einer Kündigung sofort den kompletten Restbetrag einfordern.

Probeunterricht:
Sind schließlich zwei bis drei Schulen in die engere Auswahl gekommen, muss sich nun die Mühe machen und sich persönlich vor Ort umschauen Selbst wenn die ein oder andere Schule weiter entfernt ist. Die Mühe lohnt sich!
Bei den meisten Schulen ist unverbindlicher und kostenloser Probeunterricht mit Einblick in die Skripte und Lernunterlagen problemlos möglich. Bei dieser Gelegenheit kann man mit den aktuellen Schülern sprechen und nach deren Erfahrungen fragen.

Last, but noch least:
Sollte man seinem Bauchgefühl vertrauen.
Als Tierheilpraktiker-Schüler investiert man eine Menge Zeit, Geld und Nerven in seinen Traum. Daher ist es wichtig, sich an der Schule seiner Wahl wohlzufühlen!

Gastbeitrag vom „Ältesten Verband der Tierheilpraktiker Deutschlands, seit 1931 e.V.“

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